16.07.2026 – Zum Kabinettsbeschluss zum Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) erklärt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes:
„Das Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) ist die erste Strukturreform seit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz – und sie hat es im positiven Sinne in sich. Die vorgesehenen Regelungen eröffnen den Krankenkassen neue Möglichkeiten, Prävention gezielter zu gestalten und Versicherte noch wirksamer bei ihrer Gesundheiterhaltung zu unterstützen.
Die ePA soll zukünftig noch viel stärker zum digitalen Zugangspunkt der Versorgung werden. Über die ePA-App sollen Versicherte künftig digitale Funktionen wie eine Ersteinschätzung und Überweisungsprozesse nutzen können. Gleichzeitig steigert der Gesetzentwurf den Mehrwert der ePA deutlich, etwa durch die Integration von Impfdokumentationen und zusätzlichen digitalen Serviceangeboten der Krankenkassen. Mit dem ab dem 1. Februar 2028 geplanten, bundesweit einheitlichen und standardisierten Ersteinschätzungsverfahren wird zudem ein wichtiger Baustein für eine bedarfsgerechte und koordinierte Terminvergabe geschaffen.
Die Anpassungen im Bereich der datengestützten Erkennung von Gesundheitsrisiken stärken obendrein den Präventionsgedanken im SGB V. So sind künftig auch Risiken für Herz-Kreislauferkrankungen und drohende Pflegebedürftigkeit von dem Gesetz erfasst. Zur Erkennung von Gesundheitsrisiken dürfen die Krankenkassen neben Abrechnungsdaten auch Daten aus der ePA der Versicherten oder sogar aus Wearables wie Smartwatches nutzen, sofern die Versicherten dem explizit zugestimmt haben.
Besonders freut es mich, dass Werks- und Betriebsärzte gezielter in die Versorgung eingebunden werden. Die Betriebskrankenkassen haben dies schon lange gefordert.
All diese Maßnahmen werden die Gesundheitsversorgung für die Versicherten transparenter und nachvollziehbarer machen und haben. Und sie haben das Potenzial, die Qualität der Versorgung und auch die Gesundheit der Versicherten nachhaltig zu verbessern“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.
