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Ärztekammern weiter strikt gegen assistierten Suizid

Berlin (dpa) - Die Ärztekammern in Deutschland lehnen weiterhin eine ärztlich assistierte Selbsttötung strikt ab. In einer am Freitag vorgestellten Erklärung heißt es: «Die Berufsordnungen der Ärztekammern formulieren einheitlich und bundesweit, dass es die Aufgabe von Ärzten ist, das Leben zu erhalten.» Zudem müssten die Gesundheit geschützt und wiederhergestellt, Leiden gelindert und Sterbenden Beistand geleistet werden. Der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, trug in Anwesenheit der 17 Regionalvertreter die Position vor. Es gebe keinen Ansatz, die...

Die Schweigepflicht - Geheimnis gewahrt oder strafbar gemacht?

Hätten die behandelnden Ärzte des Germanwings-Copiloten den Arbeitgeber über eine mögliche Krankheit ihres Patienten informieren dürfen - oder sogar müssen? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Berlin (dpa) - Die Angaben über eine mögliche Erkrankung des Copiloten vom Germanwings-Flug 4U 9525 sind nicht gesichert. Dennoch ist eine Debatte über eine Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht aufgekommen. Warum gibt es die ärztliche Schweigepflicht? Die ärztliche Schweigepflicht gehört laut Bundesärztekammer zum Kernbereich der Berufsethik. «Ärzte haben über das, was ihnen in ihrer...

Studie: Suizid mit ärztlicher Hilfe ist selten

Bochum (dpa) - Einer aktuellen Ärztebefragung zufolge ist Selbsttötung mit ärztlicher Hilfe der Ausnahmefall. Zu diesem Schluss kommt eine am Montag veröffentlichte Studie des Instituts für Medizinische Ethik der Ruhr-Universität Bochum. Nur ein Fall von ärztlich assistiertem Suizid ist den Studienleitern bei der Befragung von 734 Medizinern genannt worden. Bei dieser Form der Sterbehilfe unterstützt der Arzt, der Patient vollzieht jedoch die letzte Handlung. Die Bundesärztekammer lehnt ärztliche Hilfe zur Selbsttötung ab. In ihren Grundsätzen dazu heißt es: «Die Mitwirkung des Arztes bei der...

Bettruhe statt Pillen - neuer Vorstoß gegen überflüssige Therapien

Berlin (dpa) - Ärzte und Krankenkassen wollen etwas gegen überflüssige Therapien tun, die Ärzte ihren Patienten verordnen. Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin startet «Listen überflüssiger Maßnahmen» bei Behandlung und Diagnose, wie ihr Vorsitzender Michael Hallek dem Nachrichtenmagazin «Focus» sagte. Man wolle deutlich machen, «dass auch das Unterlassen einer medizinischen Maßnahme eine wichtige ärztliche Leistung sein kann». Die Krankenkassen begrüßten den Vorstoß. «Es ist sicherlich häufig anstrengender für einen Arzt, einen Patienten von einer Woche Bettruhe zu überzeugen, als...

Fehler bei einem Test für Organspende im Klinikum Bremerhaven

Bremen (dpa) - Ärzte haben bei einer Organspende im Klinikum Bremerhaven einen Test auf Hirntod nicht ordnungsgemäß durchgeführt. Es handele sich um einen formalen Fehler in der Dokumentation, sagte ein Sprecher des Gesundheitsressorts in Bremen am Montag. Die bei der Bundesärztekammer angesiedelte Überwachungskommission will noch im Laufe des Tages eine Stellungnahme zu dem Vorfall abgeben. Die «Süddeutsche Zeitung» hatte berichtet, dass die Ärzte die Organentnahme Anfang Dezember 2014 wegen des Fehlers abgebrochen hatten. Zu dem Zeitpunkt war der Bauch des Patienten schon aufgeschnitten....

Bundestag beschließt Reform der medizinischen Versorgung

Berlin (dpa) - Der Bundestag hat eine Reform der medizinischen Versorgung in Deutschland mit den Stimmen der Koalition beschlossen. Die Bundesregierung will mit dem Versorgungsstärkungsgesetz vor allem die Verteilung der Ärzte in Deutschland verändern. Überversorgung in Ballungsräumen soll entzerrt, Unterversorgung in ländlichen Regionen behoben werden. Zur besseren Planung des regionalen Ärztebedarfs sollen die Niederlassungsbezirke deutlich verkleinert und damit überschaubarer gemacht werden. Die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) sollen Terminservicestellen einrichten, um...

Radiologen bekommen in Deutschland die höchsten Vergütungen

Wiesbaden (dpa) - Radiologen haben in Deutschland die höchsten Einnahmen unter den Ärzten - mit weitem Abstand gefolgt von Augenärzten und Orthopäden. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, erzielten 2015 die Praxen der Fachgebiete Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie mit 850 000 Euro im Schnitt den höchsten Reinertrag, Praxen der Augenheilkunde kamen auf durchschnittlich 370 000 Euro und der Orthopädie auf 310 000 Euro. «Am niedrigsten fiel der durchschnittliche Reinertrag mit 180 000 Euro bei den Praxen der Fachgebiete Neurologie, Psychiatrie und...

Barmer GEK: Neuen Test gegen Gebärmutterhalskrebs durchsetzen

Berlin (dpa) - Die Krankenkassen dringen darauf, dass Frauen in Deutschland zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs auch eine neue Form des Tests bezahlt bekommen. Der sogenannte HPV-Test sei besser als bisherige Methoden, an denen die Ärzteschaft festhalten wolle, sagte der Vorsitzende der Ersatzkasse Barmer GEK, Christoph Straub, am Donnerstag in Berlin. Für die bisherigen Methoden müssten die Frauen alle zwei Jahre in die Arztpraxis kommen, für den moderneren HPV-Test nur alle fünf Jahre. Der Test erkenne «humane Papillomaviren» (HPV), die als wichtigster Risikofaktor für den...

Marburger Bund unzufrieden mit Plänen zur Krankenhausreform

Frankfurt/Main (dpa) - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund (MB) findet den bisherigen Entwurf zur Krankenhausreform «ziemlich enttäuschend». Unter dem Deckmantel einer Qualitätsoffensive würden weiter Kapazitäten abgebaut, sagte MB-Vorsitzender Rudolf Henke am Montag in Frankfurt. Der MB vertritt die angestellten und beamteten Ärzte. An diesem Dienstag beginnt in Frankfurt der Deutsche Ärztetag. Der Marburger Bund fordert mehr Geld für die Versorgung ambulanter Patienten in den Klinik-Notaufnahmen. Derzeit fingen die Krankenhäuser nicht nur Engpässe im ärztlichen Notdienst ab, sagte Henke,...

Experte hält Organspende-System inzwischen für manipulationssicher

Göttingen (dpa) - Nach dem Göttinger Organspende-Skandal hält der Vorsitzende des Bundestags-Gesundheitsausschusses, Edgar Franke (SPD), das System inzwischen für weitgehend manipulationssicher. Durch engmaschige Kontrollen der Transplantationszentren und ein Sechs-Augen-Prinzip seien individuelle Manipulationen, wie sie 2012 in Göttingen aufflogen, inzwischen weitgehend ausgeschlossen, sagte Franke dem Südwestrundfunk. Der Politiker warb für eine höhere Spendenbereitschaft und verwies darauf, dass auf der Warteliste für ein Spenderorgan derzeit im Schnitt pro Tag drei Patienten sterben...