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Laumann: Bessere Qualität in der Pflege durch Gesundheitskarte

29.01.2015

Berlin (dpa) - Die elektronische Gesundheitskarte kann nach Ansicht des Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung langfristig auch die Qualität in der Pflege verbessern. Es sei in der Pflege wichtig, dass die notwendigen Informationen durch digitale Vernetzung schnell und zuverlässig zur Verfügung stünden, sagte Karl-Josef Laumann (CDU) am Donnerstag vor Beginn eines Pflegekongresses in Berlin. So würde etwa die Kommunikation zwischen Hausarzt und Pflegepersonal vereinfacht.

Wann auch Pflegeheime oder Pflegedienste die Karte nutzen könnten, konnte Laumann nicht sagen. Bislang stehe die digitale Vernetzung mit der elektronischen Gesundheitskarte ganz am Anfang. «Die einzige Innovation ist das Bild», kritisierte Laumann. Ansonsten seien nach wie vor bloß die persönlichen Daten des Patienten wie die Adresse oder der Geburtstag ablesbar. Die Pflege einzubeziehen, sei also erst der zweite Schritt.

Die elektronische Gesundheitskarte soll zum Beispiel von Oktober 2016 an ab einer bestimmten Menge an verordneten Arzneimitteln eine Übersicht über die Medikamente bieten und so der Patientensicherheit dienen. Denn vor allem für ältere Menschen, die viele Medikamente schlucken, können Fehler lebensgefährlich werden. Außerdem sollen Ärzte künftig sogenannte Notfalldaten abrufen können, um Fehler bei der Behandlung zu vermeiden. Diese sollen ab 2018 an verfügbar sein.

Die neue elektronische Gesundheitskarte mit dem Foto des Versicherten löste zu Jahresbeginn die alte Krankenversicherungskarte ab. Sie soll den Austausch von Patientendaten zwischen Ärzten, Kliniken und Apotheken verbessern. Nach etlichen Verzögerungen will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) über das sogenannte eHealth-Gesetz Fristen für die einzelnen Ausbaustufen setzen. Das Gesetz soll Anfang 2016 in Kraft treten.

Bislang sei die Entwicklung der Telematik im Gesundheitswesen ein «Trauerspiel», sagte Laumann. Er hoffe, dass dieses Gesetz die «notwendige Beschleunigung» bringt.

Die Karte ist aus Datenschutzgründen umstritten. Kritiker befürchten, dass sensible Gesundheitsdaten ausspioniert werden könnten.