Pressemitteilung

Krankenstand erstes Quartal 2026: Weniger Schnupfen, mehr psychische Belastungen - Warum der Krankenstand nicht kippt

23.04.2026 – Der Krankenstand in Deutschland hat sich im ersten Quartal 2026 weiter ganz leicht entspannt – aber eine Kehrtwende ist nicht in Sicht.

Mit durchschnittlich 6,41 Prozent lag er laut Auswertung des monatlichen Krankenstands der Betriebskrankenkassen etwas unter den Vergleichsquartalen von 2024 (6,48 %) und 2025 (6,84 %). Im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie (erstes Quartal 2019: 5,33 %) liegt der Krankenstand weiterhin höher, was aber auch auf die methodische Ursache der Erfassung durch die elektronische Krankschreibung ab 2022 zurückzuführen ist. Auf dieses Niveau kämen wir, wenn, dann nur mit einer nationalen Präventionsoffensive. (siehe Grafik im PDF)

Immerhin: Die Erkältungs- und Grippesaison in 2026 verlief im Vergleich zum Vorjahr etwas milder. Atemwegserkrankungen sind zwar weiterhin die häufigste Ursache für Fehlzeiten, wobei der Krankenstand deswegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Viertel zurückging (von 2,04 % auf 1,53 %). Das deckt sich mit den Daten des Robert Koch-Instituts. Doch was die eine Seite gibt, nimmt die andere. Denn psychische Erkrankungen legten erneut zu: von 0,93 Prozent im ersten Quartal 2025 auf nun 1,00 Prozent. Am größten fällt der Zuwachs in jüngeren Altersgruppen aus, allen voran bei den 25- bis 44-Jährigen. Besonders kritisch bei diesem Anstieg ist die lange Ausfalldauer der Beschäftigten von durchschnittlich mehr als 5 Wochen (2024: 38,2 Tage je Fall). Auch Verletzungen und Vergiftungen stiegen leicht an. 

„Die Zahlen der Betriebskrankenkassen zeigen: Weniger Schnupfen allein ist keine Entwarnung. Solange psychische Erkrankungen weiter zunehmen, benötigen Unternehmen mehr als einen Obstkorb, Lüftungspausen und einen Feel-Good-Manager – sie benötigen ein echtes betriebliches Gesundheitsmanagement. Das ist eine Strategie, die sich auch positiv auf die Identifikation mit dem Unternehmen auswirkt und ein klarer Wettbewerbsvorteil ist“, betont Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.

Das Altersgefälle tritt beim Krankenstand besonders deutlich hervor. Beschäftigte unter 25 Jahren hatten im ersten Quartal 2026 einen Krankenstand von 5,25 Prozent. Bei den über 55-Jährigen waren es 9,00 Prozent. Das liegt jedoch nicht daran, dass Ältere öfter krank werden, sondern daran, dass sie im Krankheitsfall deutlich länger ausfallen. Muskel-Skelett-Erkrankungen sind dabei der entscheidende Treiber: Bei den über 55-Jährigen liegt der entsprechende Krankenstand mit 2,34 Prozent sechsmal so hoch wie bei den unter 25-Jährigen (0,38 Prozent). Auch bei psychischen Erkrankungen ist der Abstand gravierend: Die ältere Gruppe kommt auf 1,31 Prozent, die jüngere auf 0,59 Prozent. (siehe Grafik im PDF)

„Unsere Botschaft für Unternehmen lautet: Prävention zahlt sich aus – je früher man ansetzt, desto besser. Wer heute in gute Arbeitsbedingungen und Gesundheitsförderung investiert, schützt morgen seine Belegschaft und sichert die Produktivität. Denn wie Auswertungen zeigen, zahlt sich jeder investierte Euro in die Gesundheit der Belegschaft doppelt aus“, so Klemm weiter.

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Torsten Dittkuhn
Referent Kommunikation & Social Media

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