BGM 4.0

Eine Initiative für das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Zukunft

Arbeitsgruppe entwickelt digitale Präventionsprogramme für Unternehmen

Seit langem sind die Betriebskrankenkassen Vorreiter in Fragen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) und des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) in Deutschland. Die jahrzehntelange Pionierarbeit wollen wir konsequent weiterführen und arbeiten eng am Bedarf unserer Versicherten und Trägerunternehmen sowie der Weiterentwicklung von Gesundheitsförderung und Prävention in Zeiten der digitalen Transformation der Arbeitswelt.

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BGM 4.0 Logo

Mit Blick auf die damit einhergehenden Herausforderungen und die Möglichkeiten der Vernetzung wollen die Betriebskrankenkassen die Qualität und Innovationskraft ihrer Beratungs- und Unterstützungsleistungen für Kunden- und Trägerunternehmen ausbauen. Dafür haben die Betriebskrankenkassen, die im BKK Dachverband e.V. organisiert sind, im Oktober 2017 die Arbeitsgruppe „BGM 4.0 – BGM für die Arbeitsbedingungen der Zukunft“ eingerichtet.

Die von BKK-Vorständen ins Leben gerufene Initiative entwickelt Lösungen für die neuen Anforderungen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement und leitet daraus neue Aufgaben für die Betriebskrankenkassen ab. Grundannahme der Arbeitsgruppe ist, dass gesunde Menschen erfolgreicher mit veränderten Lebens- und Arbeitsbedingungen umgehen können. Bei der Entwicklung von Innovationen spielen dabei Netzwerke eine große Rolle: Gemeinsam mit Unternehmen, Politik, Verbänden und Wissenschaft entwickelt die Initiative Produkte und Dienstleistungen, die den Menschen unterstützen, gesund zu bleiben. Auch Start-ups sind in den Prozess eingebunden.

Arbeit 4.0 erfordert auch ein betriebliches Gesundheitsmanagement 4.0 - Das sagen die Expert*innen der Jury zur Initiative BGM 4.0:

Dr. Julia Schröder (Abteilungsleiterin Gesundheitsförderung, Pflege und Rehabilitation BKK DV): "Die Betriebskrankenkassen haben aufgrund ihrer historisch gewachsenen Struktur eine ganz enge Bindung zu ihren Trägerunternehmen, zu ihren Kundenunternehmen und zu ihren Beschäftigten. Und daraus hat sich dieser Markenkern betriebliches Gesundheitsmanagement geformt und wenn wir unsere Vorreiterrolle da weiterhin aufrechterhalten möchten, dann müssen wir unsere BGM-Konzepte mit den Anforderungen der digital-transformierten Arbeitswelt, müssen wir da mithalten können."

Dr. Gertrud Prinzing (Vorständin Bosch BKK): "BGM 4.0 nimmt sprachlich erst mal die Anleihe natürlich auch an Arbeiten 4.0, an Industrie 4.0, und letztlich steht dahinter, was ist eigentlich der Wandel in der Arbeitswelt, ganz stark getrieben durch die digitale Transformation. Und das sehen wir, dass dadurch auch grundlegend andere Anforderungen inhaltlich, wie vor allen Dingen auch methodisch an das BGM, an das betriebliche Gesundheitsmanagement, gestellt werden. Und deshalb haben wir uns gesagt, grundlegend neue Anforderungen erfordern auch neue Denkweisen, neues Herangehen und das ist das, womit wir bei BGM 4.0 sowohl die neuen Inhalte als auch wie wir diese erarbeiten, ganz auf eine völlig, auch für uns, neue Basis setzten."

Dr. Julia Schröder (Abteilungsleiterin Gesundheitsförderung, Pflege und Rehabilitation BKK DV): "Und das tun die Betriebskrankenkassen jetzt seit knapp zwei Jahren mit ihrer Initiative BGM 4.0, denn dafür suchen wir innovative und agile BGM-Konzepte für unsere Kunden, für unsere Unternehmen zu gewinnen."

Anke Brinkmann (Head of Health and Safety, BSR Berliner Stadtreinigung): "Betriebliches Gesundheitsmanagement in der Berliner Stadtreinigung bedeutet, wenn wir auf dem Weg der Digitalisierung sind, sprich, wir haben neue Reinigungsfahrzeuge, die auch durchaus in der Zukunft autonom fahren werden, dass wir die Mitarbeiter mitnehmen, dass wir denen erklären, was es halt heißt, so ein neues Instrument zu bedienen, so ein neues Arbeitswerkzeug zu bedienen."

Dr. Gertrud Prinzing (Vorständin Bosch BKK): "Wir nehmen unsere Kunden, das sind sowohl die Unternehmen wie die Mitarbeiter in den Unternehmen sehr viel mehr in den Fokus. Wir hatten bisher auch schon gesagt, wir wissen, was die Kunden brauchen, sind aber weniger mit dem Kunden wirklich ins Gespräch gegangen und haben mit ihm gemeinsam verstanden, versucht zu verstehen, was sind denn eigentlich seine Bedarfe. Das ist der eine große Punkt – ein sehr viel stärkerer Kundenfokus. Dann wollen wir natürlich auch sehen, was bietet der Markt. Wir wollen nicht Dinge neu entwickeln, wenn es schon am Markt was gibt. Wir wollen also das gesamte Marktpotential ausschöpfen."

Stefan Göppel (Digital-Experte): "Natürlich ist es so, wenn man klassische Branchen oder lang bestehende Unternehmen in so einem Transformationsprozess begleitet, geht das natürlich nicht von heute auf morgen. Also man kann keinen großen Dampfer von hundert auf null zum Stehen bringen, aber Schritt für Schritt und mühsam ernährt sich das Eichhörnchen, sieht man das letztendlich und wie gesagt, man sieht auch jetzt schon Fortschritte."

Anke Brinkmann (Head of Health and Safety, BSR Berliner Stadtreinigung): "Um auch nachhaltig ihre eigene Gesundheit weiterhin positiv zu beeinflussen, dass nicht Ängste überwiegen, so dass die Mitarbeiter in der Zukunft auch weiterhin gern zur Arbeit kommen."

Dr. Gertrud Prinzing (Vorständin Bosch BKK): "Insgesamt gehen wir, sowohl bei der Erarbeitung der Inhalte als auch der Methoden ganz neue Wege, arbeiten sehr vernetzt und agil und sehr ergebnisoffen, was auch für uns ein ganz neues Vorgehen ist und wo wir sagen, neue Wege entstehen dadurch, dass man sie geht."

Dr. Julia Schröder (Abteilungsleiterin Gesundheitsförderung, Pflege und Rehabilitation, BKK DV): "Erfolgsfaktor dabei ist, dass wir agil, dass wir ganz dynamisch und flexibel bleiben in der Entwicklung der Konzepte und dass wir auf gutes Netzwerken setzen. Co-Creation zwischen Betriebskrankenkasse und Unternehmen und Co-Creation zusammen mit Fachexperten außerhalb der Krankenkassenlandschaft, das heißt Wissenschaft, das heißt Digital-Experten, das heißt Verbänd, das heißt auch Sichtbarkeit gegenüber der Politik. Und in diesem Netzwerkansatz glaube ich kann am Ende das Beste für den Kunden herausgeholt werden."

Psychische Gesundheit als Führungsaufgabe und E-Learning für Beschäftigte

Bislang hat die Initiative mit verschiedenen Kooperationspartnern unter anderem elektronische Lernprogramme für Beschäftigte und Führungskräfte insbesondere in kleinen und mittelständischen Betrieben entwickelt. Die Programme vermittelten leicht verständlich und praxisnah Wissen zur Stressbewältigung und Förderung psychischer Gesundheit als Führungsaufgabe und für die eigene Gesundheit. Die Betriebskrankenkassen unterstützen damit Unternehmen, einen klugen Umgang mit Ressourcen, Selbstmanagement und Kompetenz im Umgang mit psychischen Belastungen und Stress zu finden. Zudem hat die Arbeitsgruppe BGM 4.0 ein Veranstaltungsformat entwickelt, das Unternehmen für den Zusammenhang von Arbeit und Gesundheit sensibilisieren und diese in die Lage versetzen soll, auf neue Trends in der Arbeitswelt zu reagieren. Das onlinebasierte Einzelcoaching Fit@Job richtet sich an Beschäftigte und informiert diese drei Monate lang zu arbeitsweltbezogenen Gesundheitsthemen wie Ergonomie am Arbeitsplatz, gesunder Ernährung im Joballtag sowie Schichtarbeit und Stressreduktion im Betrieb.

Reinhard Brücker, Vorstand VIACTIV

Reinhard Brücker, VIACTIV

"BGM 4.0 bedeutet auch Industrie 4.0. So wie sich unsere Unternehmen weiterentwickeln, müssen auch wir unsere innovativen Angebote immer wieder auf den Prüfstand stellen und vorantreiben. Das geht nur mit einem präzisen Monitoring in enger Absprache mit den Firmenpartnern. Um neue Ideen aufzuspüren und nutzenbringend einzusetzen, sind wir beständig auf der Suche nach Impulsgebern, die wir in die Kooperationen einbinden."

Dagmar Stange-Pfalz, Vorständin BKK VerbundPlus

Dagmar Stange-Pfalz, BKK VerbundPlus

"Im Projekt BGM 4.0 bündeln wir die Kompetenz mehrerer Betriebskrankenkassen. Praktische und vielschichtige Lösungsansätze aus unterschiedlichen Bereichen gekoppelt mit hohem Sachverstand kennzeichnen die Projektarbeit. Aber auch Synergien bei den finanziellen Mitteln und den gesamten Ressourcen kennzeichnen das Projekt BGM 4.0."

Michael Niedermeier, Vorstand Krones BKK

Michael Niedermeier, Krones BKK

"Als unternehmensbezogene Betriebskrankenkasse kennen wir die internen Abläufe und individuellen Bedürfnisse der Mitarbeiter und des Konzerns. In der Betrieblichen Gesundheitsförderung und im betrieblichen Gesundheitsmanagement arbeiten wir kompetent und erfolgreich Seite an Seite mit dem Health Management unseres Trägerunternehmens. Dabei richten wir nachhaltig unser Augenmerk auf gesunde Arbeitsbedingungen."

Stefan Weber, Vorstand SBK

Stefan Weber, SBK

"Die vielfältigen Anforderungen in der Arbeitswelt, die sich aus einem immer dynamischeren und komplexeren Unternehmensumfeld der Firmen ergeben, machen es notwendig, in Netzwerken zusammenzuarbeiten. An diesen Netzwerken sind alle zu beteiligen, die zu gesunden Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer beitragen können. Im Fokus müssen dabei immer die Bedürfnisse der Arbeitgeber und Arbeitnehmer stehen."

Computergrafik eines Menschenkopfes

Wege aus der Informationsflut – so hat die Arbeitszufriedenheit in der digitalen Arbeitswelt eine Chance

Für mehr Informationen hierzu lesen Sie den iga report 41

BGM FÜR DIE ARBEITSBEDINGUNGEN DER ZUKUNFT - BGM 4.0

Cover: Netzwerke(n) für Gesundheit

BERATUNGSSTANDARDS ZUR PSYCHISCHEN GESUNDHEIT IN DER ARBEITSWELT – WORAUF KOMMT ES AN?

Cover: Psychische Gesundheit und Arbeit
Martin König

Kontakt

Martin König
Referent · BGM für die Arbeitsbedingungen der Zukunft (BGM 4.0, BGM Labs) / Deutsches Siegel Unternehmensgesundheit