Pressemitteilung

Welttag für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit: Gute Führung, faire Kultur, bessere Gesundheit - Daten belegen den Zusammenhang

28.04.2026 – Anlässlich des heutigen World Day for Safety and Health at Work rücken die Betriebskrankenkassen ein Thema in den Mittelpunkt, das für die Unternehmen immer wichtiger wird: Die psychische Gesundheit am Arbeitsplatz!

Der Krankenstand in Deutschland ist in den letzten Jahren angestiegen. Neben der Einführung der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung spielen dabei zwei Entwicklungen eine wichtige Rolle: Atemwegserkrankungen und vor allem psychische Erkrankungen prägen die Fehlzeiten zunehmend. So liegt der Anteil der Atemwegserkrankungen an allen AU-Fällen im Jahr 2024 bei 35,9 Prozent, auf diese geht dann fast jeder 5. AU-Tag zurück. Bei psychischen Erkrankungen sind die Fehltage von 2016 bis 2024 um 40 Prozent gestiegen – von 277 auf 388 Ausfalltage je 100 Beschäftigte.

Unsere Auswertungen zeigen, es trifft nicht alle gleich. Es gibt erhebliche Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen. Beschäftigte in sozialen Dienstleistungs- und Gesundheitsberufen fallen wegen psychischen Erkrankungen häufiger aus und verzeichnen überdurchschnittlich viele Fehltage. Wer hingegen körperlich arbeitet – beispielsweise in Reinigung, Fertigung oder Logistik –, leidet häufiger unter Muskel-Skelett-Erkrankungen. Das heißt: Die Art der Tätigkeit prägt das Erkrankungsprofil – das ist kein Schicksal.

Psychosoziale Faktoren sind kein Nebenthema am Arbeitsplatz. Sie betreffen die Zusammenarbeit, die Führung, die Arbeitsbelastung und die Handlungsspielräume. Ein wertschätzender und fairer Umgang, gute Führung, ausreichende Einflussmöglichkeiten und Sinnhaftigkeit stärken die psychische Gesundheit. Eine dauerhaft hohe Arbeitsintensität, Konflikte, unklare Zuständigkeiten und fehlende Perspektiven wirken dagegen als Risikofaktoren.

Die Ergebnisse des BKK Gesundheitsreports 2025 zeigen: Wer Beschäftigte durch gute Führung, faire Behandlung und sinnstiftende Arbeit an das Unternehmen bindet, investiert nicht nur in deren Gesundheit, sondern auch in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Beschäftigte, die erleben, dass alle Mitarbeitenden unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Alter oder anderen Merkmalen gerecht behandelt werden, berichten häufiger von guter psychischer Gesundheit und höherer Arbeitsfähigkeit. 

„Eine gute Führungskultur und gute Arbeitsbedingungen sind also messbar gesundheitsrelevant und nicht nur wichtig für das Arbeitsklima. Sie sind vor allem auch ein Faktor für Bindung, Leistungsfähigkeit und wirtschaftlichen Erfolg. Die wichtige Botschaft des heutigen Aktionstages für die Unternehmen lautet also: Es reicht nicht aus, nur die körperlichen Arbeitsbedingungen oder ergonomische Arbeitsplätze im Blick zu haben. Wer in gute psychosoziale Arbeitsbedingungen investiert, stärkt Gesundheit, Produktivität sowie Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zugleich. Oder anders formuliert: Ein gesundes Arbeitsumfeld ist die Grundlage für Stabilität und Erfolg. Unternehmen, die das ignorieren, zahlen mit Fehlzeiten, Fluktuation und sinkender Produktivität einen hohen Preis“, so Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes.

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Torsten Dittkuhn
Referent Kommunikation & Social Media

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