Psychische Belastungen am Arbeitsplatz nehmen zu – und sie bleiben für Unternehmen eine zentrale Herausforderung. Eine vom BKK Dachverband geförderte Studie des Werner-Felber-Instituts zeigt: Viele Beschäftigte nehmen Belastungen bei Kolleg:innen wahr, sind aber unsicher, wie sie reagieren sollen. Der Ergebnisbericht macht deutlich, warum Suizidprävention auch ein betriebliches Thema ist – und welche Rolle Hinsehen, Ansprechen und Zuhören im Arbeitsalltag spielen können.
In der Befragung mit 558 Teilnehmenden gaben rund 88 Prozent an, sich bereits Sorgen um eine Person aus ihrem Kollegium gemacht zu haben. Mehr als die Hälfte berichtete, dass dies schon mehrfach der Fall war. Gleichzeitig nehmen psychische Erkrankungen im Arbeitsunfähigkeitsgeschehen weiter zu: Laut BKK Gesundheitsreport stiegen die Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen zwischen 2016 und 2024 um 40 Prozent.
Der Bericht macht deutlich: Suizidprävention ist auch ein Thema für die Arbeitswelt. Leistungs- und Zeitdruck, Versagensängste oder Belastungen durch Schicht- und Nachtdienste können psychische Krisen verstärken. Umso wichtiger sind eine offene Gesprächskultur, klare Ansprechpersonen und das Wissen, wo Betroffene Unterstützung finden.
Denn oft kann schon der erste Schritt entscheidend sein: hinsehen, nachfragen, zuhören – und bei Bedarf Hilfe vermitteln.
Der Ergebnisbericht kann hier heruntergeladen werden.
