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Streit um Homöopathie - Kritiker wollen Zusatzbezeichnung kippen

Münster (dpa) - Im jahrelangen, emotional geführten Streit um die Berechtigung der Homöopathie haben die Kritiker eine neue Attacke vorgebracht. Sie möchten erreichen, dass Ärzte nicht mehr die Zusatzbezeichnung «Homöopathie» auf dem Praxisschild führen dürfen. Mit einer solchen Zusatzbezeichnung für Ärzte werde das Patientenvertrauen untergraben. Denn der Titel gebe der homöopathischen Lehre den Anstrich wissenschaftlicher Seriosität. Tatsächlich handele es sich aber um eine «esoterische Heilslehre», erklärten die Kritiker rund um die Münsteraner Medizinethikerin Bettina...

Digitalisierung im Gesundheitswesen stockt

Berlin (dpa) - Die geplante digitale Vernetzung von Ärzten, Kliniken und Apotheken gerät ins Stocken. Der für November angekündigte Start abschließender Tests verzögert sich, weil die Industrie Lieferschwierigkeiten hat. Dies berichtet die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ/Montag). Demnach haben die Hersteller Testgeräte nicht rechtzeitig dem Bundesamt für Sicherheit der Informationstechnik geschickt. Der schon mehrfach verschobene Test für das Zusammenspiel von Gesundheitskarte, Arztausweis und Lesegeräten mit einem sicheren IT-Netz in tausend Arztpraxen sei im November «weder realistisch...

Arbeitsgemeinschaft warnt vor Risiken bei mehreren Medikamenten

Berlin (dpa) - Die Arbeitsgemeinschaft «Gesundheit 65 Plus» hat vor den Risiken gewarnt, die insbesondere für ältere Menschen bei der regelmäßigen Einnahme von mehreren Medikamenten gleichzeitig entstehen. Dadurch könne der Behandlungserfolg gefährdet, die Lebensqualität vermindert oder die Gefahr von Todesfällen steigen, erklärte die Arbeitsgemeinschaft am Mittwoch in Berlin. Zwischen drei und sieben Prozent aller Krankenhauseinweisungen hätten als Ursache unerwünschte Arzneimittelwirkungen, davon verliefen zwei Prozent tödlich. Dem Gesundheits- und Sozialsystem entstünden auf diese...

Krankenkassen: Krankenhausgesellschaft verunsichert Patienten

Berlin (dpa) - Die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) hat Darstellungen der Krankenhäuser zurückgewiesen, die Neuregelung zur ersten Begutachtung von Notfallpatienten setze Ärzte massiv unter Zeitdruck. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, sagte der Deutschen Presse-Agentur: «Es ist ausgemachter Unsinn, dass für die Abklärung, ob ein Notfall vorliegt, nur zwei Minuten zur Verfügung stehen.» Dass «die Krankenhauslobby in diesem Streit Patienten und Ärzte mit ihren Schreckensmeldungen verunsichert», sei ärgerlich. Hintergrund...

Immer mehr Schmerzpatienten in Deutschland

Berlin (dpa) - Bei immer mehr Patienten in Deutschland stellen Ärzte chronische Schmerzen fest. Die Zahl stieg in den vergangenen Jahren kontinuierlich auf zuletzt 3,25 Millionen an, wie aus dem am Dienstag in Berlin veröffentlichten Arztreport 2016 der Krankenkasse Barmer GEK hervorgeht. Waren 2005 noch 1,59 Prozent der Bevölkerung betroffen, waren es demnach 2014 mehr als 4 Prozent. Unter den Bundesländern gab es die meisten Diagnosen in Brandenburg mit 5,8 Prozent der Bevölkerung, gefolgt von Berlin mit 5,7 und Thüringen mit 4,8 Prozent. Am seltensten wurden chronische Schmerzen in Bremen...

Das Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen

Berlin (dpa) - Das Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen gilt für alle Berufssparten. Doch es nimmt vor allem Ärzte und Pharmaindustrie ins Visier. Anlass für die Gesetzesinitiative war 2012 der Hinweis des Bundesgerichtshofs auf eine Gesetzeslücke. Der BGH kritisierte damals, dass niedergelassene Ärzte nicht wegen Bestechlichkeit bestraft werden können. Korrupten Ärzten drohen nach dem Gesetzentwurf von Justizminister Heiko Maas (SPD) künftig bis zu drei Jahre Haft. Besonders schwere Fälle von Bestechung oder Bestechlichkeit werden sogar mit fünf Jahren Gefängnis geahndet. Die Strafe...

Fehler oder Manipulation? Einfallstor ambulante Diagnosen

Spätestens seit 2016 sind Manipulationen durch Krankenkassen bekannt: Sie schließen gezielt Verträge mit Ärzten, um die Abrechnung von bestimmten Krankheiten zu beeinflussen und so noch mehr Zuweisungen zu generieren. Die Diskussion der Manipulationsanfälligkeit des Morbi-RSA rückte mit den Betreuungsstrukturverträgen auf die politische Agenda. Die Politik hat zwar den Versuch unternommen, diese Aktivitäten zu stoppen. In der Praxis finden sich jedoch nach wie vor Umgehungsstrategien, um die Einnahmen der Kassen durch die RSA-Zuweisungen zu optimieren. Ein Einfallstor für...

Sachverständige und Kassen fordern Reform der Notfallversorgung

Notaufnahmen beklagen zu viele Patienten, die sich wiederum über lange Wartezeiten ärgern. Und das ist nicht das einzige Problem in der Notfallversorgung. Alle Beteiligten sind sich einig: So kann es nicht so bleiben - und machen Vorschläge für Reformen. Berlin (dpa) - Die Notaufnahmen sind überlastet, das medizinische Personal ist frustriert: Aus Sicht eines Expertengremiums herrscht bei der Notfallversorgung in Deutschland großer Reformbedarf - auch Kassen und Kassenärzte wollen Änderungen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) hat...

Antikorruptionsgesetz: Bekommt der Patient, was er braucht?

Das neue Gesetz gegen Korruption im Gesundheitswesen gilt für alle Berufssparten. Doch es nimmt vor allem Ärzte und Pharmaindustrie ins Visier. Berlin (dpa) - Lange empörten sich die Ärzte über das Ansinnen der großen Koalition, ein Antikorruptionsgesetz im Gesundheitswesen zu schaffen. Als es nichts half, setzten sie sich an die Spitze der Bewegung. Dass ein neues Gesetz nötig ist, ist heute nicht mehr strittig, zumal auch der Bundesgerichtshofs 2012 kritisierte, dass die freiberuflichen, niedergelassenen Ärzte nicht wegen Bestechlichkeit bestraft werden können. Von welchen Summen ist die...

Patientenschützer: Antikorruptionsgesetz nachbessern

Berlin (dpa) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat Nachbesserungen am Gesetzentwurf zur Bekämpfung von Korruption im Gesundheitswesen verlangt. So sollten die umstrittenen Anwendungsbeobachtungen von Medikamenten an Patienten in ihrer jetzigen Form klar verboten werden, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. «Alle notwendigen Studien müssen durch eine Bundesbehörde genehmigt werden und strengen Transparenzregeln unterliegen.» Rund 1,7 Millionen Patienten seien 2014 in Anwendungsbeobachtungen einbezogen gewesen - «in der Regel ohne ihr Wissen», kritisierte...