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Hintze: Ethikrat stärkt Ärzte-Gewissensfreiheit bei Suizidhilfe

Berlin (dpa) - Die jüngste Stellungnahme des Ethikrates zur ärztlichen Hilfe zur Selbsttötung stärkt nach Ansicht einer Gruppe von Koalitionsabgeordneten die Gewissensfreiheit der Mediziner. Bundestagsvizepräsident Peter Hintze sowie SPD-Fraktionsvize Carola Reimann, die diese Gruppe vertreten, sagten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur: «In für sie ausweglosen Situationen müssen todkranke Menschen das Recht haben, den Arzt um Suizidassistenz zu bitten. Es bleibt die freie Gewissensentscheidung des Arztes, ob er diesem Wunsch folgen will.» Damit werde der Ethikrat dem breiten...

Mutmaßlicher Sterbewunsch von Komapatientin ist neu zu prüfen

Karlsruhe (dpa) - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat einen Beschluss zur Sterbehilfe veröffentlicht. Danach muss der Fall einer Komapatientin neu geprüft werden. Ihre Familie möchte sie sterben lassen. Die Angehörigen sind der Auffassung, damit den Willen ihrer schwer kranken Frau und Mutter umzusetzen. Bisher waren sie mit ihrem Ansinnen jedoch vor den Gerichten gescheitert. Zuletzt hatte es das Landgericht Chemnitz 2013 abgelehnt, der Einstellung der lebenserhaltenden künstlichen Ernährung zuzustimmen. Es sei nicht sicher, dass die Betroffene sterben wolle, hieß es. Die Bundesrichter befanden...

Regierung verspricht grundlegende Neuaufstellung der Altenpflege

Berlin (dpa) - Die Bundesregierung verspricht eine grundlegende Neuausrichtung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Mehr Hilfe sollen vor allem die immer zahlreicheren Demenzkranken bekommen. Nach der Pflegereform, die an diesem Freitag im Bundestag beschlossen werden soll, folge 2015 die Gesetzgebung für eine neue Einstufung der Pflegebedürftigen, sagte der Pflege-Bevollmächtigte des Bundes, Karl-Josef Laumann (CDU), der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Statt in drei Pflegestufen sollen die Betroffenen dann in fünf Pflegegrade je nach Beeinträchtigung eingeteilt werden - vor allem...

Liberias Botschafterin: «Ebola nur Busreise oder Flug entfernt»

Berlin (dpa) - Liberias Botschafterin Ethel Davis hat die internationale Gemeinschaft erneut eindringlich zur Hilfe im Kampf gegen Ebola aufgerufen. «Diese Krankheit hat die Menschen schneller getötet als der Bürgerkrieg in Liberia», sagte Davis am Montag auf der Konferenz «World Health Summit» in Berlin. Liberia sei alleine nicht mehr in der Lage, die Seuche einzudämmen. «Wir sollen nicht denken, dass die betroffenen Länder weit weg sind und wir deshalb sicher vor der Krankheit sind.» Ebola sei nur eine Busreise oder einen Flug entfernt. Liberia ist das am stärksten von Ebola betroffene Land...

Expertin: Viele Ebola-Patienten haben Angst vor Behandlung

München/Monrovia (dpa) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen will ihre Arbeit für die Menschen in den von Ebola betroffenen Ländern transparenter machen. Zahlreiche Patienten hätten Angst, sich von den Helfern behandeln zu lassen, berichtete die Würzburger Krankenschwester und Notfallkoordinatorin der Organisation, Anja Wolz. «Viele nehmen die Ebola-Behandlungszentren eher als Todeszentren wahr, weil sie mitbekommen, dass Patienten hier auch sterben», sagte Wolz im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Die Familien behielten ihre Kranken deshalb lieber zu Hause. Damit steige aber...

3D-Technik für künstliche Gesichtsteile

Berlin (dpa) - Menschen, die durch Krankheiten Teile ihres Gesichts verloren haben, können durch 3D-Technik künstliche Nasen oder Ohren passgenau modelliert bekommen. «Ein Softwareprogramm aus der Filmbranche hilft uns dabei», berichtet die Anaplastologin Yvonne Motzkus vom Berliner Zentrum für künstliche Gesichtsteile. In dem an der Charité angesiedelten Zentrum, einem der wenigen deutschlandweit, entstehen 70 bis 80 Epithesen pro Jahr. Auf Basis einer Computertomographie des Schädels wird das aus Silikon gefertigte Gesichtsteil angepasst. Vor allem Menschen nach entstellenden...

Personalmangel: Öffentlicher Gesundheitsdienst schlägt Alarm

Rostock (dpa) - Der Bundesverband der Ärzte im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) schlägt Alarm: Ein permanenter Stellenabbau und die Alterung der Amtsärzte bedrohten die Gesundheit vieler Menschen in Deutschland. Schon heute könnten die Aufgaben nur noch unvollständig erfüllt werden, sagte die Verbandsvorsitzende Ute Teichert am Donnerstag zum Auftakt des 65. wissenschaftlichen Verbandskongresses in Rostock. Die Situation werde durch einen permanenten Aufgabenzuwachs verschärft. Den Angaben der Veranstalter zufolge gibt es in Deutschland knapp 400 Gesundheitsämter, in denen rund 17 000...

Ärzte: Patienten und Putzkolonne über Krankenhauskeime aufklären

München (dpa) - Im Kampf gegen gefährliche Krankenhauskeime wollen Ärzte auch Patienten und nicht-medizinisches Personal wie Reinigungskräfte und Transportdienste stärker in die Pflicht nehmen. Sie müssten besser über die Grundregeln der Hygiene aufgeklärt werden, sagte Claus-Dieter Heidecke, Direktor der Klinik für Chirurgie an der Universitätsmedizin Greifswald, am Mittwoch in München. Vom 28. April an kommen dort rund 5000 Mediziner zum 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie zusammen. Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an einer...

Erneuter Rückschlag für die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen

Berlin (dpa) - Die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, die über wesentliche Belange von mehr als 70 Millionen gesetzlich Krankenversicherten entscheidet, hat einen weiteren Rückschlag von der Politik einstecken müssen. Der Gesundheitsausschuss votierte am Mittwoch einstimmig gegen die Nominierung zweier Kandidaten als unabhängige Mitglieder des sogenannten Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), wie der Vorsitzendes des Bundestags-Gremiums, Edgar Franke (SPD), mitteilte. Im G-BA, dem höchsten Entscheidungsgremium der Selbstverwaltung, sind Ärzte, Zahnärzte, Krankenkassen und Krankenhäuser...

BGH überprüft Freispruch in Göttinger Transplantations-Skandal

Leipzig (dpa) - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat am Mittwoch über den Freispruch eines Göttinger Mediziners wegen des Transplantations-Skandals verhandelt. Der 5. Strafsenat des BGH in Leipzig muss über die Revision der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Landgerichts Göttingen entscheiden (Az.: 5 StR 20/16). Mit einem Urteil wird im Laufe des Mittwochs gerechnet. Das Landgericht hatte den früheren Leiter der Göttinger Transplantationsmedizin 2015 freigesprochen. Der Arzt habe zwar medizinische Daten manipuliert, sich damit aber nicht strafbar gemacht. Die Staatsanwaltschaft hatte...