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Stiftung für Hilfe nach Leid in Psychiatrie 2017 geplant

09.09.2016

Erfurt (dpa) - Ein neuer Hilfsfonds für Menschen, die als Kinder und Jugendliche in Behindertenheimen oder Psychiatrien Leid erlitten haben, soll 2017 kommen. Die «Stiftung Anerkennung und Hilfe», welche die Gelder an die Betroffenen ausbezahlen wird, solle Anfang nächsten Jahres gegründet werden, sagte Thüringens Sozialministerin Heike Werner (Linke) der Deutschen Presse-Agentur. Geplant sei, dass die Länder bis zum 1. April 2017 Anlauf- und Beratungsstellen errichten.

Noch zu klärende finanztechnische Details dürften jetzt nicht zu einer weiteren Verzögerung der Auszahlung von Hilfen führen, mahnte Werner die Landesfinanzminister.

Nach einer Schätzung sind bundesweit rund 97 000 Männer und Frauen betroffen, die Leid und Unrecht in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie in Westdeutschland oder der DDR erfahren haben. Viele waren Opfer von körperlicher, oft auch sexueller Gewalt. Häufig mussten sie in den Heimen ohne Bezahlung arbeiten. Sie sollen eine einmalige Pauschale von 9000 Euro erhalten.

Als Ausgleich für entgangene Rentenansprüche werden für diejenigen, die in den Einrichtungen arbeiten mussten, zusätzlich bis zu 5000 Euro gewährt. Die Stiftung soll den Angaben zufolge über rund 288 Millionen Euro verfügen. Das Geld kommt von Bund, Ländern und Kirchen.