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Mediziner fordert mehr Offenheit für HIV-Tests

13.06.2016

Würzburg (dpa) - Der Leiter der Infektiologie am Uni-Klinikum Würzburg, Hartwig Klinker, hat die fortgesetzte Stigmatisierung von HIV-positiven Menschen kritisiert. «Wir stellen diese Infektionen, auch in unserer aufgeklärten Gesellschaft, zu sehr in eine Ecke», sagte Klinker in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Die Betroffenen dürften Situationen, in denen sie sich angesteckt haben könnten, nicht verdrängen. Gleichzeitig sollten sich aber auch Ärzte nicht vor den relevanten Fragen drücken.

HIV sei heute eine sehr gut behandelbare Infektion. «Für den Infizierten bedeutet ein positiver Test heute eher eine Art Lebensversicherung», sagte Klinker. In Deutschland leben nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts gut 13 000 Menschen mit einer unentdeckten HIV-Infektion. Klinker ist ab Mittwoch Präsident des Kongresses für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin in Würzburg.