Agenturmeldungen

Nach Klinikmorden - Patientenbeauftragte will besseres Meldesystem

29.08.2017

Oldenburg (dpa) - Nach Bekanntwerden der unvorstellbaren Mordserie an
Kliniken in Delmenhorst und Oldenburg will die Patientenbeauftragte
der Bundesregierung, Ingrid Fischbach (CDU), ein besseres
vertrauliches Meldesystem in Krankenhäusern. Zwar gebe es in den
meisten Häusern Fehlermeldesysteme, diese müssten aber auch
konsequent umgesetzt werden, sagte Fischbach dem Radiosender
«hr-Info» am Dienstag. Der verurteilte Patientenmörder Niels
H. könnte nach Ermittlungen mindestens 84 weitere Menschen umgebracht
haben. Wegen sechs Taten sitzt er lebenslang in Haft, darunter zwei
Morde.

Bei der Vorstellung der Ermittlungsergebnisse am Montag hatten
Polizei und Staatsanwaltschaft auch klargestellt, ein großer Teil der
Morde hätte verhindert werden können, weil es bereits Gerüchte und
Verdachtsmomente gegen den heute 40-Jährigen gab.

«Dass da etwas falsch gelaufen ist an den Krankenhäusern, das ist
wohl sehr klar», sagte Fischbach dem Sender. Dennoch würden noch
wichtige Erkenntnisse fehlen. «Was ist falsch gelaufen und an welcher
Stelle?» Wenn es darauf Antworten gebe, könnten konkrete Erneuerungen
auf den Weg gebracht werden. Es sei wichtig, dass es für die
Menschen, die einen Verdacht haben, eine Ansprechstelle gebe.

Niels H. hatte gestanden, Patienten eine Überdosis von Medikamenten
gespritzt zu haben, um sie anschließend wiederbeleben zu können. Mehr
als 130 gestorbene Patienten ließ die Sonderkommission Soko Kardio in
den vergangenen drei Jahren ausgraben und auf Rückstände von
Medikamenten testen.