Pressemitteilung

Alle 51 Minuten begeht in Deutschland ein Mensch Suizid

10.09.2026 – Anlässlich des Welttages der Suizidprävention fordert der BKK Dachverband verbindlichere und wirkungsvollere Strukturen zur Vorbeugung von Suiziden. Im Jahr 2024 starben in Deutschland 10.372 Menschen durch Suizid. Das bedeutet, dass alle 51 Minuten ein Mensch in Deutschland Suizid begeht. Suizid zählt somit weiterhin zu den bedeutendsten vermeidbaren Todesursachen. Mehr als dreimal so viele Menschen sterben durch Suizid als bei Verkehrsunfällen.

„Hinter jeder einzelnen Zahl steht ein menschliches Schicksal. Das Ziel muss sein, präventiv alles dafür zu tun, dass Suizid nicht als letzter Ausweg erscheint und ergriffen wird. Und auch für die hinterbliebenen Angehörigen, Freund*innen sowie Kolleg*innen bedeutet der vorgenommene Suizid großes Leid. Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass neben den Angehörigen auch mindestens 15 bis 30 Personen aus dem direkten Umfeld sowie zahlreiche weitere Menschen von den Folgen betroffen sind. Wichtig sind daher auch entsprechende Unterstützungsangebote für Hinterbliebene und Bezugspersonen. Suizidprävention ist also nicht nur eine gesundheitspolitische, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. 

Besonders betroffen sind Männer: Sie machen mehr als 70 Prozent aller Suizidfälle aus. Die höchsten Fallzahlen sind bei Männern im Alter zwischen 55 und 64 Jahren sowie bei älteren Menschen zu verzeichnen. Zwar ist die Zahl der Suizide seit den 1980er-Jahren deutlich zurückgegangen, doch in den letzten Jahren ist wieder ein leichter Anstieg zu beobachten.

Der BKK Dachverband unterstützt daher das politische Vorhaben, die nationale Suizidprävention gesetzlich zu stärken. Denn aus Sicht der Betriebskrankenkassen greifen die bisherigen Bemühungen zu kurz. „Wir brauchen endlich verbindlichere und wirkungsvollere Strukturen für die Suizidprävention mit einem deutlich höheren Stellenwert in der Gesundheitspolitik und einer angemessenen Finanzierung. Ob in Betrieben, Schulen, Hochschulen oder Pflegeeinrichtungen: Präventions- und Unterstützungsangebote müssen dort ansetzen, wo wir die Menschen niedrigschwellig in ihrem Alltag erreichen können“, sagt Klemm. Eine vom BKK Dachverband geförderte Studie des Werner-Felber-Instituts zur Suizidprävention in Unternehmen zeigt den großen Bedarf. Demnach haben sich mehr als 80 Prozent der Befragten bereits Sorgen um eine psychisch belastete Person im Kollegenkreis gemacht. Gleichzeitig wünschen sie sich mehr Informationen zum Erkennen von Suizidalität, konkrete Handlungsleitfäden für den Umgang mit psychischen Krisen sowie Hinweise auf externe Hilfsangebote.

„Menschen verbringen einen erheblichen Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz. Deshalb müssen Unternehmen stärker dabei unterstützt werden, psychische Krisen zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Niemand sollte mit der Sorge um einen betroffenen Kollegen oder eine betroffene Kollegin allein gelassen werden”, so Klemm weiter.

Hintergrund
Der Welttag der Suizidprävention wurde 2003 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der International Association for Suicide Prevention (IASP) ins Leben gerufen und findet jährlich am 10. September statt. Weitere Informationen bietet das Nationale Suizidpräventionsprogramm unter: www.welttag-suizidpraevention.de.

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Kontakt

Thorsten Greb
Pressesprecher