07.09.2026 – Der BKK Dachverband hat die „European Declaration on Heat and Health” unterzeichnet. Damit unterstützt der Verband die Forderung zahlreicher Gesundheitsorganisationen, wissenschaftlicher Einrichtungen und Berufsverbände nach mehr Tempo beim Bevölkerungsschutz vor den Gesundheitsfolgen extremer Hitze. In der Erklärung werden unter anderem ein europäischer Hitze-Gesundheitsaktionsplan, klimaresiliente Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie eine stärkere Berücksichtigung von Klimaschutz und Klimaanpassung in der Gesundheitspolitik gefordert.
„Die ‚European Declaration on Heat and Health‘ bestätigt, was wir auch in Deutschland seit Langem fordern. Hitzeschutz, Klimaanpassung, Klimaschutz und Prävention dürfen nicht länger isoliert betrachtet werden. Wenn wir uns nur auf die Bewältigung der Auswirkungen der Klimakrise fokussieren, ohne aber die Ursachen zu bekämpfen, werden wir kläglich scheitern. Das gilt auch für das Gesundheitswesen, das mit seinen enormen Treibhausgasemissionen die Klimakrise anheizt. Der Zug für einseitiges Handeln ist längst abgefahren“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.
Die gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen von extremer Hitze werden immer sichtbarer. Hitzewellen führen zu Tausenden vorzeitigen Todesfällen. Insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen sind davon betroffen. Auch die volkswirtschaftlichen Schäden sind enorm. So verursachte allein die jüngste Hitzewelle von Mitte bis Ende Juni laut Berechnungen von Prognos einen volkswirtschaftlichen Schaden von 6,3 Milliarden Euro.
Der BKK Dachverband sieht die „European Declaration on Heat and Health” als wichtigen Rückenwind für das vor wenigen Wochen veröffentlichte Eckpunktepapier. In diesem Papier fordern die Betriebskrankenkassen gemeinsam mit insgesamt 60 Organisationen eine umfassende nationale Nachhaltigkeitsstrategie für das Gesundheitswesen sowie eine tragfähige Finanzierung und gesetzliche Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen. „Klimaschutz und Nachhaltigkeit dürfen keine Zusatzthemen sein, sondern müssen integraler Bestandteil der anstehenden Strukturreformen im Gesundheitssystem werden”, so Klemm weiter.
Der BKK Dachverband bekräftigt zudem, dass Investitionen in eine klimaresiliente Infrastruktur von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und weiteren Gesundheitseinrichtungen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe darstellen. Die Finanzierung notwendiger Anpassungsmaßnahmen dürfe nicht einseitig zulasten der Beitragszahlenden der gesetzlichen Krankenversicherung gehen.
