BKK Magazin

Hitzemanagement - Ein Public Health Ansatz

Von Dr. Patricia Ex, Abteilungsleiterin Versorgungsmanagement mit der Initiative Klima und Versorgung im BKK Dachverband

Spürbare Folgen des Klimawandels sind zunehmende Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen bis hin zu veränderten Jahreszeiten mit häufigeren und intensiveren Hitzewellen. Hinzu kommen Luftverschmutzungen und Umweltkatastrophen. Das hat Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung. Im Sinne des Public-Health-Ansatzes ist eine Sensibilisierung der Gesellschaft in ihrer Klima-, Umwelt- und Gesundheitskompetenz mit allgemeinen Informationen und Handlungsmöglichkeiten erforderlich.

Radfahrer im Straßenverkehr bei Sonnenuntergang

Handlungsfelder zum Umgang mit Hitze

Eine interprofessionelle Initiative im BKK Dachverband hat mithilfe agiler Methoden Maßnahmen und Handlungsfelder zum Umgang mit Hitze herausgearbeitet und zugleich an bestehende Projekte, Kooperationen und Schwerpunkte des BKK Systems angeknüpft. Dabei stand vor allem der frühzeitige Austausch mit den Akteuren im Solidarsystem im Fokus, um Synergien zu schaffen. Trotz der Bedeutung des Themas bestätigten die Gesprächspartner, dass konkrete Maßnahmen weitgehend fehlen. Ein Ziel war daher, Handlungsfelder für weitere, themenspezifische Expertenrunden aufzuzeigen. Auch die umfangreiche Materialsammlung soll eine weitere Bearbeitung unterstützen. Denn eines ist gewiss: Das Thema Hitze wird uns im Gesundheitswesen weiter beschäftigen – hoffentlich nicht erst bei der nächsten akuten Hitzewelle.

Der Innovations-und Transformationsprozess

Seit 2021 führt der BKK Dachverband einen Innovations-und Transformationsprozess durch, um auch für künftige Anforderungen an die GKV und das BKK System gewappnet zu sein. Eines der sieben Ziele ist die Entwicklung von zukunftsweisenden und SGB-übergreifenden Versorgungsansätzen im BKK-System. Zum interprofessionellen und vernetzten, asynchronen Arbeiten und zur Förderung von Innovationen wurde die agile Arbeitsmethode gewählt. Innerhalb von sechs Monaten erarbeitete ein abteilungsübergreifendes Team konkrete Handlungsfelder im Bereich Klima und Versorgung. Die
interdisziplinäre Zusammensetzung mit den unterschiedlichen Kompetenzen der sieben Mitarbeitenden waren ein Erfolgsfaktor. Gespräche mit einer Vertragsarbeitsgemeinschaft (VAG) der Betriebskrankenkassen, Betriebsärzten und mit den Pflegeexperten des BKK Dachverbands runden die Expertise ab und eröffnen vielfältige Blickwinkel auf das Thema. Die Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Gesundheit sind vielfältig und umfassend. Die Initiative hat sich auf das Thema Hitze verständigt: Ziel ist es, spezifische Vorsorge-, Beratungs-, Informations- und Versorgungsangebote für die Versicherten der Betriebskrankenkassen zu schaffen, um die negativen gesundheitlichen Auswirkungen von (zunehmender) Hitze zu reduzieren. Eine Erkenntnis ist, dass sich viele Akteure im Gesundheitswesen bereits mit ersten Ideen zum Hitzemanagement beschäftigen. Konkrete Maßnahmen, auch mit einem das Gesundheitswesen umfassenden Fokus, fehlen jedoch meist. Daher hat die Initiative anschauliche Umsetzungsvorschläge zusammengetragen und entwickelt, die Ideen anregen und weitere Diskussionen fördern sollen. Die Ergebnisse und identifizierten Handlungsfelder können von weiteren Fachexperten konkretisiert werden, um bereits bestehende Aktivitäten der Betriebskrankenkassen mit Aspekten des Hitzemanagements zu ergänzen.

Ausgangslage Hitze und Gesundheit

Der Klimawandel zeigt sich deutlich durch die Erhöhung der Durchschnittstemperatur, die zu extremen Hitzeperioden und -wellen führt. Auch in Deutschland nimmt die Zahl der Jahre mit besonders heißen Sommern und Hitzetagen zu. Die gesundheitlichen Folgen sind vielfältig. Bei einer hitzebedingten Krankschreibung liegt die Ausfallzeit im Schnitt bei einer Woche. Das Robert Koch-Institut identifiziert sogar 4.500 hitzebedingte Sterbefälle im Sommer 2022.
Der Umgang mit hitzeassoziierten Gesundheitsproblemen gewinnt zunehmend an Relevanz. Hitzemanagement ist ein Beitrag für einen Public-Health-Ansatz und leistet einen wichtigen Beitrag zur Gesunderhaltung. Beratung und Akutversorgung inklusive eines Arzneimittelmanagements, Maßnahmen in der Pflege und hier gerade auch pflegende Angehörige sowie Präventionsmaßnahmen aus der betrieblichen Gesundheitsförderung sind in den Fokus zu nehmen.

Hitzeschutzwoche #EsWirdHeiss

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Modul Beratung und Versorgung

Eine Grundvoraussetzung zur Reduktion hitzebedingter Beeinträchtigungen ist eine allgemeine klima- und umweltsensible Gesundheitskompetenz der Bevölkerung. Diese erhöht die Bereitschaft für Verhaltensänderungen der Einzelnen. Bei der klimasensiblen Beratung wird über Gesundheitsrisiken und Präventionsmaßnahmen, wie z. B. Maßnahmen des Hitzeschutzes aufgeklärt. Darüber hinaus wird über die Vorteile eines klimaschützenden und gesunden Lebensstils, wie z. B. die überwiegend pflanzenbasierte Ernährung, informiert. Die Initiative hat ein komprimiertes Informationsmerkblatt mit Tipps, um der Hitze zu begegnen, entwickelt.
Wichtige Akteure im Hitzemanagement sind die Hausärztinnen und Hausärzte, die als Vertrauenspersonen im regelmäßigen Kontakt zu vulnerablen Personengruppen und deren Angehörigen stehen. Derzeit steht das Thema Hitze noch nicht im Fokus der breiten Ärzteschaft. Auch wenn diese Aspekte prinzipiell bereits zu den präventiven Aufgaben in der primärärztlichen Versorgung gehören, bedarf es zunehmend einer spezifischen Fokussierung auf klimabedingte Auswirkungen. Bestandteile sind eine individuelle Anamnese und Berücksichtigung der Patientinnen- und Patientensituation. Dabei werden z. B. soziale und umweltbedingte Faktoren, Lebensstil sowie Vorerkrankungen berücksichtigt. In das Beratungsgespräch wären hitzebedingte Themen einzubinden. Dabei wird über Risiken von Hitzeauswirkungen auf die Gesundheit informiert und aufgeklärt und zugleich die Prävention hitzebedingter Erkrankungen durch den Gesundheits- und Lebensstil einbezogen. Vulnerable Gruppen, wie Kinder und Ältere sind über konkrete Verhaltensweisen und Gegenmaßnahmen bei Hitzewellen (wie richtiges Lüften, genügend Trinken, etc.; siehe auch Informationsmerkblatt) aufzuklären. Die proaktive Kontaktaufnahme vor Hitzewellen, aber auch bei starker Hitze, und die Behandlung per Videosprechstunde spielen eine wichtige Rolle. Ein Großteil dieser Aufgaben muss nicht notwendigerweise durch eine Ärztin oder einen Arzt erbracht werden. Es ist auch der Einsatz speziell geschulten Personals möglich – in Praxen, bei Krankenkassen und anderen gesundheitsbezogenen Einrichtungen.
Eine weitere Komponente ist das Hitze-Medikationsmanagement. Hitzebelastungen begünstigen unerwünschte Arzneimittelwirkungen. Dosisreduktionen werden dann nötig, wenn Arzneistoffe vermindert ausgeschieden werden. Dies ist insbesondere dann relevant, wenn die Niere nicht mehr richtig arbeitet. Entwässernde Medikamente (Diuretika) befördern einen Flüssigkeitsmangel. Hier gilt es, temperatursensibel zu dosieren. Ein frühzeitiger vorsommerlicher Medikamenten-Check-Up verschafft einen Überblick über potentiell gefährdende Arzneimittel bei Hitze. So kann die Medikation in Hitzeperioden kurzfristig angepasst werden. Dies ist umso wichtiger, je mehr Arzneimittel eingenommen
werden (Polymedikation). Eine Umsetzung im BKK System wäre über die VAG denkbar. Zu klären ist, inwiefern spezifische Leistungen des Hitzemanagements existieren, die nicht bereits in den ärztlichen Leistungen enthalten sind. Nur für diese könnte eine zusätzliche selektivvertragliche Vereinbarung abgeschlossen werden. Erste Rückmeldungen zu Gesprächen mit Hausärzteverbänden zeigen jedoch größere Vorbehalte der Ärzteschaft. Zum einen wird ein zu hoher zeitlicher Aufwand gesehen. Zum anderen werden haftungsrechtliche Bedenken geäußert, da die Fachinformationen zu den Arzneimitteln keine Dosisanpassungen bei Hitze vorsehen. Perspektivisch sind demnach auch die pharmazeutischen Unternehmen gefragt, ihre Fachinformationen anzupassen. Erfahrungen aus Ländern mit dauerhaft heißen klimatische Bedingungen dürften vorliegen.
Das Universitätsklinikum Heidelberg stellt Informationen zur richtigen und sicheren Arzneimittel-Anwendung bei Hitze bereit. Die veröffentlichte „Heidelberger Hitze-Tabelle“ fasst einzelne Arzneistoffklassen mit den zu erwartenden Risiken und mögliche Maßnahmen zur Risikominimierung zusammen. Die zugrundeliegenden Studienergebnisse sind noch sehr begrenzt. Der Forschungsbedarf für den deutschen Versorgungskontext ist groß. Zukünftige Forschungsergebnisse könnten in einer Leitlinie der wissenschaftlich- medizinischen Fachgesellschaften zusammengefasst werden, um in der
Versorgungspraxis Berücksichtigung zu finden. Für den hausärztlichen Bereich liegt z. B. eine S1-Leitlinie „Hitzebedingte Gesundheitsstörungen in der hausärztlichen Praxis“ vor, die sich allerdings nicht mit Arzneimitteln befasst. Gleichzeitig kann im Rahmen des Hitze-Medikationsmanagements auch auf die richtige Entsorgung von Arzneimitteln hingewiesen werden. Nicht korrekt entsorgte Medikamente gelangen in die Umwelt, da Kläranlagen nicht alle im Abwasser enthaltenen Substanzen zurückhalten.

Informationsblatt Hitzeschutz
Dieses Informationsmerkblatt ist eine eigene Darstellung und basiert u. a. auf folgenden Quellen: https://www.pflege-praevention.de/tipps/sommerhitze-pflegebeduerftige/; http://www.klinikum.uni-muenchen.de/Bildungsmodule-Aerzte/de/Co-HEAT/Fuer-Gesundheitsberufe/Infobroschuere/index.html; https://www.springerpflege.de/hitzeaktionsplaene-fuer-kliniken-und-pflegeheime/18978036 [abgerufen am 17.04.2023]

Modul Pflege

Die Zahl der Pflegebedürftigen nimmt stetig zu. Drei Viertel der rund 5 Mio. pflegebedürftigen Menschen in Deutschland werden zu Hause versorgt, davon 2 Mio. in der Regel allein durch ihre Angehörigen. Pflegenden Angehörigen kommt daher eine wichtige Rolle bei der Wissensvermittlung zu. Sie sollten geschult werden, um die zu Pflegenden in den Hitzeperioden adäquat zu versorgen. Der Umgang mit Klimaveränderungen und Hitze kann pflegenden Angehörigen in Pflegekursen vermittelt werden. Es empfiehlt sich die Schulung im Frühjahr anzubieten und einmal jährlich durchzuführen. Die Schulung sollte darauf vorbereiten, gesundheitliche Gefahren durch Hitze für ältere Menschen zu erkennen und präventive Maßnahmen zu ergreifen. Dies sollte Empfehlungen zu Trinkund Ernährungsverhalten, zum Raumklima, zur Regulierung der Körpertemperatur und zur Lagerung der zu pflegenden Person bei Hitze umfassen. Durch die Schulung können auch frühzeitig Symptome klima- und umweltbedingter Erkrankungen (z.B. Allergien, Herz-Kreislauf-Erkrankungen) erkannt und auch eine Anpassung der Medikation bei Hitze initiiert werden. Als Akteur nehmen die Pflegekassen eine wesentliche Rolle ein. Sie führen u. a. für Angehörige Schulungskurse durch. Online-Schulungen und Apps weiterer Anbieter ergänzen die Beratungsangebote von Pflegeschulungen orts- und zeitunabhängig. Die Schulungsinhalte sollten auch hierbei analog der Schulungskurse durch Pflegekassen ergänzt werden.
Darüber hinaus eignen sich digitale Anwendungen, um hitzespezifische Angebote zu ergänzen (z. B. Trinkplaner). Gleichzeitig kann ein Mehrwert durch die Verknüpfung mit anderen Informationsquellen, wie z. B. Wetter- und Warnsystemen (s. u.) erzielt werden. So wären beispielweise versichertenindividuelle Hinweise und Handlungsempfehlungen mittels Push-Benachrichtigungen denkbar, die in Abhängigkeit von Hitze und individuell hinterlegten Informationen zum Pflegenden (z.B. Vorerkrankungen, Pflegesituation etc.) generiert werden. Pflegende Angehörige, die im Berufsleben stehen, können zusätzlich eine Gesundheitsförderung für sich selbst erhalten. Neben der ambulanten Pflege durch Angehörige gibt es die Säule der stationären Pflege. Beschäftigte in Pflege- und Betreuungseinrichtungen müssen für die gesundheitlichen Folgen von Hitze sensibilisiert und darin geschult werden, wie die Behandlungs- und Betreuungspraxis in den heißen Sommermonaten angepasst wird. Nicht nur die Bewohnerinnen und Bewohner sollten im Fokus des Hitzeschutzes stehen. Erhebungen zeigen, dass Pflegekräfte in besonderem Maße von hitzeassoziierten Erkrankungen und daraus resultierender Arbeitsunfähigkeit betroffen sind.
Der BKK Dachverband fördert seit 2022 im Rahmen der BKK-weiten Initiative „BKK GREEN HEALTH“ ein Projekt des AWO Bundesverbands und der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) zu hitzeresilienten und gesundheitsfördernden Lebens- und Arbeitsbedingungen in der stationären Pflege. Durch Schulungen werden zum einen die Mitarbeitenden befähigt und motiviert, sich und die Pflegebedürftigen in Pflegeheimen gesundheitsbewusst vor Hitze zu schützen. Zum anderen werden die Bewohnerinnen und Bewohner zu hitzebedingten Gesundheitsfolgen und präventiven Maßnahmen in den Fokus genommen.

Modul betriebliche Gesundheitsförderung

Häufigere, längere und intensivere Hitzewellen wirken sich direkt auf die psychische und physische Gesundheit und damit auch auf die Arbeits-und Leistungsfähigkeit von Beschäftigten aus. Neben individuellen körperlichen Belastungen, wie z. B. Herz- Kreislauferkrankungen, sind im betrieblichen Kontext auch psychische Belastungen, wie Erschöpfung und allgemeine Ermüdungen, bis hin zum Hitzschlag relevant. Neben klimabedingter Hitze können Berufstätige auch durch ihre Tätigkeit belastet sein. Die Hitzeexposition ist stark tätigkeits- und branchenabhängig. Insofern können Arbeitgeber
außer bei technischen und organisatorischen Maßnahmen im Betrieb auch Präventionsmaßnahmen durchführen.
Die Betriebskrankenkassen unterstützen Unternehmen bei der Umsetzung präventiver und gesundheitsfördernder Maßnahmen im Betrieb (BGF) – auch in Verbindung mit Maßnahmen zur Klimaanpassung. Arbeitgeber werden zu verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen hitzebedingter Erkrankungen von Beschäftigten im Allgemeinen und
für bestimmte Tätigkeitsgruppen und Anforderungen beraten. Dies sollte in Kooperation mit Unfallversicherungsträgern im Sinne einer Gefährdungsbeurteilung erfolgen. Zudem werden BKK Beraterinnen und Berater zu den Auswirkungen klimatischer Veränderungen auf die Gesundheit der Beschäftigten und zu entsprechenden Präventionsansätzen qualifiziert.
Ergänzend werden Präventionsleistungen im Kontext klimatischer Veränderungen unter Berücksichtigung digitaler Angebote genutzt. In der Initiative BGM 4.0 steht mit dem digitalen Gesundheitsförderungsangebot „Mein Phileo“ eine digitale Anwendung für Beschäftigte in Unternehmen zur Verfügung. Diese enthält erste Interventionen zu Hitzewellen
für Beschäftigte. In dem Zuge wird ebenfalls ein Warnsystem integriert. Derzeit wird daran gearbeitet, „Mein Phileo“ als Arbeitgeberplattform mit Fokus auf BGF und Prävention zur Vermeidung von hitzebedingten Risiken auch mit eigenen Gesundheitsinformationen des jeweils Nutzenden zu verknüpfen. Dieser Schritt stellt einen deutlichen Mehrwert dar.
Zusätzlich werden in der Initiative BKK GREEN HEALTH bereits Qualifizierungsmaßnahmen und Multiplikatorenschulungen für Betriebskrankenkassen und betriebliche Akteure entwickelt. Zudem wird ein Nachhaltigkeitsnetzwerk für Unternehmensakteure und Praktiker aufgebaut. Ebenfalls laufen in der Initiative Projekte zur klimasensiblen Ernährung im Betrieb sowie Projekte zur gesundheitsgerechten Gestaltung von Lebens- und Arbeitsbedingungen in der stationären Pflege im Kontext des Klimawandels. Auch hier könnte ergänzend ein Fokus auf Hitze gelegt werden.

Warnsysteme

Um vor einer drohenden Hitzewelle zu warnen, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation ein zuverlässiges Hitzewarnsystem, das die Dauer des bevorstehenden Hitzeereignisses, Verhaltensempfehlungen sowie gesundheitliche Risiken kommuniziert. In Deutschland ist seit mehr als zehn Jahren das vom Deutschen Wetterdienst (DWD) betriebene
Hitzewarnsystem etabliert. Der DWD gibt die für Deutschland geltenden Hitzewarnungen heraus. In die Warn-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) des Bundes, sind auch Wetterwarnungen des DWD integriert. Die Warnungen können individuell und ortsbezogen aktiviert werden. Zur Vermeidung hitzebedingter Gesundheitsgefahren wären die Warnsysteme besonders wertvoll, wenn sie mit individuellen Gesundheitsinformationen verknüpft werden können, um Risikogruppen zu identifizieren und personalisiert vor Hitzeschäden zu warnen. Sofern eine Verknüpfung von Wetter- und Gesundheitsinformationen nicht möglich ist, PLANETARY HEALTH könnte über eine Filterfunktion z. B. Alter, Geschlecht und gegebenenfalls Vorerkrankungen, eine darauf basierende gesundheitsspezifische Information erfolgen. Perspektivisch wäre auch eine Integration in Krankenkassen-Apps oder andere Krankenkassen-Informationssysteme
denkbar. Zusätzlich könnten Verhaltensmaßnahmen bei Hitze prominent platziert und verantwortliche Stellen, wie z. B. Arztpraxen, Krankenhäuser, Apotheken, Pflegedienste, Pflegeheime, Kindergärten und Schulen als Multiplikatoren eingebunden werden. Perspektivisch könnte auch die elektronische Patientenakte bei Maßnahmen des Hitzemanagements
unterstützen. Sinnvoll wäre es, die bestehenden Warnsysteme zukünftig in die ePA zu integrieren, um z. B. Menschen mit einem bestimmten Pflegegrad, insbesondere ältere Menschen, bei der Einnahme spezieller Medikamente, vor Hitze zu warnen und Verhaltenstipps zu geben.

Zusammenfassung

Die in der interdisziplinären Initiative entwickelten Maßnahmen zum Hitzemanagement zeigen in kompakter Form die vielfältigen Ansätze für die ambulante Versorgung, Pflege und betriebliche Gesundheitsförderung auf. Arbeitsunfähigkeits- und Mortalitätsraten verdeutlichen die zunehmende Bedeutung der Bekämpfung der Gesundheitsfolgen von Hitze. Im Sinne eines Public Health-Ansatzes sind viele unterschiedliche Akteure gefordert, die die breite Bevölkerung mit unterschiedlichen Leistungsinhalten erreichen können. Die Leistungsinhalte betreffen dabei die Kommunikation von Gesundheitsrisiken und zugehörige Präventionsmaßnahmen, Entwicklungen im Rahmen der Behandlung bestimmter Patientinnen und Patienten, das Medikationsmanagement, relevante Anpassungen im Bereich der Pflege und Gesundheitsförderung sowie digitale Unterstützungen.

Die Initiative

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Dr. Jens-Oliver Bock
Referent Finanzen

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Christian Busch
Teamleiter Krankenhaus, Ambulante ärztliche Versorgung, Zahnärzte

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Nele Güntheroth
Referentin Ambulante ärztliche Versorgung/ Schwerpunkt Zahnärzte

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Martin König

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Selvi Yildiz
Referentin Digitalisierung/ Versorgung

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