Agenturmeldungen

Pflegerat: In der Pflege wird immer noch zu wenig bezahlt

20.03.2017

Berlin (dpa) - Die Löhne in der Pflege hinken nach Angaben des
Deutschen Pflegerates immer noch weit hinter anderen Branchen her.
«Damit nicht genug haben wir in Deutschland ein deutliches
Lohngefälle in der Pflege selbst», sagte der Präsident der
Pflegerates, Andreas Westerfellhaus der Deutschen Presse-Agentur. Es
gebe Lohnunterschiede zwischen der Kranken- und Altenpflege «von 30
Prozent in ostdeutschen und rund 18 Prozent in westdeutschen
Bundesländern. Vom Ziel eines gleichen Lohns für die gleiche Arbeit
sind wir daher weit entfernt.»

Dabei seien gute Bezahlung und attraktive Arbeitsbedingungen überaus
wichtig, um den drohenden Pflegenotstand zu vermeiden. Angesichts
niedriger Geburtenziffern und steigenden Bedarfs an Pflegepersonal
komme auf Deutschland ein großes Problem zu, sagte der
Pflegerat-Präsident. Das Statistische Bundesamt gehe schon in den
nächsten acht Jahren von einem Bedarf von 135 000 bis 214 000
Vollzeitkräften aus.

Trotz des vor einem guten Jahr in Kraft getretenen
Krankenhausstrukturgesetzes, das einen Ausbau der Pflege am Bett
vorsieht, bestehe nach wie vor ein Nachholbedarf von rund 50 000
Mitarbeitern in der Krankenhauspflege. Ein erster Schritt für mehr
Personal sei die geplante Bündelung der Fördermittel, sagte
Westerfellhaus. Künftig stünden jährlich 830 Millionen Euro für
zusätzliche Pflegestellen in den Krankenhäusern zur Verfügung.

In der kommenden Woche (23. bis 25. März) findet der Deutsche
Pflegetag in Berlin statt. Es ist die zentrale Branchenveranstaltung
rund um das Thema Pflege. Westerfellhaus bekräftigte: «Die Pflege ist
und bleibt ein Frauenberuf. Über 80 Prozent aller in der Pflege
Beschäftigten sind Frauen und sie leisten enorm viel, bei einer
steigenden körperlichen und psychischen Belastung.»