Agenturmeldungen

Merck erhält EU-Zulassung für Krebshoffnungsträger Bavencio

21.09.2017

Darmstadt (dpa) - Der Darmstädter Chemie- und Pharmakonzern Merck
darf seine Krebsimmuntherapie Bavencio nun auch in Europa vertreiben.
Der Konzern erhielt von der EU eine Zulassung für das Mittel zur
Behandlung eines aggressiven und seltenen Hautkrebses, wie Merck am
Donnerstag in Darmstadt mitteilte. Erste Markteinführungen seien in
Deutschland und Großbritannien bereits im Oktober zu erwarten. Neben
der EU würde das auch unter dem Namen Avelumab bekannte Medikament
auch in Island, Liechtenstein und Norwegen auf den Markt gebracht.

Bavencio ist der größte Hoffnungsträger in der Pharmasparte von
Merck, die lange unter einer Durststrecke litt. Im März war Bavencio
schon in den Vereinigten Staaten als erstes Mittel überhaupt zur
Behandlung des metastasierten Merkelzellkarzinoms zugelassen worden.
Die EU-Freigabe des Medikaments, das Merck zusammen mit dem
US-Pharmariesen Pfizer entwickelt hat, kommt nun nicht unerwartet.

Der Darmstädter Konzern erhofft sich hohe Umsätze mit Bavencio, da
sich Tests zur Behandlung weiterer Krebsarten in der letzten
klinischen Stufe befinden. Eine Indikation gegen einen Tumor im
Harntrakt ist zudem schon in den USA zugelassen. Bavencio ist ein
Mittel aus der Immuntherapie. Sie zielt darauf, das körpereigene
Abwehrsystem zu stärken, um Krebszellen zu zerstören.