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Palliativmediziner: Will tödliches Medikament als letzte Option

17.04.2019

 

Karlsruhe (dpa) - Zum Auftakt des zweiten Verhandlungstags am
Bundesverfassungsgericht hat einer der klagenden Palliativmediziner
die praktischen Probleme mit dem Verbot der geschäftsmäßigen
Sterbehilfe geschildert. Der neue Paragraf 217 im Strafgesetzbuch
behindere das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, sagte
Dietmar Beck aus Stuttgart am Mittwoch in Karlsruhe. Er kenne
einzelne Kollegen, die Mittel zum Sterben zur Verfügung stellten. Die
meisten seien aber verunsichert. (Az. 2 BvR 2347/15 u.a.)

Beck erzählte den Richtern von einer Über-80-Jährigen mit
Depressionen, die nach einem gescheiterten Suizidversuch erblindet
war. Das Ethikkonzil des Krankenhauses habe ihr schließlich das
Sterbefasten ermöglicht, also den freiwilligen Verzicht auf Essen und
Trinken. Das habe sich allerdings über drei Monate hingezogen, in
dieser Zeit habe sie täglich um eine tödliche Spritze gebeten. Er
wünsche sich die Freiheit, diese letzte Option zu haben.

Seit Ende 2015 steht die «geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung»
unter Strafe. Dagegen klagen in Karlsruhe schwerkranke Menschen,
Ärzte und Sterbehilfe-Vereine. Die Richter wollten darüber bis in den
Abend verhandeln. Das Urteil wird in mehreren Monaten verkündet.
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