Agenturmeldungen

Pflegebeauftragter will Start in die häusliche Pflege erleichtern

23.09.2018

Düsseldorf (dpa) - Der Pflegebeauftragte der Bundesregierung, Andreas
Westerfellhaus, hat sich dafür ausgesprochen, Familien mit neuen
Pflegefällen stärker zu unterstützen. «Die Angehörigen sind in dieser
Situation fast immer hilflos, egal ob Akademiker oder nicht. Zumal
Pflegebedürftigkeit meistens plötzlich eintritt», sagte
Westerfellhaus der «Rheinischen Post» (Samstag). Dann seien viele
Menschen überfordert mit der Situation, eine Einrichtung zu finden
oder den Pflegebedürftigen im häuslichen Bereich zu versorgen. «Den
Angehörigen und den Pflegebedürftigen könnte man helfen, indem sie in
der Startphase der Versorgung zu Hause eine strukturierte Hilfe
bekämen, eine Fachkraft - ähnlich wie junge Eltern sie rund um die
Geburt eines Kindes durch eine Hebamme erhalten.»

Westerfellhaus wählte dafür den Begriff «Pflege-Hebamme». Diese
Fachkraft könne in den ersten Tagen intensiv die Angehörigen von
Pflegebedürftigen zu Hause begleiten - beispielsweise einen Blick
darauf haben, wie es mit Verbänden, Lagerung, professionellen
Entlastungsangeboten und sonstiger Versorgung funktioniere. Er
verwies demnach darauf, dass es zuletzt pro Jahr rund 900 000 neue
Fälle von Pflegebedürftigkeit gegeben habe.

Westerfellhaus rief die Vertreter der Pflegeberufe zudem auf, sich
besser zu organisieren. «Ähnlich wie die Ärzteschaft sollten sich die
Pflegeberufe in Kammern organisieren, in Landes- und in einer
Bundeskammer.» Nur dann könne sich die Profession Pflege gut
organisieren, eine klare, deutliche Sprache sprechen und ihre
Interessen effektiv vertreten.