Agenturmeldungen

Tarifverhandlungen für Klinikärzte vertagt - Warnstreiks möglich

04.05.2019

Berlin (dpa) - Im Tarifstreit für rund 55 000 Ärzte an kommunalen
Kliniken gibt es weiter keine Einigung. Nun sind erneut Warnstreiks
möglich. Die Verhandlungen seien am frühen Samstagmorgen nach
dreitägigen Gesprächen zwischen der Ärztegewerkschaft Marburger Bund
und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände vertagt
worden, teilten beide Seiten mit. Ein Marburger-Bund-Sprecher sagte,
weitere Warnstreiks seien nun «nicht unwahrscheinlich». Darüber werde
Anfang der Woche entschieden. Die Tarifverhandlungen sollen am 21.
Mai in Berlin fortgesetzt werden.

Der Verhandlungsführer der Ärzte, Rolf Lübke, erklärte, zwar sei in
einigen Punkten eine Annäherung erreicht worden. Es gebe aber noch
offene Fragen. Das gelte vor allem für die vom Marburger Bund
geforderten zwei arbeitsfreien Wochenenden im Monat und die maximale
Höchstbelastung mit Bereitschaftsdiensten. Die Gewerkschaft hatte
daneben fünf Prozent mehr Geld gefordert.

«Unsere Mitglieder haben bei den Warnstreiks in den vergangenen drei
Wochen deutlich gemacht, welche Verbesserungen sie erwarten.
Vielleicht bedarf es zusätzlicher Aktionen, um den kommunalen
Arbeitgebern den Ernst der Lage noch einmal vor Augen zu führen», so
Lübke. Die Urabstimmung über einen unbefristeten Ausstand sei nicht
vom Tisch.

Die Arbeitgeber nahmen für sich in Anspruch, «in schwierigen und
detaillierten Verhandlungen sehr kompromissbereit» gewesen zu sein.
«Eine Einigung war greifbar nah», sagte ihr Verhandlungsführer Dirk
Tenzer. Die verbliebenen Punkte sollten in der nächsten
Verhandlungsrunde gelöst werden können.