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Vorsorgemuffel Männer? Persönliche Ansprache hilft: Jeder Zweite beim Aktionsbündnis gegen Darmkrebs dabei

22.10.2013 Pressemitteilung

Mit gezielter Ansprache und einem persönlichen Einladungsschreiben an ihre Kunden haben es die Betriebskrankenkassen als erste Kassenart geschafft, die Teilnahmeraten bei der Darmkrebsfrüherkennung deutlich zu steigern. Im „Geburtstagsmonat“ wurden die Versicherten bundesweit angeschrieben und dabei zur Darmkrebsvorsorge motiviert und aufgerufen.

Das Ergebnis: Mehr als jeder zweite Testteilnehmer (52 Prozent) war ein Mann. Gerade Vertreter des „starken Geschlechts“ gelten als „Vorsorge­muffel“, die sich bislang der Darmkrebs­­vorsorge­­untersuchung eher entzogen haben. Die Beteiligung der Männer bei der Darmkrebsvorsorge­untersuchung liegt normalerweise nur bei rund 16 Prozent. Die detaillierten Ergebnisse des Aktionsbündnisses gegen Darmkrebs werden heute in einem Symposium in Berlin vorgestellt. Bei der Auswertung der immunologischen Stuhltests wurden fünf Prozent vom Befund her positiv ermittelt. Das heißt konkret: Rund 2.000 Personen konnten damit eine weitere Abklärung und somit eine mögliche Entdeckung eines Tumors im Frühstadium empfohlen werden. Und bei all diesen Fällen gilt nach wie vor: Darmkrebs ist heilbar, wenn er rechtzeitig erkannt wird.

Das Aktionsbündnis gegen Darmkrebs

Ziel des seit mehr als einem Jahr laufenden Aktionsbündnisses gegen Darmkrebs – eine Initiative des BKK Bundesverbandes, des BKK Dach­verbandes, des BKK Landesverband NORDWEST, der Felix Burda Stiftung und 58 Betriebs­kranken­kassen – ist es, die Zahl der Darmkrebs­erkrankungen und Darmkrebstoten in Deutschland deutlich zu reduzieren. Jährlich sterben derzeit rund 27.000 Menschen daran und die Rate der Neuerkrankungen liegt bei 70.000. Die Betriebskrankenkassen streben an, das Einladungs-verfahren in der Regelversorgung gesetzlich Versicherter zu etablieren, ähnlich wie beim Mammographie-Screening.

  • Die Betriebs­kranken­kassen fordern deshalb von der Gesundheits­politik, solch ein Einladungsverfahren für alle gesetzlich Versicherten in diesem Lande zu etablieren; hierzu gehören auch die Einführung des immunologischen Tests ab 50 Jahren in die Krebsrichtlinien und damit die Abschaffung des alten Papierstreifentests sowie
  • die Unterbreitung eines Alternativangebots für die Koloskopie-Verweigerer, den immunologischen Test.

Koloskopie-Verweigerer erhalten Alternative

Einzigartig bei diesem Aktionsbündnis ist, dass den 55-jährigen Versicherten im Einladungsschreiben alternativ ein kostenloser Stuhltest angeboten wird, falls er sich nicht zur Darmspiegelung entschließen kann. Derzeit nutzen bundesweit gerade einmal drei Prozent der Berechtigten die Darmspiegelung, Tendenz: rückläufig!Den kostenlosen immunologischen Stuhltest beim Aktionsbündnis erhält darüber hinaus auch die Altersklasse der 50 – 54 Jährigen mit schriftlicher Einladung.Der neue Test entspricht den Empfehlungen der Europäischen Leitlinien und des Berufsverbandes niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands e.V. Die Nachweisquote bei diesem immunologischen Test liegt mit 90 Prozent (bezogen auf Darmkrebs), mehr als doppelt so hoch wie beim herkömmlichen Papierstreifentest.

Der BKK Dachverband e.V. vertritt politisch und fachlich die Interessen der betrieblichen Krankenversicherungen. Aktuell sind 89 Betriebskrankenkassen mit 9,9 Millionen Versicherten und fünf Landesverbände Mitglieder des Dachverbandes.