PLANETARY HEALTH

WENIGER IST MEHR

Von Sarah Kramer, Politik und Kommunikation

Klimaschutz und ressourcenschonendes Wirtschaften sind in aller Munde. Auch die Betriebskrankenkassen haben sich auf den Weg gemacht, Nachhaltigkeit in der eigenen Organisation und in der Versorgung ihrer Versicherten zu etablieren. Ein Blick hinter die Kulissen.

Pronova BKK
v. links: Bernhard Marewski (Bürgermeister Stadt Leverkusen), Lutz Kaiser (Vorstand Pronova BKK), Brigitte Müller (Nachhaltigkeitsmanagerin Pronova BKK)Markus Loh (Projektleiter der Stiftung viamedica), Timm Paulus (Referatsleiter Umweltbezogener Gesundheitsschutz beim BMG)

Das Ziel ist ambitioniert. Noch vor 2030 will die Pronova BKK bilanziell klimaneutral sein, also die Umwelt durch ihren Geschäftsbetrieb nicht unnötig belasten. Damit unterstützt die Krankenkasse freiwillig das Hauptziel der Bundesregierung einer klimaneutralen Verwaltung auf Bundesebene. Die Chancen stehen gut, dass der Plan aufgeht. Denn die mit Hauptsitz in Ludwigshafen ansässige und bundesweit geöffnete Betriebskrankenkasse hat sich nachhaltiges Wirtschaften bereits seit einigen Jahren auf die Fahnen geschrieben und setzt Ressourcenschonung und Klimaschutz im Betrieb konsequent um.


Stabsstelle für Nachhaltigkeit nimmt Ressourcenschonung in den Blick


Seit 2019 gehört Nachhaltigkeit zur strategischen Ausrichtung der Pronova BKK. Sie ist gleichfalls einer der Unternehmenswerte – das haben die Mitarbeitenden der Kasse während einer Betriebsversammlung gemeinsam beschlossen. Seitdem kümmert sich Brigitte Müller als Nachhaltigkeitsmanagerin und Inhaberin einer Stabsstelle bei der Pronova BKK darum, dass die Betriebskrankenkasse und ihre rund 1.500 Mitarbeitenden im täglichen Betrieb so wenig wie möglich Ressourcen verbrauchen – und die mehr als 630.000 Versicherten auf nachhaltige Gesundheitsangebote und Services zurückgreifen können. „Eine Nachhaltigkeitsstrategie zu entwickeln, war für mich persönlich und für die Pronova BKK völliges Neuland“, sagt Müller. 
TÜV Rheinland überprüft Nachhaltigkeit bei der Pronova BKK
Die Pronova BKK hat nachhaltiges Wirtschaften im Jahr 2021 vollständig in ihren Prozessen verankert. Sie ist die erste und bislang einzige Krankenkasse, die seitdem vom TÜV Rheinland für ihr nachhaltiges Management in den drei Nachhaltigkeitssäulen Ökonomie, Ökologie und Soziales zertifiziert wurde und hat sich damit verpflichtet, ihre Nachhaltigkeitsziele und die daraus abgeleiteten Maßnahmen an ihrem größten Verwaltungsstandort in Leverkusen einmal pro Jahr in einem Audit überprüfen zu lassen. 
 

Globale Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen dienen als Eckpfeiler


Bei der inhaltlichen Umsetzung von konkreten Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz orientierte sich der Krankenversicherer an den globalen Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen (UN), die deren Mitgliedstaaten 2015 in ihrer Agenda 2030 festgelegt haben. Einzelne Schritte nehmen die Gesunderhaltung von Versicherten und Mitarbeitenden, den Abbau von sozialen Ungerechtigkeiten sowie die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen im täglichen Kassenbetrieb besonders in den Blick. „Ich habe schnell gemerkt, dass alle Kolleginnen und Kollegen, besonders die aus den Fachbereichen, für die Umsetzung der Ziele und neue Ideen essentiell sind“, sagt Müller. „Ob einzeln oder im Kollektiv: Jede Maßnahme, die auf das Nachhaltigkeitskonto einzahlt, bringt uns ein Stück näher an eine gesunde, saubere und faire Zukunft.“


Klimabilanz für Leverkusener Standort


Doch wo anfangen, wenn es darum geht, ein nachhaltiges Mindset im eigenen Unternehmen zu verankern und diesem auch Taten folgen zu lassen? Beim Status Quo! „Wir haben uns zuerst einmal gefragt, wo wir in Sachen Klimafreundlichkeit überhaupt stehen“, sagt Brigitte Müller. Im ersten Schritt erstellte die Pronova BKK daher 2019 eine Klimabilanz für ihren größten Verwaltungsstandort in Leverkusen, die sämtliche dort erzeugten Emissionen von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid (CO2) – etwa durch Heizen, die Nutzung von Fahrzeugen, Büromaterialien und externen Beschaffungen sowie den Stromverbrauch – aufschlüsselte. 


Hoher CO2-Ausstoß durch Anfahrt der Mitarbeitenden zum Arbeitsplatz


Um den Erfolg der selbst definierten Reduktionsmaßnahmen zu kontrollieren, wurde für 2022 eine zweite Klimabilanz für die gesamte Pronova BKK erstellt. Hier zeigte sich, dass die Anfahrt der Mitarbeitenden und deren CO2-Ausstoß im Homeoffice für 69 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes von 2.629,21 Tonnen verantwortlich waren. Weniger als 20 Prozent der erzeugten klimaschädlichen Emissionen entstanden direkt durch den Betrieb und Fuhrpark, den geringsten Einfluss auf den Gesamtfußabdruck der Krankenkasse hatten Geschäfts- und Dienstreisen mit einem Anteil von 1,8 Prozent. Im Vergleich der Ergebnisse ergab sich eine hochgerechnete Einsparung von rund 40 Prozent der Gesamtemissionen in drei Jahren. „Jedes Unternehmen kann eine solche Klimabilanz erstellen und dadurch Reduktionsmaßnahmen definieren“, sagt Brigitte Müller. „Je weniger Kohlenstoffdioxid wir ausstoßen, desto weniger müssen wir am Ende kompensieren.“
Mit digitalen Services und Homeoffice CO2 -Emissionen reduzieren
Aus der hauseigenen Klimabilanz ergaben sich Überlegungen, an welchen Stellen sich im täglichen Betrieb der Pronova BKK Treibhausgasemissionen vermeiden lassen – und wie sich die Organisation grundsätzlich an Klimaveränderungen anpassen kann. „Hierbei spielen digitale Services eine große Rolle“, sagt Brigitte Müller. Auch aus diesem Grund hat die Pronova BKK in den vergangenen Jahren unter anderem ihre Versicherten-App optimiert. Mittlerweile nutzt die App knapp ein Drittel der Versicherten. Durch einen möglichst flächendeckenden Einsatz lassen sich vor allem Papier aber auch Post- und Verkehrswege einsparen. Zudem hat die Krankenkasse dafür gesorgt, dass ihre Mitarbeitenden den größten Teil ihrer Arbeit im Homeoffice leisten können, um das Klima durch weniger Anfahrten zu schonen und flexibles Arbeiten für eine bessere Work-Life-Balance zu ermöglichen: 86 Prozent der Beschäftigten kommen deswegen nur an einem von fünf Tagen ins Büro und erledigen den Rest ihrer Aufgaben vom heimischen Schreibtisch aus. Darüber hinaus bietet die Kasse ihren Mitarbeitenden Job-Fahrräder, die Nutzung eines Tickets für den öffentlichen Nahverkehr sowie eine Mitfahrplattform an, um den CO2 –Verbrauch der Belegschaft durch Fahrtwege noch weiter zu senken. Wer einen Dienstwagen benötigt, kann auf emissionsarme Fahrzeuge zurückgreifen. Außerdem verfügen die größten Standorte der Pronova BKK inzwischen über Ladestationen für ihre Hybrid-Autos.


Kasse verwendet nur noch nachhaltige Büroartikel


„Um Nachhaltigkeit im Arbeitsalltag umzusetzen, müssen wir Prozesse neu denken“, sagt Brigitte Müller. „Dabei geht es nicht darum, alles komplizierter und teurer zu machen. Oft ist Weglassen die beste Lösung.“ Sei dies nicht möglich, sollten mit Blick auf den Klimaschutz vornehmlich nachhaltig hergestellte Produkte und Dienstleistungen von nachhaltig agierenden Unternehmen zum Einsatz kommen. Daher hat die Pronova BKK auch ihr Beschaffungswesen umgestellt und ihre Beschaffungs- und Vergabekriterien um den ökologischen Aspekt als Qualitätskriterium erweitert. So schließt die Kasse Verträge mit Dienstleistern nicht mehr nur aufgrund der Wirtschaftlichkeit, sondern beachtet dabei auch den Schutz des Klimas und die Wahrung der Menschenrechte in der Wertschöpfungskette. Zudem verwendet die Kasse an ihren Standorten mittlerweile und ausschließlich recycelbare oder recycelte Büroartikel, wie beispielsweise den biobasierten Kugelschreiber aus nachwachsenden Rohstoffen oder den recycelten Tacker und bezieht an ihren größten Standorten Strom aus erneuerbaren Energien. Langfristiges Ziel ist es, sämtliche Geschäftsstellen der Pronova BKK mit hundert Prozent zertifiziertem Ökostrom zu versorgen.
Erste Gesundheitskarte aus recyceltem Plastik für Versicherte
Seit März 2023 haben auch die Versicherten der Betriebskrankenkasse buchstäblich ein Stück Nachhaltigkeit in der Hand: Die Gesundheitskarte besteht aus 100 Prozent recyceltem Plastik. Die Pronova BKK sei die erste Krankenkasse, die auf diese Versichertenkarte umgestellt habe, so Müller. Eine Mitarbeiterin der Kasse hatte den Vorschlag hierfür über den internen Ideenpool eingebracht. „Hier zeigt sich wieder einmal, wie wichtig das kreative und engagierte Mitdenken der Kolleginnen und Kollegen ist, um einen nachhaltigeren Unterschied zu bewirken und Innovationen voranzubringen“, sagt Brigitte Müller. 


Ausgezeichnet: Klimaretter-Award für nachhaltiges Engagement


Treppe statt Aufzug, Fahrrad statt Auto, vegane Ernährung und vieles mehr: Die Anstrengungen der Pronova BKK und ihrer Mitarbeitenden in Sachen Nachhaltigkeit hat die Stiftung Viamedica Anfang Juni erneut und bereits zum fünften Mal in Folge mit dem „Klimaretter-Award“ des vom Bundesumweltministerium geförderten Projekts „Klimaretter – Lebensretter“ ausgezeichnet. Der Wettbewerb richtet sich an Unternehmen und Beschäftigte des Gesundheitswesens und zielt darauf ab, diese für den Schutz des Klimas und für ressourcenschonendes Handeln zu sensibilisieren sowie den Ausstoß von Treibhausgasen im beruflichen und privaten Alltag zu reduzieren. Das ist den Mitarbeitenden der Pronova BKK gelungen. Sie haben in den vergangenen Jahren mehr als 160 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart. 


Bildungsprojekt „Blue Marble Health“ soll Klimabewusstsein von Schülern schärfen


Seit Januar 2024 befördert die Pronova BKK das Thema Nachhaltigkeit außerdem an weiterführenden Schulen im Rahmen des Bildungsprojektes „Blue Marble Health“. Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse sollen dabei mithilfe einer vierteiligen Unterrichtsreihe und interaktiver Werkzeuge ein Bewusstsein für eine gesunde, klimafreundliche und umweltschonende Lebensweise entwickeln. Herzstück von „Blue Marble Health“ ist eine App mit Erklärvideos, Konsum- und Verhaltenstipps, Tages- und Wochenaufgaben für den Alltag sowie Rezeptvorschlägen. Die Pronova BKK hat die im Juni mit dem Deutschen Preis für Nachhaltigkeitsprojekte ausgezeichnete Initiative gemeinsam mit der Audi BKK entwickelt und rollt diese seit Jahresbeginn zusammen mit den vier BKK-Landesverbänden bundesweit aus. Ab September wird das Präventionsprojekt um eine junge Zielgruppe erweitert: Mit „Blue Marble Health Kids“ steht es dann auch Vor- und Grundschulkindern zur Verfügung.
 

Projekt „AckerRacker“ soll Wertschätzung für Lebensmittel fördern


Lebensmittel und gesunde Ernährung stehen beim Gesundheitsförderungsprojekt „AckerRacker“ der Pronova BKK in Kooperation mit der Organisation Acker e.V. auf der Agenda. In einem Kindergarten in Korbach (Hessen) legen Kinder, Erziehende und Eltern gemeinsam einen Acker an, bepflanzen und pflegen diesen. Digitale und analoge Fortbildungen für die Erziehenden sowie spielerische Begleitmaterialien für die Kinder rund um den Gartenbau flankieren das Projekt. Am Ende feiern die Teilnehmenden gemeinsam ein Erntefest. Durch das Projekt lernen die Kinder den Geschmack von frischem Gemüse kennen und ernähren sich gesünder, steigern durch den Gemüseanbau ihre Selbstwirksamkeit, verbessern ihre motorischen Fähigkeiten und entwickeln mehr Wertschätzung für Lebensmittel.
Vorträge zu Klimaauswirkungen am Arbeitsplatz
Aufklärung gehört zu den originären Aufgaben einer Krankenkasse. Umweltschutz ist gleich Gesundheitsschutz! Deshalb ist es der Pronova BKK besonders wichtig, für umwelt- und ressourcenschonendes Verhalten zu sensibilisieren. Dafür behandelt die Kasse das Thema Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung regelmäßig unter anderem in ihren sozialen Medien, im Kundenmagazin und auf Nachhaltigkeitsmessen. Auch im Business-to-Business-Bereich geht die Krankenkasse mit ihrem Betrieblichen Gesundheitsmanagement auf Satzungsunternehmen wie Bayer, Covestro und Ford zu. So haben im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Come together“ im vergangenen Jahr knapp 200 Beschäftigte dieser und weiterer Firmen hybrid an Vorträgen zu Klimaauswirkungen am Arbeitsplatz teilgenommen.


Freiwilliger Nachhaltigkeitsbericht auf der Website


Ihr Engagement und diverse Kennzahlen macht die Pronova BKK in einem freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht auf ihrer Website öffentlich und transparent. Diesen hat die Betriebskrankenkasse auf die Handlungsfelder des Kataloges der Bundesregierung für eine nachhaltige Verwaltung ausgerichtet. Damit folgt die Kasse der Bundesregierung in den verschiedenen Aspekten des Verwaltungshandelns wie Energie und Klima, Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen, Veranstaltungen sowie Diversität.

Durch die Nutzung der Sonnenenergie kann die BKK VerbundPlus in einem Zeitraum von 20 Jahren rund
330 Tonnen CO2 einsparen.

BKK VerbundPlus baute klimafreundliches Verwaltungsgebäude


Auch die BKK VerbundPlus hat sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben – und als erste Betriebskrankenkasse bereits 2016 in den Neubau einer klimafreundlichen Verwaltungs- und Servicezentrale in der Innenstadt von Biberach (Baden-Württemberg) investiert. Das weiß getünchte Gebäude mit den drei Geschossen und zahlreichen Holzfenstern am Zeppelinring zwischen Bahnhof und Rathaus soll Transparenz und Kundennähe symbolisieren und trägt auf dem Flachdach eine Photovoltaikanlage mit Solarpaneelen, welche das Haus vollständig mit Strom versorgen. „Für eine solche Anlage waren wir natürlich durch unser Trägerunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg sensibilisiert“, sagt Dagmar Stange-Pfalz, Vorständin der BKK VerbundPlus mittlerweile knapp 141.365 Versicherten und mehr als 221 Mitarbeitenden. Durch die Nutzung der Sonnenenergie kann die BKK VerbundPlus nach eigenen Angaben in einem Zeitraum von 20 Jahren rund 330 Tonnen CO2 einsparen.

Lokale Gegebenheiten nachhaltig nutzen


Die Innenwände des Gebäudes wurden mit feuchtigkeitsregulierendem Lehm verputzt, die Decken mit Heiz- und Kühlkörpern ausgestattet. Die eingesetzten Mittel verteilen die Temperatur in den Räumen gleichmäßig und senken den Energieverbrauch im gesamten Gebäude im Vergleich zu herkömmlich ausgestatteten Häusern um bis zu 40 Prozent. Beheizt und gekühlt wird das Haus mithilfe einer Wärmepumpe über das Grundwasser – ohne den Einsatz fossiler Energie. „Diese Lösung bot sich an, weil unser Standort in einem der grundwasserreichsten Gebiete in Deutschland liegt“, sagt Stange-Pfalz. 
 

Nachhaltigkeit beim Umzug in größere Räumlichkeiten mitgedacht


Mehrere Fusionen des Krankenversicherers zwischen 2003 und 2015 und der damit verbundene rasante Zuwachs an Versicherten und Beschäftigten hatten den Auszug aus dem bis dato genutzten Bürogebäude „Würfel“ am Biberacher Bismarckring und den Umzug in größere Räumlichkeiten nötig gemacht. Weil aber zum damaligen Zeitpunkt keine geeignete Mietimmobilie zur Verfügung stand, entschied das Management der BKK VerbundPlus, im Zentrum von Biberach selbst zu bauen. „Wir sind natürlich stolz darauf, dass wir unseren klimafreundlichen Neubau bereits in einer Zeit geplant und umgesetzt haben, in der kaum jemand von Nachhaltigkeit gesprochen hat“, sagt Stange-Pfalz.


Nachhaltige Beschaffungsrichtlinien, Hybrid-Auto für die Vorständin


Der Grundstein für mehr Nachhaltigkeit im eigenen Betrieb war gelegt. Auch in den Folgejahren hat die BKK VerbundPlus ihre Anstrengungen diesbezüglich stetig fortgesetzt. So hat die Betriebskrankenkasse unter anderem ihre Beschaffungsrichtlinien für Produkte und Dienstleistungen um den Punkt Nachhaltigkeit ergänzt und lässt ihre Beschäftigten für dienstliche Belange ausschließlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Auch Vorständin Stange-Pfalz hat bei der Geschäftsmobilität inzwischen umgesattelt: Die Fahrt zu ihrem Arbeitsplatz in Biberach von ihrem 45 Kilometer entfernten Wohnort kann sie komplett mit dem Elektroantrieb ihres Hybrid-Dienstwagen bestreiten. Nur bei längeren Wegen kommt fossiler Brennstoff zum Einsatz – wenn die Anreise zu Terminen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich ist. In den kommenden Jahren will die BKK VerbundPlus laut Vorstandsassistentin und Nachhaltigkeitsmanagerin Simone Eckardt weitere Maßnahmen aus den Handlungsempfehlungen der Bundesregierung zur Nachhaltigkeit umsetzen. 
 

Planetare Gesundheit als Treiber eines umweltfreundlichen Lebensstils


Die BKK Provita ist das „Urgestein“ des Klimaschutzes unter den Betriebskrankenkassen und hat Nachhaltigkeit zu ihrem Markenkern gemacht. Der Krankenversicherer mit Hauptverwaltung in Bergkirchen (Bayern) ist seit 2016 die erste bilanziell klimaneutrale Krankenkasse in Deutschland und hat ihren CO2-Ausstoß in den vergangenen Jahren um rund die Hälfte reduziert. Die „nachhaltige Krankenkasse“, wie sich die Organisation auf ihrer Website selbst bezeichnet, folgt bei der Versorgung ihrer mehr als 125.000 Versicherten den Prinzipien Planetarer Gesundheit. Diese beruhen auf der Annahme, dass die persönliche Gesundheit des Einzelnen und das Wohlergehen der Erde untrennbar miteinander verbunden sind. Die Veränderung des Lebensstils hin zu einer überwiegend fleischarmen und regionalen Ernährung sowie mehr Bewegung und die Verringerung der CO2-Emissionen bilden in dem Konzept die Grundlage für ein gesundes Leben von Mensch und Planet. 
 

Gesundheitsleistungen unterstützen Versicherte bei umweltverträglicher Lebensführung


Diesem Prinzip folgend sollen die Gesundheits-und Serviceangebote sowie Präventionsleistungen der BKK Provita die Versicherten besonders bei einer gesunden und umweltverträglichen Lebensführung unterstützen. Beispielsweise bietet die Krankenkasse ihren Versicherten eine Online-Beratung zur pflanzlichen Ernährung an. Auch können versicherte Erwachsene ihren Vitaminstatus per Bonusprogramm überprüfen lassen. Zudem stellt die BKK Provita online und als Broschüre Rezepte zur gesunden Ernährung bereit. Auf der Website der Kasse erhalten die Versicherten im „Blog fürs Leben“ Tipps und Anregungen zu nachhaltiger Bewegung, Urbanem Gartenbau, Sport unter freiem Himmel sowie Informationen über bestimmte Nährstoffe und Lebensmittel.


Treibhausgas-Ausstoß ermitteln, reduzieren, kompensieren
 

Zugleich richtet sich der Blick aufs eigene Unternehmen. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Kasse folgt dabei den Schritten Ermitteln – Reduzieren – Kompensieren. So erstellt jedes Jahr eine Klimabilanz, die den Ausstoß von Treibhausgasen in sämtlichen Bereichen der Organisation mit Hilfe des Greenhouse Gas Protocols offenlegt. Das transnationale Protokoll liefert Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen Standards und Werkzeuge für die Bilanzierung von CO2-Emissionen. Auch hier dient die Klimabilanz als Basis dafür, den ermittelten Ausstoß von Treibhausgasen künftig zu reduzieren. Dies gelingt der BKK Provita unter anderem durch die ausschließliche Nutzung von Ökostrom, das Angebot von Homeoffice für die Mitarbeitenden, die Verwendung plastikfreier Werbemittel, klimaneutrales Drucken auf umweltfreundlichem Recyclingpapier sowie die Bereitstellung eines emissionsarmen Fuhrparks. Bei Dienstreisen gilt für die Beschäftigten zudem die „Zug-vor-Flugzeug-Regelung“, um das Klima zu schonen. Emissionen, die die Kasse (noch) nicht vermeiden kann, kompensiert sie mithilfe von zertifizierten Klimaschutzprojekten.


BKK Green Health: Nachhaltige Transformation des Gesundheitswesens


Zudem treibt die Betriebskrankenkasse den Nachhaltigkeitsgedanken auch in ihren Netzwerken, in der Gesellschaft und Politik voran. So hat die BKK Provita etwa gemeinsam mit dem Deutschen Krankenhausinstitut einen Leitfaden zur nachhaltigen gesunden pflanzenbasierten Ernährung entwickelt und an der Ausarbeitung von Nachhaltigkeitskriterien im Präventionsleitfaden des GKV-Spitzenverbandes mitgewirkt. Im Rahmen der Initiative BKK Green Health setzt sich die Betriebskrankenkasse für ein nachhaltiges Gesundheitswesen und die Verankerung von Nachhaltigkeit im Sozialgesetzbuch ein. Die gemeinsame Plattform von BKK Dachverband, BKK-Landesverbänden und Betriebskrankenkassen bündelt verschiedene Nachhaltigkeitsprojekte und Lösungsansätze mit Partnern wie der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) oder der Berliner Charité unter einem Dach.

Kontakt

Sarah Kramer
Referentin Kommunikation

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