Agenturmeldungen

Verbände warnen vor Apothekensterben

22.08.2017

Medikamente, etwa gegen Kopfschmerzen oder Übelkeit, sind für die
meisten Menschen schnell erreichbar: Bei der Apotheke um die Ecke.
Doch Apothekerverbände sehen die gute Versorgungslage in Gefahr.

Berlin (dpa) - In Deutschland gibt es immer weniger Apotheken. Seit
Jahresende 2016 ist die Zahl der Apotheken um 143 auf 19 880
Apotheken gesunken, wie die Abda Bundesvereinigung Deutscher
Apothekerverbände am Montag mitteilte. Damit sei der niedrigste Stand
seit 1988 erreicht.

Die gesetzlichen Krankenkassen sehen jedoch keinen Grund zur Panik.
«Hier lohnt es sich, die Sicht des Verbrauchers einzunehmen, denn der
beklagte Rückgang liegt unter einem Prozent», sagte Ann Marini,
stellvertretende Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbandes der
gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen, der Deutschen Presse-Agentur
dpa. Gerade in Ballungsgebieten gebe es nach wie vor ausreichend
viele Apotheken.

Vor allem immer mehr selbstständige Apothekeninhaber geben laut der
Bundesvereinigung auf. Als einen Grund für den Rückgang sehen die
Verbände die steigende Konkurrenz durch ausländische Versandhändler.
Nach einem Entscheid des Europäischen Gerichtshofs im Oktober 2016
müssen sich die Händler nicht an die in Deutschland geltenden
einheitlichen Preise für rezeptpflichtigen Medikamente halten.

Nach Meinung der Krankenkassen ist der Versandhandel jedoch gerade in
wirtschaftlich schwachen Gebieten eine wichtige Alternative für
Verbraucher. Laut GKV-Spitzenverband sollten alle sicheren
Vertriebswege genutzt werden - ob Versandhandel, Pick-up-Stellen oder
die traditionelle Apotheke an der Ecke.