Agenturmeldungen

Patientenschützer: Finanzierung der Pflege steckt in der Krise

18.04.2018

Berlin (dpa) - Die Pflegeversicherung muss nach Ansicht der Deutschen

Stiftung Patientenschutz in eine «echte» Teilkaskoversicherung

umgewandelt werden. Stiftungsvorstand Eugen Brysch sagte der

Deutschen Presse-Agentur: «Heute zahlen die Pflegekassen nur eine

Pauschale zur Pflege. Besonders für Pflegeheimbewohner reicht diese

aber hinten und vorne nicht aus.» Explodierende Eigenanteile trieben

viele in die Sozialhilfe.

 

Brysch empfahl, dass die Pflegebedürftigen künftig einen festen

Anteil zahlen. «Und die Pflegekasse muss alle weiteren Kosten

übernehmen.» So könne auch die Qualität der Pflege als wichtiger

Faktor in die Finanzierung einbezogen werden.

 

Bis ein neues Modell vorliege, müssten als Sofortmaßnahme die

Pflegesachleistungen pauschal um 500 Euro monatlich erhöht werden.

Außerdem seien die Leistungen der Pflegekassen «verbindlich und

jährlich an die Einkommensentwicklung anzupassen. Zudem braucht gute

Pflege genügend Personal. Seit Jahren gibt es Klagen über den

Personalnotstand in Pflegeheimen.»

 

An diesem Mittwoch gibt es im Gesundheitsausschuss des

Bundestages eine Anhörung zum Thema «Pflegepersonalmangel in den

Krankenhäusern und in der Altenpflege».