Impfung

Boostern gegen die vierte Welle

Deutschland steckt mitten in der vierten Corona-Welle. Die Zahl der Neuinfektionen steigt rasant, immer mehr Krankenhäuser warnen vor einer Überlastung.
Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit zu erkranken, steigt, je länger die Immunisierung zurückliegt und dies insbesondere bei älteren und vorerkrankten Personen. Daher wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für alle bereits Geimpften ab 18 Jahre eine Auffrischungsimpfung (Booster) empfohlen.

Hände, die eine Impfspritze aufziehen (im Hintergrund das Coronavirus)

Prioritär sollen jedoch laut STIKO folgende Personen berücksichtigt werden:

  • Personen im Alter von ≥ 70 Jahren
  • Personen mit Immundefizienz
  • Bewohner:innen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen sowie Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen.
  • Bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich (Erst-)geimpft werden.

Zum Zeitpunkt für die Auffrischungsimpfung empfiehlt die STIKO folgendes:

  • in der Regel im Abstand von 6 Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung
  • eine Verkürzung des Impfabstandes auf 5 Monate kann im Einzelfall oder wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind erwogen werden

Ausnahme:

  • Personen, die mit dem Johnson&Johnson-Impfstoff geimpft wurden, sollen so schnell wie möglich den Booster nach der Grundimmunisierung erhalten (frühestens jedoch 4 Wochen danach). Als Grund nennt die STIKO die vergleichsweise geringe Impfstoffwirksamkeit des Präparats gegenüber der Delta-Variante.

Zum Booster-Impfstoff gibt es eine klare Empfehlung der STIKO:

  • Unabhängig davon, welcher Impfstoff für die Grundimmunisierung verwendet wurde, soll für die Auffrischimpfung ein mRNA-Impfstoff verwendet werden.

Die Corona-Modellierung der TU Berlin geht davon aus, dass mit den Auffrischungsimpfungen eine Wende möglich ist. In den Simulationen sieht man deutlich infektionsreduzierende Effekte sobald 30 Prozent der Bevölkerung geboostert wären. Dies sieht auch der Intensivmediziner Christian Karagiannidis so: „Eine Million Auffrischimpfungen pro Tag wären nötig, um die Ausbreitung des Virus deutlich zu reduzieren“, sagte Karagiannidis in einem Interview mit dem NDR. Einen Effekt der Booster-Impfungen könne man zwar frühestens in vier Wochen erwarten, aber „wir brauchen jetzt in irgendeiner Form eine Bremse, damit die Zahlen nicht ins Uferlose steigen.“

Für weitere Informationen:

Pressemitteilung der STIKO vom 18.11.2021 zur Booster Impfung 

Interview vom NDR mit Intensivmediziner Christian Karagiannidis

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