Agenturmeldungen

Kassen zahlen künftig neuen Vierfach-Impfstoff gegen Grippe

05.04.2018

Berlin (dpa) - Gesetzlich versicherte Patienten in Deutschland

bekommen künftig bessere Grippe-Impfungen von der Kasse bezahlt. Der

Gemeinsame Bundesausschuss aus Spitzenvertretern von Ärzten, Kassen

und Kliniken beschloss am Donnerstag in Berlin, dass in der kommenden

Grippesaison 2018/19 ein neuer Vierfach-Impfstoff zu verwenden ist.

Umgesetzt wird damit eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission des

Robert Koch-Instituts. In der aktuellen Grippe-Saison, die ihren

Höhepunkt wohl überschritten hat, hilft der bisher meist genutzte

Dreifach-Impfstoff laut Experten teils nur bedingt, weil er weniger

Virenstämme abdeckt. Die Schutzimpfungen sind seit 2007

Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte Ende Februar kritisiert,

dass noch nicht alle Kassen die Vierfach-Impfung zahlen, sondern

häufig nur den halb so teuren Dreifach-Wirkstoff. Im Unterschied zu

diesem richtet sich die Vierfach-Impfung laut Experten auch gegen die

sogenannte Yamagata-Linie der Influenza-B-Erreger. Sie macht laut

Robert Koch-Institut in dieser Saison etwa 75 Prozent der Grippefälle

aus.

Das Institut hatte zugleich betont, dass auch die Dreifach-Impfung

guten Schutz biete. In der jetzigen Grippewelle habe die Wirksamkeit

aller Impfungen zusammen bei 46 Prozent gelegen. Das sei angesichts

der üblichen Schwankungsbreite von 20 bis 60 Prozent relativ gut.