16.12.2025 – Rund 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert. Knapp 75 Millionen Menschen bilden eine Solidargemeinschaft, die im Krankheitsfall füreinander einsteht und gemeinsam für die Versorgung aller Patientinnen und Patienten aufkommt. Anlässlich des heutigen GKV-Tages fordern die Betriebskrankenkassen Politik, Wirtschaft und Industrie auf, weiterhin das Solidarprinzip zu stärken.
Der Anspruch ist nicht weniger, als dass alle GKV-Versicherten die für ihren jeweiligen Fall am besten geeignete Versorgung nach dem neuesten Stand der Medizin erhalten. Dabei spielen Einkommen, Geschlecht, Alter, Herkunft oder etwaige Vorerkrankungen keine Rolle.
„Solidarität in der gesetzlichen Krankenversicherung bedeutet weitaus mehr, als die bloße Verteilung der Gesundheitskosten auf Millionen Schultern. Die solidarische Gesundheitsversorgung ist ein Fundament unseres demokratischen Systems. Sie ist die Zutat, die den gesellschaftlichen Wohlstand und die wirtschaftliche Prosperität in Deutschland erst möglich gemacht hat. Deshalb ist es so wichtig, dem Solidarprinzip weiterhin den Rücken zu stärken und die GKV gleichzeitig zukunftsfest zu machen, damit auch künftige Generationen davon profitieren können“, sagt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes, anlässlich des heutigen GKV-Tags.
Mit Blick auf die derzeit angespannte finanzielle Lage der gesetzlichen Krankenkassen richtet Klemm einen deutlichen Appell an Politik, Wirtschaft und Industrie. „In diesen zweifellos schwierigen Zeiten wäre es ein riesiger Fehler, die Axt am Solidarsystem anzulegen. Auf steigende Beitragssätze und explodierende Ausgaben darf die Antwort nicht schlicht ‚Leistungskürzung‘ oder ‚Eigenbeteiligung rauf‘ lauten“, warnt Klemm.
Und weiter: „Was wir hingegen jetzt mehr denn je brauchen, ist eine zukunftsgerichtete und mutige Gesundheitspolitik, die die notwendigen Strukturreformen nicht scheut und über den Horizont einer Legislaturperiode hinausdenkt. Eine diskriminierungsfreie und qualitativ hochwertige Versorgung, ausgerichtet am Bedarf der Versicherten, stärkt zentrale Werte wie Fairness und das Füreinandereinstehen. Die Signalwirkung, dass dies das Ziel aller Bemühungen ist, und welche konkreten Schritte dafür notwendig sind, damit Deutschland in seiner Gesundheitsversorgung im internationalen Vergleich ganz oben führt, wäre im positiven Sinne immens,“ so Klemm.
