RSA Broschüre: „Stellschrauben im Morbi-RSA: Sondergruppen im Focus“

Vor neun Jahren hat der Morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) den alten RSA abgelöst. Damit wurde der Zuweisungsmechanismus des Gesundheitsfonds umfassend erneuert, mit dem ein Finanzvolumen von mehr als 220 Milliarden Euro kontinuierlich umverteilt wird. Die seitdem gültige, deutlich verfeinerte Systematik soll dazu führen, die Zielgenauigkeit der Zuweisungen zu verbessern und damit Rahmenbedingungen für einen fairen Wettbewerb in der gesetzlichen Krankenversicherung zu schaffen. Dies ist nicht gelungen. Stattdessen haben sich die Verwerfungen im Morbi-RSA verschärft.

Eine Analyse der aktuellen Zahlen hinsichtlich der Einnahmen- und Ausgaben-Salden der Kassen sowie ihrer Zusatzbeitragssätze skizzieren folgendes Bild: Die Systematik des Morbi-RSA treibt die Schere zwischen den Kassen mit einer Über- und einer Unterdeckung kontinuierlich auseinander. So erhalten beispielsweise die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) seit Jahren mehr Geld aus dem Risikostrukturausgleich als sie zur Deckung der Leistungsausgaben ihrer Versicherten benötigen. Die Spanne der Deckungsbeiträge ist zwischen 2012 und 2016 um fast das Vierfache größer geworden. Dies führt bei 60 Prozent der Versicherten in der GKV zu einer systematischen Benachteiligung. Die AOK baut ihre Finanzreserven vergleichsweise bequem und kontinuierlich weiter aus.
Daher fordert der BKK Dachverband eine Morbi-RSA Reform, um einen fairen Wettbewerb unter den Kassen möglich zu machen und das GKV-System insgesamt auf eine stabile finanzielle Basis zu stellen. Die Schere zwischen den Kassenarten darf nicht weiter auseinanderdriften.

Ein Ansatzpunkt dabei ist, die in der Broschüre dargestellten, im Morbi-RSA berücksichtigten Sondergruppen „Erwerbsminderungsgruppen (EMG), Auslandsversicherte, Kostenerstattergruppen, DMP-Programmkostenpauschale sowie die Krankengeldzuweisungen“ kritisch zu hinterfragen. Unsere Analysen und Vorschläge finden Sie hier.
 

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