Agenturmeldungen

Studie: Suizid mit ärztlicher Hilfe ist selten

01.12.2014

Bochum (dpa) - Einer aktuellen Ärztebefragung zufolge ist Selbsttötung mit ärztlicher Hilfe der Ausnahmefall. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Medizinische Ethik der Ruhr-Universität Bochum.

Nur ein Fall von ärztlich assistiertem Suizid ist den Studienleitern bei der Befragung von 734 Medizinern genannt worden. Bei dieser Form der Sterbehilfe unterstützt der Arzt, der Patient vollzieht jedoch die letzte Handlung. Die Bundesärztekammer lehnt ärztliche Hilfe zur Selbsttötung ab. In ihren Grundsätzen dazu heißt es: «Die Mitwirkung des Arztes bei der Selbsttötung ist keine ärztliche Aufgabe.»

In der Diskussion um ein Verbot des assistierten Suizids ist die Ärzteschaft aber gespalten: Ein generelles Verbot, wie es von der Bundesärztekammer diskutiert wird, lehnen 34 Prozent der 734 Mediziner ab. Jeder Vierte befürwortet es, die meisten - 41 Prozent - sind unentschieden. «Dieser Wertepluralismus kann nicht durch Mehrheitsentscheidungen geregelt werden», heißt es in einer Mitteilung des Instituts.

Auch bei der Frage, ob sie im Zweifelsfall beim Sterben helfen würden, wenn ein Patient dies verlangt, ist die Meinung geteilt: 40 Prozent der befragten Ärzte gaben an, dass sie sich dies unter bestimmten Bedingungen vorstellen könnten. Für 42 Prozent der Befragten ist das jedoch nicht vorstellbar.