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SPD-Landesminister: Kliniken sollen Kurzzeit-Pflege anbieten dürfen

24.11.2019

 

Schwerin (dpa) - Die Bedingungen für die Kurzzeit-Pflege sollten nach
Ansicht von Sozialministern besser werden. «In jedem Bundesland gibt
es das Problem, dass einer hohen Nachfrage regelmäßig ein zu geringes
Angebot an Kurzzeit-Pflegeplätzen gegenübersteht», sagte
Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchefin Stefanie Drese (SPD) der
Deutschen Presse-Agentur in Schwerin. Gemeinsam mit Niedersachsen
will sie einen Lösungsvorschlag bei der Arbeits- und
Sozialministerkonferenz am Mittwoch und Donnerstag in Rostock
unterbreiten.

Das Problem sei die Wirtschaftlichkeit, erklärte Drese. Ein
Kurzzeit-Pflegeplatz werde oft von jetzt auf gleich gebraucht. Die
Patienten blieben aber nur für kurze Zeit - das Gesetz sieht maximal
acht Wochen vor. Es müsse deshalb so viel Personal und Ausstattung
vorgehalten werden, dass sich unter den bisherigen Rahmenbedingungen
Kurzzeit-Pflege häufig nicht lohne. «Wir wollen, dass das Betreiben
von Einrichtungen deutlich attraktiver wird», sagte Drese, die
derzeit Vorsitzende der Arbeits- und Sozialministerkonferenz ist.

Die Antragsteller schlagen eine höhere Vergütung der Kurzzeit- und
Verhinderungspflege vor. Außerdem sollte es auch Krankenhäusern
erlaubt werden, Kurzzeit-Pflege anzubieten. Pflegeheime wiederum
sollten verpflichtet werden, einen bestimmten Anteil Betten für die
Kurzzeit-Pflege freizuhalten. Die höheren Aufwendungen und die
Einnahmeausfälle, wenn Plätze nicht genutzt werden, müssten von den
Pflegekassen bezahlt werden, sagte Drese.

Laut Statistischem Bundesamt leben in Deutschland mehr als drei
Millionen Pflegebedürftige. Gut drei Viertel von ihnen werden zu
Hause versorgt - entweder von Angehörigen allein oder mit Hilfe
ambulanter Pflegedienste.