Agenturmeldungen

Krankenhausmitarbeiter machen Front gegen Klinikreform

23.09.2015

Nürnberg/Berlin (dpa) - Mit Protestzügen und Kundgebungen haben mehrere tausend Klinikbeschäftigte in mehreren Bundesländern gegen die geplante Krankenhausreform Front gemacht. Allein in Nürnberg beteiligten sich am Mittwoch nach Polizeiangaben rund 2500 Ärzte, Pfleger und Verwaltungsmitarbeiter an einer Demonstration durch die Innenstadt. Auf Transparenten und Spruchtafeln wiesen sie daraufhin, dass schon jetzt das «Personal am Limit» arbeite. Zugleich warnten sie davor, an der falschen Stelle zu sparen. In anderen Städten wie Augsburg und Regensburg gab es ähnliche Aktionen. Am Brandenburger Tor in Berlin demonstrierten laut Polizei rund 600 Menschen. 

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will mit seiner Reform die Qualität in den Krankenhäusern stärken. Häuser mit anhaltend schlechten Leistungen müssen mit Abschlägen rechnen. Bei guten Leistungen gibt es Zuschläge. Zudem soll die Pflege am Krankenbett wieder ausgebaut werden. Die Protestaktionen, zu denen die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) aufgerufen hatte, richteten sich unter anderem gegen den Abbau von Betten und gegen noch mehr Leistungsdruck für die Beschäftigten durch anhaltenden Stellenabbau.

«Wenn die von der Politik ausgerufene Qualitätsoffensive für unsere Krankenhäuser keine leere Worthülse bleiben soll, muss sie wichtige Voraussetzungen schaffen, damit die Kliniken weiterhin gute Qualität liefern können», erklärte Bundesärztekammer-Präsident Frank Ulrich Montgomery. «Notwendig sind neue Stellen, ein finanzieller Ausgleich für Tarifsteigerungen und endlich mehr Investitionsmittel der Länder.»