21.09.2026 – Es sind Zahlen, die alle angehen! 1,8 Millionen Menschen in Deutschland sind von Demenz betrof-fen, wobei Alzheimer mit 60 bis 70 Prozent den größten Anteil ausmacht.
Irgendwo in Deutschland vergisst in den nächsten 2 Minuten jemand den Namen eines geliebten Menschen. Weltweit erkrankt ca. alle 5 Sekunden ein Mensch neu an Alzheimer. Das ist eine Zahl, die schwer greifbar ist hinter der sachlichen Statistik, aber ganz konkrete Schicksale beschreibt: Söhne, die ihre Mütter nicht mehr erkennen. Ehepartner, die über Jahrzehnte gemeinsamen Lebens sprechen und plötzlich vergessen, mit wem sie es teilen. Enkelkinder, die lernen müssen, mit einer Großmutter zu leben, die sie jeden Tag fragt, wie ihr Name ist.
„Hinter jeder Alzheimer-Diagnose steht nicht nur ein Mensch, sondern oft eine ganze Familie, die sich neu organisieren muss. Pflegende Angehörige tragen dabei eine enorme Last – psychisch wie körperlich. Wir brauchen mehr niedrigschwellige Beratungs- und Entlastungsangebote, damit diese Familien nicht allein gelassen werden“, betont Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.
Der Welt-Alzheimertag 2026 steht unter dem Motto „Demenz – (k)eine Frage des Alters“ und die Daten des BKK Dachverbandes zeigen eindrücklich, wie eng Alzheimer mit dem Lebensalter verknüpft ist: Ab dem 65. Lebensjahr steigt der Anteil der Versicherten, die wegen Alzheimer ambulant behandelt werden, kontinuierlich an. Am stärksten betroffen ist die Gruppe der über 90-Jährigen mit einem Anteil von 8,2 Prozent. Aber auch wenn das Erkrankungsrisiko mit dem Alter deutlich zunimmt, ist Alzheimer eine Erkrankung, die auch jüngere trifft, denn die Erkrankung betrifft nie nur eine einzelne Person allein. Partnerinnen und Partner, Kinder, Enkelkinder, Nachbarschaft und auch Kolleginnen und Kollegen sind häufig eng eingebunden – Alzheimer betrifft damit Menschen aller Generationen. Gerade pflegende Angehörige sind dabei oft psychisch wie körperlich stark belastet. Beratungsangebote, Selbsthilfegruppen sowie Betreuungs- und Entlastungsleistungen können hier wichtige Unterstützung bieten.
Beim Geschlecht zeigt sich ein Muster bei Demenz: Frauen werden häufiger wegen Alzheimer ambulant behandelt als Männer. In der Gruppe der über 90-Jährigen liegt der Anteil betroffener Frauen mit 9,0 Prozent um mehr als ein Drittel höher als bei Männern (6,7 Prozent).
Betrachtet man die ambulante Behandlung von Alzheimer bei Versicherten ab 55 Jahren im Zeitverlauf, zeigt sich erstaunliche Stabilität: 2016 lag der Anteil der Versicherten mit einer Alzheimer Diagnose bei 1,4 Prozent, 2024 bei 1,2 Prozent. Angesichts des demografischen Wandels ist jedoch davon auszugehen, dass die absolute Zahl der Betroffenen zugenommen hat und weiter zunehmen wird. (siehe Grafik im PDF zum Download)
„Auch wenn der Anteil der Betroffenen im Zeitverlauf stabil erscheint, täuscht das über eine zentrale Tatsache hinweg: Die absolute Zahl der Menschen mit Alzheimer wächst mit dem demografischen Wandel unaufhaltsam weiter – mehr ältere Menschen bedeuten mehr Alzheimer-Diagnosen, selbst bei stabiler Quote. Das ist keine ferne Zukunftsfrage, sondern eine Aufgabe, der sich unser Gesundheitssystem schon heute stellen muss – strukturell, finanziell und gesellschaftlich“, so Anne-Kathrin Klemm weiter.
Auch die stationäre Versorgung spielt eine wichtige Rolle – etwa für umfassende Diagnostik, die Behandlung akuter Krisen oder im Rahmen einer geriatrischen Komplexbehandlung und Vorbeugung von Pflegebedürftigkeit. Im Jahr 2024 kamen bei Versicherten ab 80 Jahren durchschnittlich knapp zwei Behandlungsfälle aufgrund einer Alzheimer-Erkrankung auf 1.000 Versicherte. Diese gingen mit rund 40 Krankenhaustagen einher – im Schnitt also einer Verweildauer von etwa drei Wochen pro Fall. Nach einem pandemiebedingten Rückgang zeigt sich hier im Zeitverlauf wieder ein leichter Anstieg. (siehe Grafik im PDF zum Download)
„Es ist wichtig, dass wir die ambulante wie stationäre Versorgung frühzeitig auf diese Entwicklung einstellen. Wer heute in eine demenzsensible Versorgungsstruktur investiert, verschafft morgen Millionen Betroffenen und ihre Familien mehr Lebensqualität“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.
Weitere Informationen zum Welt-Alzheimertag sowie zu Angeboten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft finden Sie unter www.deutsche-alzheimer.de.

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Torsten Dittkuhn betreut die Social Media-Accounts des BKK Dachverbandes. Darüber hinaus verantwortet er das Social Media- und Online-Monitoring und gehört zum Website-Team, das sich um die Redaktion, Pflege und Weiterentwicklung der Verbands-Webseite kümmert.
Nach seinem Soziologie-Studium arbeitete er als Projektkoordinator im Bereich ÖPNV und für verschiedene Agenturen als Projekt- und Kampagnenmanager für Kunden wie die Hans-Böckler-Stiftung und das BMBF.