Agenturmeldungen

Viral unterwegs - Grippewelle rollt mit neuem Spitzenwert

22.02.2018

In Bayern hat eine Kirchengemeinde sogar das Weihwasserbecken
geleert, um Ansteckungen mit Grippeviren zu vermeiden. Nützen dürfte
das nicht viel. Die Influenza hat Hochsaison.

Berlin (dpa) - Die Grippewelle in Deutschland hat einen neuen
Höhepunkt erreicht. In der dritten Februarwoche registrierte das
Robert Koch-Institut rund 24 000 Grippefälle. Der Schwerpunkt liegt
im Moment im Süden und Osten des Landes. In der Woche davor waren es
bundesweit rund 18 700 Fälle. Insgesamt sind in dieser Grippesaison
rund 82 000 Menschen nachweislich an Grippe erkrankt, teilte die
Arbeitsgemeinschaft Influenza mit. Die Dunkelziffer liegt in der
Regel deutlich höher, weil nicht von jedem Patient Erregerproben
analysiert werden.  

136 starben nachweislich nach einer Influenza-Infektion. Es waren
vorwiegend Menschen im Seniorenalter, die oft Vorerkrankungen hatten.
Die wirkliche Zahl der Todesfälle könne ebenfalls höher liegen,
erläuterte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. Bei einer bakteriellen
Lungenentzündung als Todesursache ließen sich Grippe-Erreger als
Ursache zum Beispiel oft nicht mehr nachweisen.

Vorwiegend kursieren weiterhin Grippeviren des Typs B. Anfängliche
Zweifel an der Wirksamkeit des Dreifach-Impfstoffs, den die
Krankenkassen bezahlen, haben sich laut RKI nicht bestätigt. «Die
Wirksamkeit des Impfstoffs liegt im Moment bei 46 Prozent», sagte
Glasmacher. Das sei bei der üblichen Schwankungsbreite zwischen 20
und 60 Prozent Wirksamkeit bei Grippe gar nicht schlecht. Der
Impfstoff kann nicht zu hundert Prozent treffen. Ein Grund dafür ist,
dass er vor Beginn der Grippesaison auf der Basis von
Wahrscheinlichkeiten zusammengestellt wird. 

Wie stark die Grippewelle im Vergleich zu anderen Jahren ausfällt,
kann das RKI in der laufenden Saison noch nicht bewerten. Die Zahl
der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen liege im Moment
deutlich höher, sagte Glasmacher. «Aber das allein ist noch nicht
außergewöhnlich», ergänzte sie. Es sei immer noch sinnvoll, sich
jetzt gegen Grippe impfen zu lassen. «Der Aufbau des Schutzes dauert
zwei Wochen. Und dann ist die Grippewelle noch nicht vorbei.»