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«Welt»: Streit über Kinderwunschbehandlungen für Unverheiratete

21.05.2015

Berlin (dpa) - Bei einer künstlichen Befruchtung sollen nach dem Willen von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig auch unverheiratete Paare finanziell unterstützt werden. Beim Koalitionspartner Union stößt die SPD-Politikerin mit dem Vorhaben, eine entsprechende Richtlinie zu verändern, auf Widerstand.

«Ich finde es ungerecht, dass Paare, die sich Kinder wünschen, für eine notwendige medizinische Behandlung selbst bezahlen müssen», sagte Schwesig der «Welt» (Donnerstag). Deshalb wolle sie staatliche Fördermöglichkeiten auch für unverheiratete Paare öffnen.

Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion sieht den gesetzlichen Anspruch dagegen zu Recht auf miteinander verheiratete Paare begrenzt. Aus dem Blickwinkel des Kindes sei es am besten, in einer möglichst stabilen Beziehung aufzuwachsen, argumentierte ihr familienpolitischer Sprecher Marcus Weinberg in der Zeitung, Mögliche Änderungen der Förderrichtlinie sollten in der Regierungskoalition gemeinsam beraten werden.

Die Krankenkassen übernehmen bei verheirateten Paaren die Hälfte der Kosten für die ersten drei Versuche einer künstlichen Befruchtung. Darüber hinaus können Eltern in einigen Ländern staatliche Unterstützung beantragen. Diese Hilfen will Schwesig nun auch Unverheirateten öffnen.