Pressemitteilung

Innovationsfondsprojekt KOMK-K stellt Kommunikation von Kliniken und Krankenkassen beim Entlassmanagement auf den Prüfstand

19.11.2025 – Die Nutzung analoger Technik, schlechte Erreichbarkeit und fehlende Ansprechpartner bei Kliniken und Krankenkassen verzögern die Planung und Abstimmung medizinischer Nach-sorge für Patienten nach einem Krankenhausaufenthalt. Das ist das Ergebnis einer bun-desweiten Befragung von Klinik- und Krankenkassenpersonal zur Kommunikation im Ent-lassmanagement. Ein Konsortium aus BKK Dachverband, aQua-Institut und Deutschem Krankenhausinstitut hatte im Rahmen seines Forschungsprojekts „KOMK-K“ im Sommer 2024 insgesamt 450 Beschäftigte von 31 Betriebskrankenkassen, 327 Krankenhäusern und 63 psychiatrische Fachkliniken befragt.

Die Erhebung zeigt, wie wenig digitalisiert und vernetzt dieser Bereich aktuell ist. So gaben 97 Prozent der befragten Klinik-Beschäftigten und 80 Prozent des Krankenkassenpersonals an, Informationen und Anträge im Rahmen des Entlassmanagements nach wie vor per Fax zu verschicken. Weitere gängige Kommunikationsmittel sind die Post und das Telefon. Doch gerade über den zuletzt genannten Kanal sind die Nachsorge-Planer bei Kliniken und Krankenkassen häufig nicht zum gewünschten Zeitpunkt zu erreichen. Zahlreiche telefonische Anfragen landen zudem bei Callcentern oder in den Warteschleifen der allgemeinen Zentrale.

Das erzeugt Frust auf beiden Seiten, wie die Befragung belegt. „Mehr als die Hälfte der befragten Krankenhäuser und Krankenkassen zeigt sich unzufrieden mit der bestehenden Zusammenarbeit“, sagt Karl Blum, Vorstand des Deutschen Krankenhausinstituts. 

„Um die Mängel zu beseitigen, brauchen wir im Entlassmanagement künftig durchgängig digitale, sektorenübergreifende Strukturen, die den Informationsfluss in Echtzeit ermöglichen“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. Auch müsse die Nachsorge stationär behandelter Patienten bereits bei deren Ankunft in der Klinik mitbedacht und organisiert werden. „Nur so können wir sicherstellen, dass sie eine nahtlose Weiterbehandlung ohne unnötige Wartezeiten oder Informationsverluste erhalten.“

Björn Broge, Geschäftsführer des aQua-Instituts, ist optimistisch, dass ein entsprechendes Umdenken gelingt. „Das Projekt KOMK-K zeigt, dass die Krankenhäuser und Krankenkassen offen für den Wandel im Entlassmanagement sind“, sagt er. Entscheidend sei nun, gemeinsam Verantwortung für einheitliche Prozesse und eine verbindliche digitale Zusammenarbeit zu übernehmen.

 

 

 

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Kontakt

Sarah Kramer
Referentin Kommunikation

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