Innovationsfondsprojekt Optistruk

Algorithmus bringt Patienten in die richtige Klinik

Patientinnen und Patienten mit einem Schlaganfall oder Herzinfarkt werden oft nicht in einem speziell darauf ausgerichteten Krankenhaus und damit nicht optimal behandelt. Das ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts des BKK Dachverbands mit mehreren Kooperationspartnern. Ein neuer Steuerungs-Algorithmus könnte die Krankenhausplanung verbessern und auf eine solidere wissenschaftliche Basis stellen.

Das Bild zeigt einen Rettungswagen mit Blaulicht.

Wer in Deutschland einen akuten medizinischen Notfall erleidet, den fährt der Rettungsdienst in die nächst gelegene Klinik, die sich zur Behandlung in der Lage sieht. In vielen Fällen stellt sich aber die Frage, ob die Versorgung der Patientinnen und Patienten tatsächlich in jedem dieser Krankenhäuser gleich gut und somit überall „optimal“ ist. Gibt es Unterschiede in der Versorgung? Welche Rolle spielt der Aufenthaltsort der zu Versorgenden für die spätere Behandlung?

Im Forschungsprojekt „OptiStruk - Optimale Zuordnung von Patienten zu Fachabteilungen in Krankenhäusern nach Strukturqualität“ haben der BKK Dachverband, die Hochschule Anhalt und das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) in Deutschland  unter der Projektleitung des RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung die Unterschiede zwischen der optimalen und der tatsächlichen Versorgung analysiert.

Neuer Algorithmus und Analyse von Versichertendaten

Dazu legten zunächst klinische und wissenschaftliche Expertinnen und Experten Kriterien für die best mögliche Behandlung von Herzinfarkten und Schlaganfällen fest. Bei letzteren ist demnach die Versorgung unter anderem dann optimal, wenn die Patientin oder der Patient etwa in einer Fachabteilung für Neurochirurgie behandelt werden und es hier möglich ist, eine Operation am Nervensystem durchzuführen. Aus diesen und weiteren Regeln entstand ein Algorithmus. Dieser wurde im nächsten Schritt mit den  Versichertendaten von 40 Betriebskrankenkassen gefüttert. Dabei zeigte sich, dass tatsächlich viele Notfälle nicht adäquat versorgt wurden.

Impulse für die Krankenhausplanung

Nach Ansicht des Projektkonsortiums haben  die Verantwortlichen mit dem Algorithmus für die Krankenhausplanung in Deutschland nun ein rationales, qualitätsorientiertes Instrument zur  Hand. „Es ist nicht hinnehmbar, dass wir hierzulande eine unzureichende Versorgung zulassen, obwohl wir es doch besser könnten“, sagt Anne-Katrin Klemm, Vertreterin des Vorstandes des BKK Dachverbandes, „Der Algorithmus muss daher so bald wie möglich in die Krankenhausplanung einfließen."

Förderung durch den Innovationsfonds

Die Konsortialführung für das Projekt OptiStruk liegt beim RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung. Neben dem BKK Dachverband sind auch das Zentralinstitut der kassenärztlichen Versorgung in Deutschland und die Hochschule Anhalt an dem Projekt beteiligt. Das Projekt erhält Fördergelder aus dem Innovationsfonds und zählt zu dem Bereich der Versorgungsforschung.

Matthias Kretzler

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