Agenturmeldungen

Viele Beschäftigte fürchten Jobvernichtung durch Digitalisierung

28.11.2017

Berlin (dpa) - Viele Arbeitnehmer in Deutschland fürchten eine

Vernichtung von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung. Der Anteil

derer, die einen Wegfall von Arbeitsplätzen befürchten, ist mit 38

Prozent mehr als doppelt so hoch wie der Beschäftigten, die

Digitalisierung eher als Jobmotor sehen. Das geht aus dem am Dienstag

in Berlin vorgelegten BKK Gesundheitsreport hervor. Der größte Anteil

der Befragten (45 Prozent) geht allerdings davon aus, dass sich der

Wegfall und der Zuwachs von Arbeitsplätzen bei der Digitalisierung

die Waage halten werden.

Mehr als zwei Fünftel der Beschäftigten erledigen nach eigenen

Angaben durch die Digitalisierung Aufgaben schneller sowie mehrere

Aufgaben gleichzeitig. Mehr als jeder Fünfte gibt an, sich durch die

Digitalisierung überlastet beziehungsweise ausgebrannt zu fühlen. 29

Prozent erledigen auch in ihrer Freizeit Arbeit.

Bezüglich der psychischen Gesundheit sehen 28 Prozent der Befragten

eine stärkere Belastung durch die Digitalisierung. Nur einer von zehn

Befragten fühlt sich dagegen eher weniger belastet. Die Mehrheit

sieht sich durch die Auswirkungen der Digitalisierung ihrer Arbeit

nicht mehr oder weniger gesundheitlich beeinträchtigt.

Für mehr als jeden zweiten Beschäftigten ist die Digitalisierung

fester Bestandteil der Arbeit, für weitere 38,5 Prozent spielen

entsprechende Werkzeuge zumindest zeitweise eine wichtige Rolle.

Beim Krankenstand setzt sich ein langjähriger Trend fort: der Anstieg

der Fehltage wegen psychischer Leiden. Sie machten im vergangenen

Jahr einen Anteil von 16 Prozent aus, im Vergleich zu 10 Prozent zehn

Jahre zuvor. Die Betriebskrankenkassen machten die zunehmende

Verdichtung der Arbeit und die rasant fortschreitende Digitalisierung

der Arbeitswelt mit dafür verantwortlich. Auf der anderen Seite

würden körperliche Belastungen durch zunehmende Technisierung und

Digitalisierung reduziert.

Insgesamt fielen die Beschäftigten 2016 17,4 Tage krankheitsbedingt

aus. Rund die Hälfte aller Krankentage entfallen auf Muskel- und

Skeletterkrankungen wie Rückenleiden, Erkrankungen des Atmungssystems

und psychische Störungen.

Angesichts der Digitalisierung auch im Gesundheitswesen ist es für 79

Prozent der Befragten wichtig, selbst bestimmen zu können, welche

anderen Personen oder Institutionen ihre Gesundheitsdaten einsehen

können. 82 Prozent finden es ebenso wichtig, dass ihre persönlichen

Gesundheitsdaten vor Missbrauch geschützt werden.

Viele sind dabei vor allem bereit, Angebote zu nutzen, die Formales

vereinfachen. Dazu zählen das digitale Übermitteln von Meldungen an

die Krankenkasse (58 Prozent), Erinnerungsfunktionen für Vorsorge und

Impfungen (43 Prozent) und Datenverwaltung in einer elektronischen

Gesundheitsakte (42 Prozent).