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Bettruhe statt Pillen - neuer Vorstoß gegen überflüssige Therapien

Berlin (dpa) - Ärzte und Krankenkassen wollen etwas gegen überflüssige Therapien tun, die Ärzte ihren Patienten verordnen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin startet «Listen überflüssiger Maßnahmen» bei Behandlung und Diagnose, wie ihr Vorsitzender Michael Hallek dem Nachrichtenmagazin «Focus» sagte. Man wolle deutlich machen, «dass auch das Unterlassen einer medizinischen Maßnahme eine wichtige ärztliche Leistung sein kann». Die Krankenkassen begrüßten den Vorstoß. «Es ist sicherlich häufig anstrengender für einen Arzt, einen Patienten von einer Woche Bettruhe zu überzeugen, als...

Koalition will Pflege Sterbender verbessern - Stiftung: Reicht nicht

Göttingen (dpa) - Bessere Pflege von Sterbenden bleibt für die große Koalition eine drängende Aufgabe. Die Spitzen der Unions- und der SPD-Fraktion kündigten am Donnerstag in Göttingen bis Ende Juni einen Gesetzentwurf zur Stärkung der Hospiz- und Palliativversorgung an. Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will dabei Lücken vor allem auf dem Land schließen. Es wird mit Mehrkosten von bis zu 200 Millionen Euro pro Jahr gerechnet, wie bereits im März bekannt wurde. «Wir sind überzeugt, dass nicht die aktive Sterbehilfe die richtige Antwort auf die Sorgen und Nöte Schwerstkranker und...

Mögliche Risiken verzögern Bewertung von erster Gentherapie

Berlin (dpa) - Die erste Gentherapie-Arznei auf dem deutschen Markt, ein Mittel mit einem neuen Rekordpreis, sorgt für Ärger bei den offiziellen Medikamenten-Prüfern. Der Gemeinsame Bundesausschuss, das höchste Gremium des Gesundheitswesens, setzte am Donnerstag eine vorgeschriebene Bewertung des Nutzens des Mittels aus. Es ist das erste Mal, dass das Gremium der Krankenkassen, Ärzte und Kliniken ein neues Medikamente nicht in gesetzlich vorgegebener Frist bewertet. Es handelt sich um Glybera gegen einen seltenen Erbgutdefekt, der Stoffwechselerkrankung Lipoproteinlipase-Defizienz. Die...

Mehr als sechs Millionen Stammzellspender in Deutschland registriert

Ulm/Tübingen (dpa) - Die Zahl der registrierten Stammzellenspender in Deutschland liegt erstmals über sechs Millionen. Das teilte das Zentrale Knochenmarkspender-Register Deutschland (ZKRD) am Donnerstag in Ulm mit. Im Vergleich zu anderen Ländern seien die Deutschen zudem die motiviertesten Spender, gemessen an der tatsächlich vermittelten Zahl für Transplantationen bei Blutkrebs-Patienten. Weltweit sind demnach 25 Millionen Menschen in den Blutstammzellregistern gemeldet. In Deutschland sind für das Werben, Registrieren und Typisieren neuer Spender 27 Spenderdateien zuständig, darunter als...

Im Körper vergessene Operationsmaterialien töten Hunderte Patienten

Falsche Pillen, vergessener Tupfer im Bauch, zu wenig Schutz vor gefährlichen Keimen - Jeder siebte Bundesbürger sieht sich selbst als Opfer von medizinischen Behandlungsfehlern. Berlin (dpa) - Jedes Jahr sterben in Deutschland nach einer Schätzung 600 bis 700 Patienten wegen im Körper vergessener Tupfer und anderen Operationsmaterialien. Darauf machte das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) anlässlich seiner in Berlin begonnenen Jahrestagung aufmerksam. Es sei nur ein Beispiel für Patientenrisiken in Kliniken oder beim Arzt, wie bei der Konferenz am Donnerstag deutlich wurde. Die...

Urteil im Prozess um Organspende-Skandal Anfang Mai

Göttingen (dpa) - Der Prozess um den Organspende-Skandal in der Göttinger Universitätsmedizin steht kurz vor dem Abschluss. Das Urteil in dem seit August 2013 laufenden Verfahren wird voraussichtlich am 6. Mai verkündet, teilte das Landgericht Göttingen am Donnerstag mit. Für die Plädoyers von Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung hat die Kammer den 27., 28. und 29. April vorgesehen. In dem Verfahren muss sich der frühere Leiter der Göttinger Transplantationschirurgie verantworten. Dem Arzt wird versuchter Totschlag und Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Er soll in elf...

Pollenflug 2015: Birke mit weniger Wucht, Ambrosia aus der Ferne

Endlich Frühling! Das freut nicht jeden. Millionen Deutsche leiden unter Heuschnupfen. Prognosen und inzwischen auch Apps helfen, durch die schlimmste Zeit zu kommen. Berlin (dpa) - Niesen, juckende Augen und Dauerschnupfen: Zumindest wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, kann in diesem Jahr mit milderen Symptomen rechnen als im Vorjahr. 2015 werde eine geringere Konzentration dieser Pollen erwartet, sagten Experten der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst (PID) am Mittwoch in Berlin. Die Ursache dafür ist ganz natürlich: 2014 hatten Birken besonders viele Pollen freigesetzt,...

Patientenkontakt per Smartphone - Pilotprojekt für Manisch-Depressive

Dresden (dpa) - Per Smartphone wollen Ärzte der Dresdner Universitätsklinik den Kontakt zu manisch-depressiven Patienten verbessern. Mit einem Programm werden Bewegungsmuster, Aktivitäten, Telefonate und SMS erfasst, sagte ein Sprecher der Uniklinik der Deutschen Presse-Agentur. In einer manischen Phase sei der Erkrankte praktisch permanent unterwegs, verschicke auch mal 500 SMS am Tag. Werde eine Schwelle überschritten, bekomme der Arzt eine Nachricht und schließe sich mit dem Patienten kurz. Das Pilotprojekt startet in etwa zwei Monaten mit 120 Probanden, derzeit laufe eine Testphase mit 40...

Das Smartphone als Helfer für Manisch-Depressive

Übertrieben euphorisch, zutiefst betrübt - Patienten, die an einer bipolaren Störung erkrankt sind, schwanken zwischen Extremen. Mit moderner Technik will die Dresdner Uniklinik Betroffenen helfen. Dresden (dpa) - Abends nimmt Mia ihr Smartphone zur Hand, es ist ein Ritual. Doch sie will keine Nachricht schreiben oder Freunde anrufen, sie will festhalten, wie sie geschlafen hat, welche Medikamente sie genommen hat und wie sie sich fühlt. «Und wenn ich es vergesse, werde ich daran erinnert», erzählt die 57-Jährige, die ihren richtigen Namen nicht nennen will. Auf ihrem Telefon blinkt dann ein...

Die Männerpsyche leidet anders - Pillen-Abhängigkeit oft unbeachtet

Der Mann, das unbekannte Wesen? Tatsächlich tappen Forscher manchmal noch im Dunkeln, wenn es um die Gesundheit von Männern geht. Das liegt auch daran, dass diese relativ selten einen Arzt aufsuchen. Berlin (dpa) - Männer zeigen bei psychischen Erkrankungen oft andere Krankheitsanzeichen als Frauen. Ihre depressiven Symptome würden häufig nicht diagnostiziert und unzureichend behandelt. Das teilte die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) mit. Über psychische Gesundheit berieten Experten am Dienstag beim Männergesundheitskongress...