Mein Phileo

Digitalisierung im BGM

Von Martin König und Julia Reichardt, Gesundheitsförderung, Pflege und Rehabilitation

Die Corona-Pandemie hat Deutschland in kürzester Zeit einen Schub beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen ermöglicht. Hier wurden tatsächlich Dinge schnell und unbürokratisch umgesetzt, anstatt weiterhin in zahlreichen Iterationen darüber zu diskutieren. Während der Schwung nun aber wieder abzuflachen scheint, treibt der BKK Dachverband die digitale Transformation im Betrieblichen Gesundheitsmanagement mit »Mein Phileo« weiter voran. Für das Projekt der Betriebskrankenkassen gilt: Viele Herausforderungen, eine Lösung.

Frau, die auf ihr Handydisplay schaut.

Digital Health

Deutschland ist die stärkste Volkswirtschaft Europas und sogar die viertstärkste im internationalen Vergleich. Eine Vorreiterrolle, die man ebenfalls in Fragen der Digitalisierung vermuten könnte. Denn schon vor zwanzig Jahren hatte die damalige Bundesregierung die Umsetzung der elektronischen Gesundheitskarte vorangetrieben. Welche Möglichkeiten
man damit schuf, war man sich schon damals bewusst – beispielsweise das frühzeitige Erkennen von möglichen Wechselwirkungen bei Medikamenten. Das Ziel war es, auch in Sachen Digitalisierung im Gesundheitswesen und E-Health genau dieses Zugpferd zu werden.
Die bittere Wahrheit aber ist: Im internationalen Vergleich von Digitalisierungsstrategien der Bertelsmann Stiftung von 2018 landet Deutschland auf dem sechzehnten Platz – von siebzehn untersuchten Ländern. Obwohl hier die Stärke, Kompetenzen und das Potenzial vorhanden sind, liegen sie brach. Zugegeben, der Prozess vom analogen zum digital fundierten Gesundheitswesen ist eine unwahrscheinlich große Aufgabe. Das beginnt beim ganzheitlichen Ansatz:

Unzählige Akteurinnen müssen mitbedacht und miteinbezogen werden, jeder und jede von ihnen mit eigenen Herausforderungen. Die Hürden stecken im Detail. Von den einzelnen Wissens- und Aktionssilos muss eine Wandlung zu einem ganzen Ökosystem stattfinden. Dafür müssen stoische Grenzen aufgebrochen und Synergien geschaffen werden. Führt man diese Überlegungen weiter, landet man recht schnell bei der Lösung einer patientenzentrierten Plattform, bei der alle Informationen in Echtzeit zusammenkommen und über die der Patient oder die Patientin autonom verfügen kann.

Grafik Digital Health in Deutschland
An einer ganzheitlichen Strategie und deren Umsetzung kann nicht gearbeitet werden, wenn es noch an den Grundlagen und zu vereinbarenden Standards scheitert.

Pandemie als Digitalsierungstreiber

Als es plötzlich nicht mehr anders ging, ging es plötzlich digital. Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) boten beispielsweise Menschen mit psychischen Leiden wie Erschöpfungsdepressionen erste Hilfe, während sie monatelang auf einen Therapieplatz warten mussten. Die Videosprechstunde und die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
(eAU) hielten die medizinische Versorgung im Lockdown am Laufen und die elektronische Patientenakte (ePA) hielt alle relevanten Informationen an einem Ort. Dennoch ist das am häufigsten genutzte Kommunikationstool in Praxen, Ämtern, Kliniken oder auch Apotheken das Faxgerät. Von dem weiter oben beschriebenen, von zahlreichen Akteuren angestrebten Idealzustand sind wir also noch weit entfernt. Dennoch bietet uns beispielsweise Social Media wichtige Erfahrungswerte zu den Vorteilen und Wirkungsweisen von digitalen Plattformen. Eine weitere, neue Plattform ist »Mein Phileo«, die erstmals die Potenziale von digitalen Anwendungen, zentraler wie umfassender Informationsquelle und einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement zusammenbringt.

Eine Frage der Zuständigkeit

Wenn wir über Digitalisierung und Gesundheit sprechen, landen wir zwangsläufig beim Thema Betriebliches Gesundheitsmanagement. Die Grenzen von Arbeit und Privat werden immer fließender, da kann das Thema Gesundheit nicht nur in die Freizeit geschoben werden. Eine Verantwortung, die Betriebskrankenkassen erkannt und derer sie sich angenommen haben.
Natürlich kann auch das Individuum nicht gänzlich aus der Verantwortung genommen werden. Es ist aber angewiesen auf Angebote und den Zugang dazu. Studien belegen, dass dieser Zugang auch abhängig von Herkunft oder sozialem Status ist. Soziale Ungerechtigkeit ist also ein weiterer Faktor, der direkte Auswirkungen auf die Gesundheit des Individuums hat und von diesem aber nicht geändert werden kann.

Digitales BGM bietet viele Vorteile

In den letzten Jahren hat die Bedeutung von Betrieblichem Gesundheitsmanagement in Unternehmen immer weiter zugenommen. Dabei geht es nicht nur um Verantwortung. Unternehmen haben erkannt, dass ein gesundes Arbeitsumfeld und ein gesunder Lebensstil der Mitarbeitenden nicht nur positive Auswirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden haben, sondern auch zu höherer Arbeitsproduktivität und niedrigeren Kosten durch
Ausfalltage führen können.
Die Vorteile eines digitalen BGM liegen auf der Hand: es ermöglicht Unternehmen mithilfe von digitalen Technologien wie Apps, Wearables, Online-Plattformen und Software-Tools, das BGM effektiver und effizienter zu gestalten. Es senkt die Hürde der Erreichbarkeit aller Personengruppen und fördert damit die Gleichstellung aller Arbeitnehmenden. Allerdings
ist der Erfolg eines BGM immer abhängig davon, wie viele Menschen es erreicht. Studien zeigen, dass BGM ein Thema ist, das hauptsächlich in größeren Unternehmen eine Rolle spielt. Doch auch da gibt es selten Beauftragte, die Zeit, Ressourcen und Wissen haben, um sich dem Thema zu widmen. Die Gesundbleib-Plattform »Mein Phileo« nimmt diese
Hürde und schöpft das volle Potenzial eines digitalen Betrieblichen Gesundheitsmanagements aus.

Unser Ansatz: BGM ganzheitlich neu
denken. Eine vernetzte und modulare
digitale Plattform mit analogen und
digitalen Präventions- und Gesundheitsangeboten, mit individuellen und
Gruppenelementen, mit unterschiedlichen Lernformaten, maximal flexibel an den unterschiedlichen betrieblichen Rahmenbedingungen und individuellen Interessen ausgerichtet und in ein Gesamtkonzept eingebettet. Einfach im Handling, motivierend im Umgang.

Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin der Bosch BKK & Vorsitzende des BGM 4.0-Steuerkreises

    

Gesund bleiben ist leichter als gesund werden ...

… und Prävention und Gesundheitsförderung ist günstiger als Krankheitsbehandlung. Ein Blick auf die skandinavischen Länder, deren Gesundheitssystem Prävention als zentralen Bestandteil lebt, dient als Beweis. Vermeidbare Krankheiten, beispielsweise verursacht durch Stress, Leistungsdruck, Überforderung, Fehlhaltung oder mangelnde Bewegung sind teuer in der Behandlung. Doch nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch Unternehmen profitieren von wirksamen präventiven Maßnahmen auf monetärer Ebene, da durch ein präventiv agierendes BGM Krankheitsausfälle reduziert werden können. Die häufigsten Krankheitsarten variieren aber so stark, dass es eine Herausforderung zu sein scheint, für alle die richtigen Maßnahmen zu haben. »Mein Phileo« führt Arbeitnehmende zu Beginn durch ein Assessment, einen Fragenkatalog, in dem die Beschäftigten nach ihrer ganz individuellen Lebenswelt befragt werden. Auf diese Art ist die Plattform in der Lage, den Beschäftigten genau die Maßnahmen und Präventionsangebote vorzuschlagen, die auf ihre Arbeitsrealität passen. Dabei werden ihnen nicht nur Übungen oder Maßnahmen angeboten, sondern Artikel klären über die Relevanz und auch die positiven Auswirkungen von Gesundheitsförderung auf. Denn in einem System, dessen Basis das Therapieren von Krankheiten und nicht das Vorbeugen ist, muss erstmal eine Wissens- und Vertrauensbasis für präventive Maßnahmen geschaffen werden.

Die fünf wichtisten Krankheitsarten
So vielfältig die häufigsten Krankheitsarten sind, die zu Krankheitstagen führen, so vielfältig muss auch die Antwort darauf sein.

Ein BGM sollte auf Langfristigkeit ausgelegt sein

Mit schnellen Trends oder Hypes, die sich als Eintagsfliegen entpuppen, ist niemandem geholfen. Wie beim Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen zeigt sich auch bei der Konzeption eines digitalen Betrieblichen Gesundheitsmanagements, dass Ganzheitlichkeit ein unbedingtes Muss ist – aber eben auch eine besondere Herausforderung darstellt. Unterschiedliche Berufsgruppen mit unterschiedlichen Gesundheitsthemen, die Erreichbarkeit der Mitarbeitenden, ja sogar die Erreichbarkeit und Überzeugungsarbeit bei den Unternehmen im ersten Schritt sind Hürden, die von Anfang an mitgedacht werden müssen.

Die konzeptionelle Arbeit, die hinter »Mein Phileo« steht, deckt all diese Bereiche ab. Wir bieten niedrigschwellige Lösungen für alle Stakeholdergruppen: Unternehmen erleichtern wir den Zugang und die Implementierung eines ganzheitlichen, vollumfänglichen BGM. Dennoch bietet Ihnen »Mein Phileo« auch die Flexibilität, eigene Themen für Ihr
Betriebliches Gesundheitsmanagement über die Plattform zu steuern. Wir liefern Ihnen bei Interesse auch ein komplettes Mediakit, mit welchem Sie »Mein Phileo« in Ihrem Unternehmen bewerben können – minimaler Aufwand für maximalen Anklang. Niedrigschwellig und langfristig ist »Mein Phileo« auch für User konzipiert. Die Plattform entwickelt sich mit den Beschäftigten mit und motiviert, ohne zu überfordern.

»Mein Phileo« deckt alle Präventionsfelder ab, mit viel Wissenswertem und maximal flexibel und individualisierbaren
praktischen Anwendungen. »Mein Phileo« ist mit einem Account über alle Endgeräte nutzbar!

Dr. Gertrud Prinzing, Vorständin der Bosch BKK & Vorsitzende des BGM 4.0-Steuerkreises

    

Individuelles Erlebnis für jede und jeden Einzeln

Wie kreiert man ein BGM, das alle erreicht – vor allem inhaltlich? Indem man nicht nur auf digitale Ausspielung setzt, sondern auch auf KI und Machine Learning. »Mein Phileo« ist in der Lage, ganz individuell auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Anwenderin und jedes einzelnen Anwenders einzugehen und ihnen die passenden Artikel, Challenges und Inhalte bereit zu stellen. Zudem evaluiert »Mein Phileo« und holt sich Feedback ein, um das Erlebnis noch punktueller und passender zu gestalten. Neben allgemeinen Gesundheitsthemen wie zu Stress, Ernährung, Bewegung, Organisation und Alltag gibt es auch berufsgruppenspezifische Inhalte – für Bürotätigkeiten, seit neuestem auch für Pflegekräfte. Angestellte aus den Bereichen Gewerbe, Vertrieb, Hotellerie, Einzelhandel und Handwerk werden als nächstes mit passenden Inhalten versorgt, ebenso steht für Führungspersonen in Kürze die Anwendung „Gesund führen“ bereit.

Grafik Anteil der Erwerbstätigen mit betrieblichem Gesundheitsförderungsangebot

Gemeinsam sich und das ganze Unternehmen stärken

Das klingt erstmal nach Gegensatz: ein BGM, das individuell für jede und jeden einzeln funktionert und dennoch einen weiteren Fokus auf Gemeinschaft und Community legt. Wie soll das funktionieren? Und warum ist das wichtig? Weil gesunde und zufriedene Beschäftigte gute und loyale Beschäftigte sind. Das Wohlbefinden einer einzelnen Person wirkt sich auf die Gemeinschaft und das wiederum auf das ganze Unternehmen aus. Lernt eine Person resilienter zu sein, gesünder mit Stressfaktoren umzugehen, überträgt sich das auf ihr Team und führt zu einem Unternehmen mit gestärkter Resilienz. Ein funktionierendes BGM lohnt sich aus Unternehmenssicht also nicht nur aus monetären Gründen, es zahlt sich mehrfach für sie aus. Durch Team-Challenges oder Umfragen kann ein Unternehmen über »Mein Phileo« das Gefühl von Zugehörigkeit und Zusammenhalt steigern. “Gemeinsam laufen wir diesen Monat 1 Millionen Schritte” – und das ganze Unternehmen läuft mit. Ebenso lässt sich durch Umfragen Feedback einholen, beispielsweise über das Thema Ernährung. Wünschen sich die Beschäftigten vielleicht mehr vegetarische oder vegane Alternativen in der Kantine? Ein simples Tool, das letztlich zu der weiter oben diskutierten menschzentrierten Lösung führt, auf die in Zukunft ein gesundes und funktionierendes System fußen wird.

Die Weiterentwicklung der »Phileo«-App hat gezeigt, dass Prävention nicht nur flexibler, sondern auch erlebbarer sein kann. Prävention kann im Unternehmen eine soziale Komponente sein und
Beschäftigte zusammenbringen. Die beste Lösung hierfür ist die nun entwickelte Plattform »Mein Phileo«, die es
Unternehmen möglich macht, ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement strategisch zu planen und umzusetzen.

Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverband e.V.

    

Ein gutes BGM verhindert Krankheiten, es spricht aber nicht davon

Umfragen zeigen, dass die bisherige Nutzung von Betrieblichen Gesundheitsmaßnahmen von einigen Faktoren abhängt: der Größe des Unternehmens und ob es einen Betriebsrat gibt oder nicht. Je größer das Unternehmen, desto höher die Teilhabe an BGM-Maßnahmen. Noch höher ist diese in Unternehmen mit Betriebsrat. Warum ist das so? In kleineren Unternehmen gibt es meist keine dedizierte Person, die sich um Planung, Umsetzung und Bewerben eines BGM kümmert. Zudem sind die Forderungen nach Maßnahmen in Richtung des Unternehmens kleiner, wenn es keine organisierte, institutionelle Stimme gibt, die sich dafür einsetzt. Man darf nicht vergessen, dass ein gutes BGM eine Investition von Geldern, Zeit und Ressourcen ist. Anders bei »Mein Phileo«, da die Motivation für Unternehmen hier in genau diesen Faktoren liegt. Beziehungsweise eben im Nichtvorhandensein dieser Faktoren. Die Plattform ist kostenlos und direkt einsatzbereit. Sobald ein Unternehmen bei der jeweiligen BKK als Mandant angelegt ist, können die Beschäftigten »Mein Phileo« downloaden, sich registrieren und starten. Der Aufwand auf Unternehmensseite ist fast nicht gegeben.
»Mein Phileo« will aber auch die Motivation der Beschäftigten stärken, sich mit dem Angebot zu befassen. Natürlich ist die Nutzung auch für sie kostenlos. Zudem vermittelt »Mein Phileo« und die begleitende Kampagne ein Gefühl von Lebensfreude, Elan und Wohlbefinden. Das erreicht die Plattform durch entsprechendes Design und Sprache. Niemand befasst sich gerne mit Krankheit. Es reicht schon ein Perspektivwechsel, damit aus Krankheit Gesundheit wird. »Mein Phileo« ist die Gesundbleib-Plattform und sie motiviert beim Anwenden, etwas für sich selbst zu tun. Es gibt einen persönlichen Health Buddy, der bei Challenges unterstützt und dabei immer motivierend ist. Es soll Spaß machen, sich mit
»Mein Phileo« zu befassen. Denn selbst Spaß ist ein nicht zu verachtender Hebel, mit dem sich Krankheitsbilder wie Stress präventiv vermeiden lassen.

Die Vorteile von Mein Phileo

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Martin König

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Julia Reichardt
Referentin Betriebliche Gesundheitsförderung

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