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Pro Generika: Preisdruck kann zu Arzneimittelengpässen führen

24.03.2015

Berlin (dpa) - Der Preisdruck ist nach Darstellung des Pharma-Verbandes Pro Generika eine wesentliche Ursache für Lieferengpässe bei Arzneimitteln. Verbandschef Wolfgang Späth kritisierte am Dienstag in Berlin, die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) setze bei der Arzneimittelversorgung immer mehr auf Nachahmerprodukte (Generika), wolle dafür aber immer weniger Geld aufwenden.

Dies führe dazu, dass sich Hersteller aus bestimmten Wirkstoffmärkten zurückziehen müssten, beklagte Späth. Zudem werde in Deutschland durch die Rabattverträge die Planbarkeit einer bedarfsgerechten Produktion erschwert. «Wer beim Einkaufsverhalten vorrangig auf Tiefstpreise setzt, nimmt damit auch ein höheres Risiko für Engpässe in Kauf.»

Späth bezog sich bei seinen Aussagen auf eine Studie des Instituts IMS-Health, das die Maßnahmen mehrerer Industrieländer bei Arzneimittelengpässen verglich. Die Analyse zeige, dass sich die Maßnahmen stark ähnelten. Es sei aber in keinem Land - darunter die USA, die Niederlande oder Kanada - gelungen, Arzneimittelengpässe komplett zu vermeiden. Letztlich komme es bei solchen Engpässen auf das Zusammenwirken der verschiedenen Akteure an - Unternehmen, Ärzte, Apotheker, Großhändler, Kliniken.