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Lebensretter bei Blutkrebs: Stammzell- und Knochenmarkspenden

27.05.2016

Berlin (dpa) - Blutkrebs ist der Oberbegriff für bösartige Erkrankungen des Knochenmarks und des blutbildenden Systems. Dazu gehören zum Beispiel Leukämien und Vorformen wie das Myelodysplastische Syndrom. Bei diesen Krankheiten wird die Blutbildung in der Regel durch die explosionsartige Vermehrung von entarteten weißen Blutzellen gestört. Diese Krebszellen sorgen unter anderem für einen Mangel an roten Blutkörperchen und hindern das Blut daran, seine lebensnotwendigen Aufgaben zu erfüllen. Dazu gehören unter anderem der Sauerstofftransport und die Infektionsbekämpfung.

Ohne medizinische Behandlung führt Blutkrebs zum Tod. Helfen kann eine Chemo- oder Strahlentherapie. Schlägt das nicht an, ist die Übertragung von gesunden Stammzellen eines Spenders oft die letzte Chance, das Leben eines Patienten zu retten.

In 80 Prozent der Fälle können die Stammzellen dafür ähnlich wie bei einer Blutspende aus der Blutbahn eines Spenders entnommen werden. Seltener ist eine Knochenmarkspende nötig. Dafür wird dem Spender unter Vollnarkose rund fünf Prozent seines Knochenmarks entnommen.

Die Operation dauert rund eine Stunde. Das Risiko beschränkt sich in der Regel auf die Narkose. Das Knochenmark des Spenders erneuert sich innerhalb von rund zwei Wochen von selbst.