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Politikpapiere

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NEU

10.06.2026 – STELLUNGNAHME

zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Neuordnung der Pflegeversicherung (Pflegeneuordnungsgesetz – PNOG)

Das vorliegende Pflegeneuausrichtungsgesetz enthält einige gute Vorschläge aber keine echten Lösungen insbesondere für die drängenden Finanzierungsfragen. Lichtblicke sind die Regelungen zur Pflegeprävention und Rehabilitation. Es wäre schön, wenn es mehr solcher Lichtblicke gäbe. Stattdessen enthält der Entwurf viele neue, kostenintensive Aufgaben für die Pflegekassen, für die es keine entsprechende Gegenfinanzierung gibt. Mit dem Pflege-Cockpit, der Pflegebegleitung, der regionalen Koordination, den Datenplattformen und der stärkeren Versorgungssteuerung sollen die Pflegekassen stärker in die Pflicht genommen werden, während die Verwaltungskostenerstattung gleichzeitig abgesenkt werden soll. Das passt nicht zusammen. Wenn der Gesetzgeber mehr Beratung, mehr Steuerung und mehr digitale Unterstützung will, muss er auch dafür sorgen, dass die Pflegekassen finanziell so ausgestattet sind, dass sie diese Aufgaben verlässlich umsetzen können. Die übermäßige Belastung der Beitragszahlenden und der pflegenden Angehörigen, während Bund, Länder und Kommunen abermals aus der Verantwortung genommen werden, ist ein absolutes No-Go. Mit keiner Silbe wird die Rückzahlung der aufgebürdeten Pandemie-Mehrkosten von rund fünf Milliarden Euro erwähnt. Es ist allenfalls beschönigend, dass die Darlehen nun erst später zurückgezahlt werden müssen. Die Bürgerinnen und Bürger wurden in der Vergangenheit schon viel zu oft für die Sanierung der GKV und der SPV zur Kasse gebeten. Und statt die Beiträge zur Rentenversicherung für pflegende Angehörige sachgerecht durch den Bund zu finanzieren, sollen diese nun noch gekürzt werden. Somit wird die Pflege eines Angehörigen zu einem höheren Armutsrisiko im Alter. [mehr lesen]

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Stephanie Bosch
Abteilungsleiterin Politik und Kommunikation

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