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Mehr oder weniger Ärzte - wie gesund ist die medizinische Versorgung?

Mehr als 37 Milliarden Euro bekamen die Praxisärzte vergangenes Jahr - so viel wie nie zuvor. Es gibt auch so viele Mediziner wie nie. Und trotzdem müssen die Patienten laut den Ärzten wachsende Lücken in der Versorgung hinnehmen. Berlin (dpa) - «Etwas mehr und doch zu wenig» - so bewertet Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery den jüngsten Rekord bei den Medizinern in Deutschland. Warum warnen die Ärzte trotz steigender Zahlen vor einem Mangel? Und welche Ansätze zur Lösung gibt es? Wie viele Ärzte arbeiten in Deutschland? Die Zahl stieg 2014 binnen eines Jahres um 2,2 Prozent auf 365 247....

Rekord von mehr als 365 000 Ärzten in Deutschland

Berlin (dpa) - Noch nie hat es in Deutschland so viele Ärzte gegeben wie heute. Nach einer neuen Statistik der Bundesärztekammer arbeiten derzeit mehr als 365 000 Mediziner in der Bundesrepublik. Die Zahl der bei den Landesärztekammern gemeldeten ärztlich tätigen Mediziner sei im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen, teilte die Kammer am Dienstag in Berlin mit. Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery warnte dennoch vor einem Ärztemangel. «Dieses leichte Plus reicht bei Weitem nicht aus, um die Lücken in der medizinischen Versorgung zu schließen, die sich aus einer Reihe von...

Tarifverhandlungen für Krankenhausärzte gehen weiter

Düsseldorf (dpa) - In Düsseldorf hat am Donnerstag die zweite Tarifrunde für bundesweit rund 52 500 Ärzte an kommunalen Krankenhäusern begonnen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund verlangt 5,4 Prozent mehr Geld, weniger Wochenenddienste und eine bessere Bezahlung der Bereitschaftsdienste. Die Arbeitgeber lehnen die Forderungen als zu teuer ab. In der Summe ergebe sich eine Kostensteigerung von rund 9 Prozent. Nach Angaben der Ärztegewerkschaft sollten am Donnerstag erstmals Details besprochen werden. Der Marburger Bund verlangt, mindestens zwei Wochenenden im Monat sollten frei sein. Der...

Ehemaliger Chefarzt wegen Missbrauchs von Patientinnen angeklagt

Bamberg (dpa) - Im Missbrauchskandal am Bamberger Klinikum hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen ehemaligen Chefarzt erhoben. Ihm werden Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Der Arzt soll Frauen unter dem Vorwand einer angeblichen medizinischen Studie untersucht und sich dabei an ihnen vergangen haben. Zuvor soll er sie mit Medikamenten ruhiggestellt haben, wie die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilte. Der inzwischen entlassene Chef der Klinik für Gefäßchirurgie hat die Vorwürfe bestritten und erklärt, nur medizinisch notwendige...

Bürokratieabbau: Formularflut nervt Patienten, Ärzte, Kassen

Berlin (dpa) - Formulare über Formulare: Die fortschreitende Bürokratie im Gesundheitswesen nervt Patienten, Ärzte und Krankenkassen gleichermaßen. Die Barmer GEK sowie die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Westfalen-Lippe wollen den Druck auf Krankenkassen und Ärzteschaft erhöhen, gemeinsam gegen die Flut unverständlicher Formulare anzugehen. In Pilotprojekten in Borken, Münster und Dortmund überprüfen Kasse und Ärzte Formulare auf ihre Praxistauglichkeit. Barmer GEK-Chef Christoph Straub unterstrich am Mittwoch in Berlin, weniger «Papierkram» für den Arzt bedeute mehr Zeit für den...

Hintze: Ethikrat stärkt Ärzte-Gewissensfreiheit bei Suizidhilfe

Berlin (dpa) - Die jüngste Stellungnahme des Ethikrates zur ärztlichen Hilfe zur Selbsttötung stärkt nach Ansicht einer Gruppe von Koalitionsabgeordneten die Gewissensfreiheit der Mediziner. Bundestagsvizepräsident Peter Hintze sowie SPD-Fraktionsvize Carola Reimann, die diese Gruppe vertreten, sagten am Freitag der Deutschen Presse-Agentur: «In für sie ausweglosen Situationen müssen todkranke Menschen das Recht haben, den Arzt um Suizidassistenz zu bitten. Es bleibt die freie Gewissensentscheidung des Arztes, ob er diesem Wunsch folgen will.» Damit werde der Ethikrat dem breiten...

Ärzte: Patienten und Putzkolonne über Krankenhauskeime aufklären

München (dpa) - Im Kampf gegen gefährliche Krankenhauskeime wollen Ärzte auch Patienten und nicht-medizinisches Personal wie Reinigungskräfte und Transportdienste stärker in die Pflicht nehmen. Sie müssten besser über die Grundregeln der Hygiene aufgeklärt werden, sagte Claus-Dieter Heidecke, Direktor der Klinik für Chirurgie an der Universitätsmedizin Greifswald, am Mittwoch in München. Vom 28. April an kommen dort rund 5000 Mediziner zum 132. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie zusammen. Rund eine halbe Million Menschen in Deutschland erkranken jedes Jahr an einer...

Acht Jahre Haft für Arzt im Organspende-Prozess gefordert

Göttingen (dpa) - Acht Jahre Haft hat die Staatsanwaltschaft im Prozess um den Göttinger Organspende-Skandal für den angeklagten früheren Chefarzt gefordert. Außerdem plädierte Oberstaatsanwältin Hildegard Wolff am Montag dafür, dass der Mann ein lebenslanges Berufsverbot als Transplantationsmediziner erhalten solle. Der 47-jährige Chirurg habe sich des versuchten Totschlags in elf und der vorsätzlichen Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen schuldig gemacht, sagte Wolff am Montag im Landgericht Göttingen in ihrem rund sechs Stunden dauernden Plädoyer. Die Verteidigung soll am...

Ärztekammer: Reformen nach Organspende-Skandal greifen

Göttingen (dpa) - Knapp drei Jahre nach Bekanntwerden des Göttinger Organspende-Skandals sehen Experten große Fortschritte. Die Reformen im deutschen Transplantationssystem hätten auch eine Abschreckungsfunktion, betonte der Vorsitzende der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der Bundesärztekammer, Hans Lilie. «Kein Chirurg wird mehr Manipulationen wagen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die Mediziner wüssten, dass sonst ihre Karriere zu Ende wäre. Der Göttinger Organspende-Skandal war im Sommer 2012 bekanntgeworden. Ein Leberchirurg soll seine Patienten auf dem Papier...

Studie: Landbevölkerung bei Ärzte-Versorgung im Nachteil

Die Bedarfsplanung von Arztpraxen geht zum Teil weit am tatsächlichen Bedarf einer Region vorbei. Das liegt auch am Verteilungsschlüssel. Der könnte geändert werden - wenn Ärzte und Kassen wollten. Nun will der Gesetzgeber nachhelfen. Berlin (dpa) - Die Land-Bevölkerung ist bei der Versorgung mit Arztpraxen weiterhin im Nachteil gegenüber Städtern. Daran habe auch die vor zwei Jahren in Kraft getretene Bedarfsplanung nichts geändert, nach der Kassenärztliche Vereinigungen und Krankenkassen die Verteilung der Arztpraxen festlegen sollen. Dies ergab eine am Dienstag veröffentlichte Studie im...