Pressemitteilung

Im Klassenzimmer sitzt die nächste erkrankte Generation - Im Klassenzimmer sitzt die nächste erkrankte Generation - Bündnis fordert flächendeckend Schulgesundheitsfachkräfte

01.06.2026 – Die gesundheitliche Situation vieler Kinder und Jugendlicher in Deutschland verschlechtert sich von Tag zu Tag: psychische Belastungen, chronische Erkrankungen, Bewegungsmangel und Übergewicht prägen inzwischen das Bild in vielen Klassenzimmern. Anlässlich des Internationalen Kindertages fordern der BKK Dachverband, die Bundesschüler*innenkonferenz, der Bundeselternrat und der Deutsche Pflegerat die bundesweite Einführung von Schulgesundheitsfachkräften. In dem gemeinsamen Memorandum „Eine starke Gesellschaft braucht gesunde Kinder – endlich Schulgesundheitsfachkräfte bundesweit etablieren!“ fordern sie, Schulgesundheitsfachkräfte bundesweit, flächendeckend, verbindlich und dauerhaft an Schulen zu etablieren.

„Kinder und Jugendliche verbringen viel Zeit in der Schule. Und genau dort brauchen sie Gesundheitsangebote und eine verlässliche Ansprechperson“, erklärt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. „Schulgesundheitsfachkräfte bringen Gesundheitsförderung, Prävention und medizinisch-pflegerische Versorgung an den Lernort Schule. Sie können Kinder und Jugendliche, ihre Familien sowie Lehrkräfte im Alltag deutlich entlasten. Für eine flächendeckende Umsetzung braucht es endlich einen Schulgesundheitspakt von Bund und Ländern. Für eine langfristige Gegenfinanzierung könnte die von der Finanzkommission Gesundheit vorgeschlagene Zuckersteuer genutzt werden“.

Auch aus Sicht der Bundesschüler*innenkonferenz besteht dringender Handlungsbedarf. Generalsekretärin Amy Kirchhoff betont: "Für die mentale und körperliche Gesundheit von Schüler*innen braucht es qualifiziertes und ausreichend unterstützendes Personal. Lehrkräfte müssen bereits im Studium sowie durch verpflichtende Fortbildungen zu Themen wie mentale Gesundheit, Neurodivergenz und Diversität sensibilisiert werden - kommen jedoch bei pflegerisch-medizinischen Problemen an Grenzen. Schulgesundheitsfachkräfte können diese Lücke durch präventive Angebote, medizinisch-pflegerische Versorgung und Beratung schließen. Eingebunden in ein multiprofessionelles Team stärken sie Schulen und entlasten Lehrkräfte, um eine verlässliche und ganzheitliche Unterstützung zu gewährleisten." 

Der Deutsche Pflegerat spricht sich dafür aus, die Kompetenz der professionell Pflegenden verbindlich in den Schulalltag zu integrieren. Jana Luntz, Vize-Präsidentin des Deutschen Pflegerates, erklärt: „Die Kompetenz der Pflege gehört in die Schule. Schulgesundheitsfachpersonen sind Pflegefachpersonen. Sie können Beschwerden einschätzen. Sie leisten Erste Hilfe. Sie begleiten und unterstützen Kinder mit chronischen Erkrankungen. Sie stärken Inklusion. So entsteht Entlastung: für Kinder, Eltern, Lehrkräfte, Arztpraxen und für das Gesundheitssystem. Das ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft unserer Kinder, in bessere Bildung und in Teilhabe.“

Norman Heise, Vorsitzender des Bundeselternrates, ergänzt: Eltern wünschen sich Schulen, in denen Kinder auch gesund aufwachsen. Doch viele Familien erleben, dass Schule Kinder an Belastungsgrenzen bringt – körperlich, psychisch und sozial. Dauerhafter Druck führt zu Überforderung und gesundheitlichen Problemen, die auch Familien stark belasten. Gleichzeitig fehlen Zeit, Personal und niedrigschwellige Hilfe. Schulgesundheitsfachkräfte können diese Lücke schließen, entlasten Familien, unterstützen Lehrkräfte und bieten Kindern eine verlässliche Anlaufstelle im Alltag.“

In dem Memorandum fordern die Verbände unter anderem einen gemeinsamen „Schulgesundheitspakt“ von Bund und Ländern mit dem Ziel, bundesweit bis zu 10.000 Stellen für Schulgesundheitsfachkräfte zu schaffen. Zudem braucht es die gesetzlichen Grundlagen in den Ländern und einheitliche Rahmenbedingungen für Ausbildung, Aufgabenprofil und eine abgesicherte Finanzierung. 

Zeichnen Sie mit!

Finden Sie als Organisation, Institution oder Verband die Etablierung von Schulgesundheitsfachkräften ebenfalls wichtig - und möchten sie das Memorandum unterstützen?

Kein Problem – zeichnen Sie einfach mit und unterstützen sie das Memorandum noch wirkungsvoller unter: https://www.bkk-dachverband.de/praevention/memorandum-schulgesundheitsfachkraefte-bundesweit-etablieren 

Pressekontakte:

Thorsten Greb, BKK Dachverband e.V.

Telefon: 030 3700 406 302, E-Mail: thorsten.greb@bkk-dv.de

Isabelle Seltenreich

Telefon: 0157 924 6755 9, E-Mail: presse@bundesschuelerinnenkonferenz.de 

Norman Heise

Telefon: 030 577 010 779, E-Mail: info@bundeselternrat.de 

Michael Schulz

Telefon: 030 398 773 03, E-Mail: presse@deutscher-pflegerat.de

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Thorsten Greb
Pressesprecher