Agenturmeldungen

Kinderärzten reichen neue Maßnahmen gegen Masern nicht

15.06.2015

Köln (dpa) - Den Kinder- und Jugendärzten reichen die Pläne von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) für einen besseren Impfschutz bei Kindern nicht aus. Schon heute könnten Personen ohne ausreichenden Impfschutz vom Kita- oder Schulbesuch ausgeschlossen werden, teilte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am Montag in Köln mit. Neu sei nur, dass Eltern vor der Erstaufnahme ihrer Kinder in Kita oder Schule schriftlich eine ärztliche Beratung über den Impfschutz nachweisen müssten. Fehlt dieser Nachweis, könnten künftig Bußgelder fällig werden.

Der Ärzteverband fordert eine Impfpflicht für jeden, der in überwiegend öffentlich finanzierten Einrichtungen wie Kita, Kindergarten oder Schule aufgenommen wird oder dort Kinder betreut.

Das gelte ebenfalls für Berufstätige im Gesundheitswesen oder Betreuer in Sportvereinen. Von Sanktionen gegen Eltern halten die Kinderärzte nichts: «Wenn wir überhaupt von Sanktionen sprechen, dann gegen Ärztinnen und Ärzte, die vom Impfen abraten und Eltern verunsichern», sagte BVKJ-Präsident Wolfram Hartmann laut Mitteilung.