Agenturmeldungen

Studie: Kliniken ging es 2017 wirtschaftlich schlechter als zuvor

22.05.2019

Berlin (dpa) - Deutschlands Krankenhäusern ist es einer Studie
zufolge zuletzt wirtschaftlich wieder schlechter gegangen. Im Jahr
2017 hätten zwölf Prozent der Kliniken mit einer erhöhten
Insolvenzgefahr zu kämpfen gehabt, nachdem dies im Jahr zuvor
lediglich auf sieben Prozent der Krankenhäuser zugetroffen sei, hieß
es im «Krankenhaus Rating Report» des Wirtschaftsinstituts RWI Essen,
der am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Demnach verbuchten 28
Prozent der Krankenhäuser im Jahr 2017 einen Verlust - 2016 hätten
nur 13 Prozent der Kliniken rote Zahlen geschrieben.

Datengrundlage seien die Jahresabschlüsse von insgesamt 877
Krankenhäusern mit einem Marktanteil von 70 Prozent, hieß es. Auf
Grundlage der Zahlen errechneten die Forscher die Insolvenzgefahr und
orientierten sich dabei nach eigenen Angaben an den Verfahren, nach
denen Banken das Ausfallrisiko von Krediten berechnen.

Als Gründe werden unter anderem der Rückgang der stationären
Fallzahlen und ein Mangel an Fachkräften genannt. Als problematisch
gelten ferner die vielerorts ungünstigen Strukturen wie eine hohe
Standortdichte und fehlende Spezialisierung. Den Osten Deutschlands
sehen die Forscher dabei besser aufgestellt als die Problemregionen
Niedersachsen/Bremen, Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.

Mitautor Sebastian Krolop mahnt deshalb ein grundlegendes Umdenken
an: «Die Reformen der Vergangenheit waren rein symptomatisch und
haben keine moderne und nachhaltige Krankenhausstruktur entstehen
lassen.»