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Pressemitteilung zum „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10.05.2018

09.05.2018 Pressemitteilung

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde

Seit mittlerweile fast 20 Jahren findet jährlich am 10. Mai der von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe ins Leben gerufene Tag gegen den Schlaganfall statt. Schlaganfälle – darunter fasst man die in der Regel „schlagartig“ eintretende Mangeldurchblutung des Gehirns zusammen – sind nicht selten und die Folgen oftmals fatal: Entsprechend der vom Robert Koch Institut für das Jahr 2013 berichteten Zahlen ereignen sich pro Jahr mehr als 290.000 Schlaganfälle in Deutschland. Für die Betroffenen beginnt in einem solchen Fall ein Wettlauf gegen die Zeit, da infolge der Durchblutungsstörung das Gehirngewebe abzusterben beginnt. Eine schnellstmögliche Behandlung ist daher überlebenswichtig und mindert die Wahrscheinlichkeit für bleibende Behinderungen.

Fast jeder vierte Schlaganfall-Betroffene ist jünger als 65 Jahre

Laut der aktuellen Krankenhausstatistik des BKK Dachverbandes waren im Jahr 2016 durchschnittlich 3,2 Schlaganfälle pro 1000 Versicherten in Akutbehandlung zu verzeichnen. Etwa 80 Prozent der Fälle gehen auf eine „Blutgefäßverstopfung“ zurück, den sogenannten Hirninfarkt. Davon unterschieden werden Schlaganfälle, die durch Blutungen im Gehirn verursacht werden. Bei Letzteren dauert die Akutbehandlung länger, so beträgt etwa bei der sogenannten „Hirnhautblutung“ (Subarachnoidalblutung) die Liegedauer rund drei Wochen, während diese für alle Schlaganfallvarianten im Schnitt „nur“ zwei Wochen beträgt.

Mit höherem Alter steigt im Durchschnitt auch die Zahl der Schlaganfälle bei den Versicherten. Am häufigsten treten diese bei den über 80-Jährigen auf, hier sind es im Schnitt sogar rund 24 Krankenhausfälle je 1000 Versicherte (Abb. 1). Allerdings ist auch fast ein Viertel der Betroffenen im regulären Erwerbstätigenalter. Dementsprechend ist auch in der Arbeitswelt das Thema Schlaganfall durchaus relevant, schlägt es sich doch auch in langen Ausfallzeiten durch Arbeitsunfähigkeit (AU) nieder. So waren unter allen Beschäftigten im Jahr 2016 je 1000 Beschäftigte insgesamt 106 AU-Tage zu verzeichnen, bei den über 50-Jährigen waren es sogar 230 AU-Tage je 1000 Beschäftigte. Dabei wird auch erkennbar, wie langwierig die Behandlung nach einem Schlaganfall ist: Die durchschnittliche Abwesenheit vom Arbeitsplatz beträgt bei den Beschäftigten pro Schlaganfall fast zehn Wochen. Oftmals schließen sich an die Akutversorgung weitere Behandlungen an, beispielsweise eine Rehabilitation. Eine Rückkehr zur Arbeit ist dabei von der Schwere der Beeinträchtigung abhängig.

Bluthochdruck erhöht deutlich das Risiko von Schlaganfällen

Bluthochdruck ist der bei weitem größte Risikofaktor für einen Schlaganfall. Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck verursacht Schäden an den Blutgefäß-Wänden und fördert die Entstehung beziehungsweise das Fortschreiten von Arteriosklerose.

Bluthochdruck ist weit verbreitet. So zeigen die BKK-Statistiken aus der ambulanten Versorgung, dass mehr als 70 Prozent der Versicherten älter als 64 Jahre davon betroffen sind – die mit Abstand häufigste Diagnose bei dieser Altersgruppe. Aber auch schon ab 50 Jahren steigt die Zahl derjenigen, die sich deshalb behandeln lassen, deutlich an. Bei den 50- bis 55-Jährigen ist schon fast jeder Dritte von Bluthochdruck betroffen.

Prävention durch gesündere Lebensweise

Auch wenn für manche das Stichwort „Lebensstil“ banal klingt: Bluthochdruck, aber auch weitere Risikofaktoren für Schlaganfälle wie Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte lassen sich durch regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung positiv beeinflussen. Außerdem ist bekannt, dass das Schlaganfallrisiko mit dem Rauchen sowie hohem Alkoholkonsum zusammenhängt. Beides schädigt unter anderem die Gefäße und kann zudem den Fettstoffwechsel negativ beeinflussen. Das eigene Schlaganfallrisiko kann man also auch schon durch einfache Maßnahmen mindern – man muss nur aktiv werden.