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Umfrage: Nur jeder Fünfte traut sich überlebensnotwendige Hilfe zu

14.09.2017

Hamburg (dpa) - Nur jeder fünfte Deutsche traut sich nach einer neuen

Umfrage überlebensnotwendige Maßnahmen bei Unfallopfern zu. 22

Prozent würden einen Verletzten bei Atemstillstand beatmen, 21

Prozent eine starke Blutung stillen und 19 Prozent eine

Herzdruckmassage machen, wie eine repräsentative Online-Befragung des

Instituts Toluna im Auftrag der Asklepios-Kliniken ergab.

Zwar glauben zwei Drittel der Befragten, dass sie im Notfall Erste

Hilfe leisten könnten, allerdings würden sich die meisten auf

organisatorische und psychologische Unterstützung beschränken. Sie

würden den Rettungsdienst alarmieren oder Umstehende um Hilfe bitten

und mit dem Verletzten zur Beruhigung zu sprechen.

Wie die Umfrage weiter ergab, schätzen nur knapp ein Viertel (23

Prozent) der Befragten ihre Erste-Hilfe-Kenntnisse als gut oder sehr

gut ein. Dabei gaben 90 Prozent an, sie hätten einen Erste-Hilfe-Kurs

absolviert. Die Unsicherheit zeigt sich auch im Umgang mit den an

vielen Orten verfügbaren Defibrillatoren. Nur etwa die Hälfte der

Befragten würde sich zutrauen, dieses Gerät zur Überwindung eines

Herzstillstandes einzusetzen.

«Das Interesse am Thema und die grundsätzliche Bereitschaft zu helfen

sind groß, aber das Wissen lückenhaft, und vor lebensrettenden

Maßnahmen scheuen viele aus Angst, etwas falsch zu machen, leider

zurück», erklärte der leitende Kardiologe der Hamburger

Asklepios-Klinik St. Georg, Prof. Alexander Ghanem.

Die Asklepios-Kliniken veröffentlichten die Umfrage zur Woche der

Wiederbelebung. Die Kampagne vom 18. bis zum 24. September ist eine

Initiative des Bundesverbandes der Anästhesisten und steht unter der

Schirmherrschaft des Bundesgesundheitsministeriums.