Agenturmeldungen

Nach Suizid auf den Schienen bekommt Lokführer 70 000 Euro

26.02.2019

München (dpa) - Nach einem Suizid auf den Schienen bekommt ein
Lokführer 70 000 Euro von der Haftpflichtversicherung des Toten. Der
42-Jährige einigte sich mit der Versicherung auf einen Vergleich, wie
das Oberlandesgericht (OLG) München am Dienstag mitteilte. Zuvor war
die Widerrufsfrist gegen den entsprechenden Vergleichsvorschlag des
Gerichtes abgelaufen.

Der Lokführer hatte geklagt, weil er berufsunfähig war, seitdem ein
Mann im Jahr 2013 im Bahnhof Freising von der Regionalbahn überrollt
wurde, die er steuerte. Der heute 42 Jahre alte Zugführer erlitt
einen Schock und war mehrfach krankgeschrieben. Er wurde schließlich
von seinem Arbeitgeber entlassen, weil alle
Wiedereingliederungsversuche scheiterten.

Er forderte von der privaten Haftpflichtversicherung des Toten 10 000
Euro Schmerzensgeld und 27 000 Euro Schadenersatz sowie
Verdienstausfall in Höhe von 700 Euro im Monat bis zur Rente. Die
Klage nahm er nun gegen die Zahlung von 70 000 Euro zurück.

Nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) nehmen
sich in Deutschland etwa 1000 Menschen im Jahr auf den Schienen das
Leben. Das sind knapp drei Fälle pro Tag.