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Betriebskrankenkassen begrüßen Ergebnisse der Koalitionsverhandlungen, Chancen für die Pflege und bessere Vernetzung

07.02.2018 Pressemitteilung

Das heute erzielte Ergebnis der Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD kann für die Versicherten der Betriebskrankenkassen an vielen Punkten eine bessere Versorgung bringen. Vor allem die Vereinbarungen zur Pflege würdigt Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes uneingeschränkt. Die neu aufgelegte „Konzertierte Aktion Pflege“, die auf eine bessere Gesundheitsversorge und Gesunderhaltung von Beschäftigten in der Pflegebranche zielt, müsse den hohen körperlichen und psychischen Belastungen des Pflegepersonals gerecht werden. „Für eine nachhaltige Entlastung der Beschäftigten sollte die Politik die betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) noch stärker in den Fokus rücken und im Bewusstsein der Arbeitgeber der Pflegeexperten verankern. Perspektivisch ist eine verpflichtende Regelung für diese Arbeitgeber zur Vermeidung von Gesundheitsgefahren für Pfleger denkbar“, schlägt Knieps vor.

Positiv zu bewerten seien auch die Vereinbarungen zur Förderung sektorenübergreifender Versorgung, insbesondere eine konsequente Ausrichtung der Behandlungsverläufe am medizinisch-pflegerischen Bedarf sowie die Überwindung der Schranken der derzeitigen Honorierungs- und Planungssysteme. „Nur mit Kooperationsmodellen unter Beteiligung aller Gesundheitsberufe können Qualitätssicherung und eine innovative Telematik–Infrastruktur hierzulande funktionieren.“ Knieps weiter:

„Dass die Koalitionäre die erfolgreichen Modelle der Innovationsfondsprojekte fortsetzen, ist für eine bessere Versorgung hilfreich. Versicherte profitieren erst dann, wenn nach überzeugenden Evaluationsergebnissen die Regelversorgung damit verbessert wird.“

„Damit die Versorgung für BKK-Versicherte perspektivisch auch finanziell nachhaltig gesichert bleibt, begrüßen wir insbesondere, dass die Unterhändler die dringend notwendige Reform des Risikostrukturausgleichs (RSA) unter den gesetzlichen Krankenkassen auf die Agenda genommen haben“, resümiert Franz Knieps. Der RSA müsse – wie im Koalitionsvertrag vorgesehen - auf faire Wettbewerbsbedingungen zielen und gegen Manipulationen besser gesichert werden.

Zugleich appelliert er an die Politik, diesen Reformteil nicht auf die lange Bank zu schieben und den Ausgleich zügig weiterzuentwickeln. Ungeachtet von noch ausstehenden Gutachten müsse schnell eine Übergangslösung gefunden werden, sagt Knieps.